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Wi(e)der die Klischees. Filzpantoffel Tiroler Steinschaf
Von Fee-Jasmin Rompza | Zum Produkt
Ich halte nicht viel von Geschlechterklischees. Aber was soll ich sagen? Ich bin eines. Zumindest was meine immer kalten Füße angeht. Zum Glück kann man da etwas machen. Nein, ich rede nicht davon, mir mehr Muskulatur anzutrainieren oder durch Bewegung meinen Blutdruck zu steigern. Gott bewahre. Ich rede vom passenden Schuhwerk. Zumindest für daheim habe ich nämlich ein Heilmittel gefunden. Rezeptfrei. Nur die Kasse zahlt leider noch nicht dafür.
Gar keine schwere Geburt. Oder: Wie ich zu meinen Hausschuhen kam
Ich kam zu meinen ersten Filzpantoffeln vom Tiroler Steinschaf wie die Jungfrau zum Kinde. Nein, es war keine Unbefleckte Empfängnis. Aber ein durchaus überraschendes und ungeplantes Ereignis. Sie wurden mir von einer Kollegin geradezu aufgedrängt. Es war das letzte Paar im Waltroper Warenhaus, Größe 36, besonders kleine Passform. Und seien wir ehrlich, das trägt kaum eine(r). Außer mir halt. „Schau mal, Fee“, sagte sie. Und dann so etwas wie „Erbarme dich ihrer. Sie gucken schon ganz traurig.“ Wie hätte ich da Nein sagen können? Wurden Sie schon einmal traurig von einem Paar Hausschuhe angeschaut? Eben!
Nun hatten bis zu jenem Zeitpunkt schon eine ganze Reihe von Pantoffeln ihr jeweils Bestes gegeben, meine arktisch temperierten Extremitäten auf mitteleuropäisches Normaltemperaturniveau anzuheben, aber, ehrlich gesagt, nur mit begrenztem Erfolg. Meine Füße lachten der Herausforderung schallend ins Gesicht und kultivierten weiter ihre Frostbeulen. Kein Scherz. Meine Erwartungen waren also begrenzt. Ich war neu bei Manufactum. Ich hatte ja keine Ahnung.
Eine Klimaanlage für die Füße. Direkt aus den Tiroler Alpen
Machen wir es kurz: Das Tiroler Steinschaf änderte mein Leben. Oder besser: das Klima meiner Füße. So ein Schaf nämlich, und insbesondere eines, das den wechselhaften und teils extremen Wetterbedingungen der Alpen zu trotzen vermag, ist immer richtig angezogen. Sommers wie winters schafft es die Wolle ihren Träger perfekt zu temperieren. Wie eine natürliche Klimaanlage wärmt das Naturmaterial an kalten Tagen und schützt bei Hitze vor übermäßigem Schwitzen. Das hat die Natur wirklich klug eingerichtet – und der Mensch sich zunutze gemacht. In diesem Falle die Firma Gottstein.
Jetzt bloß keine kalten Füße bekommen! Gottstein bewahre
Gottstein nämlich, eine Manufaktur aus dem Tiroler Ötztal, sorgt bereits seit 1926 dafür, dass die Materialeigenschaften der Wolle in Form von Pantoffeln zu wahrer Höchstform auflaufen. Dabei ist es entgegen einem weitverbreiteten Irrtum gar nicht die Wolle selbst, die wärmt, sondern die in ihr eingeschlossene Luft. Das Gesamtvolumen eines Wollgewebes besteht bis zu 85 Prozent aus zwischen den Fasern eingeschlossenen Luftkissen, die wie ein Polster wirken und Körperwärme nicht hinaus- und äußere Kälte nicht hineinlassen. Türsteher auf Faserebene, quasi.
Tatsächlich sind es neben den Händen und der Nase in der Regel die Füße, die als Erstes unter sinkenden Temperaturen leiden, ganz unabhängig vom Geschlecht. Sind die Ressourcen begrenzt, priorisiert der Körper ganz automatisch und führt die verbleibende Wärme den Körperregionen zu, die sie am dringendsten brauchen: den lebenswichtigen Organen. Und so hart das klingt – unter diesem Gesichtspunkt sind Füße verzichtbar. Und meine offenbar besonders. Her mit den Türstehern!
Die Gottsteiner nehmen also die besonders strapazierbare, aber zugleich seidig glänzende Wolle des Tiroler Steinschafs, das im Umkreis von 30 Kilometern um die Manufaktur herum grasen darf, reinigen sie gründlich, verlesen sie sorgsam und filzen sie dann nahtlos (!) mit reinem Gebirgswasser von Hand rund um einen schuhmacherischen Leisten. Diese Fertigungsweise sorgt nicht nur dafür, dass auch wirklich keine Wärme flöten geht, das Resultat ist vor allem auch eine Wohltat für den Fuß: ein Hausschuh wie eine zweite Haut. Wie Sie merken, merken Sie nichts. Zumindest nichts Störendes. Nicht nur wer ebenfalls sensorisch sensibel veranlagt ist und leicht von Sockennähten oder Materialübergängen in einen Zustand dauerhafter Überreizung katapultiert wird, profitiert von dieser Anlage. Bequemlichkeit ist hier kein Laster, sondern ein unbedingter Gewinn an Lebensqualität. Und das ganz ohne den unangenehmen Nebeneffekt eines Feuchtbiotops zwischen den Zehen, das viele andere Materialien als kostenlose Dreingabe zur Wärmeleistung im Angebot haben.
Bleiben Sie trocken. Und lassen Sie Ihre Füße atmen
Wolle kann im Gegensatz zu anderen Materialien nämlich ordentlich einstecken. Bis zu einem Drittel ihres Trockengewichts vermag die Faser an Wasserdampf aufzunehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Gleichzeitig wird die Nässe schnell nach außen abgeführt, sodass Schweißgeruch verhindert wird, bevor er entsteht. Denn erst die Zersetzung durch Bakterien, die sich auf der Hautoberfläche befinden, schenkt dem Schweiß die olfaktorisch herausfordernden Noten, die ihm seinen schlechten Ruf eingebracht haben. Selbst barfuß im Sommer sind diese Pantoffeln daher eine ausgesprochen gute Idee. Immer locker durch die Schuhe atmen. Wenn wir also schon bei den Klischees sind: Nicht nur die frierende Frau, auch der fußtranspirierende Gatte ist mit diesem Hausschuh (und jedem anderen unserer Modelle aus reinem Wollfilz) jederzeit gut beraten.
Gegen das Schubladendenken. Ein Schuh für alle(s)
Ich lebe also seit rund zehn Jahren in diesen Hausschuhen. Sommers wie winters. Zugegeben, nicht mehr im ersten Modell, denn trotz der Tatsache, dass sowohl Rindledersohle als auch der stark verdichtete Wollfilz durchaus widerstandsfähige Naturen sind, fordert das überaus schlecht verlegte Laminat in unserer Wohnung alle paar Jahre seinen Tribut. Vielleicht kann ich die Neuanschaffung ja das nächste Mal doch über die Krankenkasse abrechnen. Für mich fällt das unter Erkältungs- und Fußpilzprophylaxe. Und die sind den Preis jedes Mal mehr als wert.
In diesem Sinne: Schublade auf, Hausschuhe raus. Im Kopf und im Kleiderschrank. Denn Filzpantoffeln sind für alle(s) da! Ganz egal, wer bei Ihnen zu Hause friert oder schwitzt.
Produkt im Fokus
Wollfilz aus reiner Schurwolle von Tiroler Steinschafen · Naturbelassen: ungebleichte und ungefärbte Schurwolle · Laufsohle aus Rindleder



