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Mission Sternenlicht. Die Herrnhuter Sterne Manufaktur

Der Herrnhuter Stern gilt als Ursprung aller Weihnachtssterne. Vor mehr als 180 Jahren am östlichen Rand der Republik als geometrische Figur für den Mathematikunterricht ersonnen, leuchtet er heute rund um den Globus und bringt denen, die ihn besitzen, Vorfreude und Besinnlichkeit in die vorweihnachtlichen Stuben.

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Eine Erfolgsgeschichte. Immer wieder gern erzählt

„Unsere Sterne sind unsere Botschaft“, erzählt Verkaufsleiter Jens Ruppert begeistert, wenn er Besucher durch die Betriebsräume des 2010 neu errichteten Firmengebäudes führt. An dieser Stelle trifft Handarbeit auf Tradition. 200 Mitarbeiter arbeiten hier im Akkord am gemeinsamen Ziel des festlichen Leuchtens. Sie schneiden Papier und Kunststofffolien zu, stanzen, falten und kleben – und hauchen so, Zacke um Zacke, der unumstrittenen Nummer eins unter den Weihnachtssternen Leben ein. Dabei legen sie eine Präzision und Schnelligkeit an den Tag, die jeden Besucher zum Staunen bringt. Laut der Belegschaft kann es ein ganzes Jahr dauern, nur einen der vielen Arbeitsschritte auf dem Weg zu einem kompletten Stern so zu perfektionieren, dass er den hohen Qualitätskriterien des Unternehmens entspricht.

„Unser Geheimnis ist die gute Durchleuchtung unserer Produkte“, verrät Jens Ruppert und schaltet das Licht im Inneren eines weiß-rot gefärbten Demonstrationsobjekts an. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Modellen auf dem Markt strahlt der Herrnhuter Stern nicht nur in der Mitte gut, sondern zeichnet sich vom Kern bis in die Spitze durch eine gleichmäßige Leuchtkraft aus. Grund ist die Machart des verwendeten Papiers, das in ganz Europa nur von zwei Herstellern in dieser Ausführung produziert wird. Die Herrnhuter Sterne GmbH nimmt teilweise lange Wartezeiten in Kauf, um dieses Papier verarbeiten zu können.

Doch der Erfolg gibt dem Unternehmen recht. 750.000 Sterne verlassen aktuell jährlich die von den Mitarbeitern liebevoll „Sternelei“ getaufte Werkstatt – Tendenz steigend. Und egal, welchen Durchmesser sie besitzen und ob sie aus Papier oder außenbereichstauglichem Polypropylen gefertigt werden: Sie alle besitzen die traditionellen 25 Zacken – 17 vier- und acht dreieckige –, platziert auf einer Grundform, die die Mathematik ein Rhombenkuboktaeder nennt und die zu den archimedischen Körpern gehört.

Die Form ist eng mit der Geschichte des Unternehmens verknüpft, das noch heute zur Evangelischen Brüder-Unität (EBU) gehört. Die EBU, auch Herrnhuter Brüdergemeine genannt, ist eine evangelische Kirche und damit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegliedert und zugleich Gastmitglied in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Damit hat sie eine Zwischenstellung zwischen Landeskirchen und Freikirchen.

Ab dem 18. Jahrhundert hat sich die Herrnhuter Brüdergemeine mit internationalen Missionarstätigkeiten einen Namen gemacht. Die Ersten, die einen Herrnhuter Stern zusammenbauten, waren die Kinder eben dieser Missionare, die die Vorweihnachtszeit oft fern ihrer Eltern im heimatlichen Internat verbringen mussten. Ein Lehrer kam damals auf die geniale Idee, der aufkeimenden Sehnsucht seiner Schützlinge mithilfe der Geometrie zu trotzen. 1897 konstruierte der findige Geschäftsmann Pieter Hendrik Verbeek schließlich den ersten zusammensetzbaren Stern und vertrieb ihn über die hauseigene Missionsbuchhandlung.

Heute bietet die Herrnhuter Sterne GmbH ganze 80 Varianten ihrer Interpretation des „Sterns von Bethlehem“ an. Dazu kommen Ersatzteile und etliches Zubehör: LEDs, Kabel, Clips – eben alles, was man braucht, um seinen Stern über die Jahre fit zu halten. Denn einmal gekauft, soll ein Herrnhuter Stern mindestens ein ganzes Leben lang leuchten. Das, erklärt Jens Ruppert, ist ein wichtiger Teil der nachhaltig ausgerichteten Firmenphilosophie. „Wir halten nichts davon, dass die Sterne irgendwann weggeworfen werden. Darum bieten wir alles an, um sie reparierbar zu halten.“

Sogar bei uralten Modellen bemüht sich das Unternehmen um Hilfestellung bei fällig werdenden Reparaturen. Der alljährlich wiederkehrende Zusammenbau jedoch obliegt auch heute noch dem Käufer und seiner Familie. Ein vorweihnachtliches Ritual, das, laut Jens Ruppert, einfach dazugehört und das echte Liebhaber der Herrnhuter Sterne auch sehr zu schätzen wissen. „Wir freuen uns, dass die Tradition des Sternebauens heute immer noch gelebt wird. Dass Familien sich einfach hinsetzen und gemeinsam eine besinnliche Tätigkeit tun. Genau so sollte Weihnachten sein.“