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Natürlich nützlich. Krumpholz Gierschjäter
🕑 9:46 Min. | Von Barbara Römer | Zum Produkt
Die „wilde“ Natur und der menschliche Hang zur Kultivierung – es gibt Situationen im Leben, da will das einfach nicht zu einem Kompromiss zusammenfinden. Nicht dass er völlig unmöglich wäre. Das beste Beispiel? Der naturnah gepflegte Garten. Das Gemüsebeet, das mithilfe von Kupferringen, Wollvlies und Igel von Schnecken freigehalten wird – und die umsichtig unaufgeräumte Totholzecke, in der sich der Igel überwinternd einrollen darf. Der Kartoffelacker, aus dem jedes Unkraut gejätet wird – und am anderen Ende des Gartens die Nische mit der abgesteckt wuchernden Brennnessel, die den Raupen des Kleinen Fuchs oder des Admirals als Futterpflanze dient, damit sie später als Falter schillern können. Die Reinheit der Natur in kultivierten Maßen, in wohlüberlegten Grenzen.
Doch „Giersch!“ Augenblicklich verfallen Gärtnernde dieser Welt in wildes Augenrollen. Giersch ist der erklärte Feind, ein elendes Gewächs, nicht beherrschbar, es akzeptiert keine Grenzen. Nicht einfach grundsätzlich die Natur, nein, es ist konkret der unsägliche Giersch, der sich seinen Weg sucht – und er findet ihn, er wächst im Schatten der Stauden, breitet sich aus, wuchert über alles und jeden hinweg, er findet bis in die Küche hinein, unbesiegbar, solange der Mensch nicht schließlich doch gnadenlos mit der Chemiekeule zuschlägt …
Wir sind dagegen, denn wir sind dafür
Stopp. So sind wir nicht. So denken wir nicht, so leben wir nicht, so suchen wir nicht die Produkte aus, die wir den Gärtnernden dieser Welt anbieten. Eindeutig, ganz eindeutig sind wir dagegen. Wir sind gegen Pestizide, wenden uns gegen die Unterwerfung der Natur. Wir sind ganz klar dafür, mit der Natur zu leben, nicht gegen sie. Welchen Sinn sollte es auch machen, sich gegen eine Welt zu wenden, aus der wir erschaffen wurden? Wir sind keine Heiligen, gewiss nicht, die sind der Welt denn doch etwas zu weit entrückt – und Wunder können wir ohnehin nicht bewirken. Außerdem leben wir vom Handel, müssen also mit allen Beinen auf dem Boden der Tatsachen, des Bedarfs und der Nachfrage stehen. Doch dabei tragen wir Verantwortung für das Weiterbestehen unserer Welt. Und kultivieren bedeutet ja nicht vernichten; es bedeutet in Bahnen lenken, Natur und Nutzen zusammenführen.
Und dann liegt er da, der Gierschjäter, ein kleines Werkzeug für eine übermächtig erscheinende Aufgabe. Kann das funktionieren? Diese Frage erfordert Antwort auf zwei weitere Fragen. Erstens: Was ist Giersch überhaupt? (Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, so heißt es ja nicht von ungefähr.) Und zweitens: Wie muss ein Mittel, das den Giersch, aber nicht die kultivierte Natur bannt, folgerichtig beschaffen sein?
Drei, drei, drei – bist du beim Giersch dabei
Der Giersch also. Verzichten wir erst einmal auf das Ausrufezeichen und wenden uns mit sachlichem Blick und unvoreingenommen der Pflanze als solcher zu. Eigentlich ganz hübsch, können wir zugestehen, eine krautig wachsende Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Doldenblütler gibt es viele, insbesondere weiß blühende, doch die Bauernregel „Drei, drei, drei – bist du beim Giersch dabei“ hilft, den Giersch von seinen giftigen Verwandten, wie Wasserschierling und Hundspetersilie, zu unterscheiden: Der hohle Blattstängel ist im Querschnitt dreikantig, vom Stängel gehen drei Blattgruppen ab, die wiederum in drei Fiederblättchen unterteilt sind. Wer sich dem Giersch entgegenbeugt, nimmt einen feinwürzigen Geruch wahr, der meist als Mischung von Petersilie und Möhre beschrieben wird.
Damit sind wir auch schon bei den natürlichen Vorzügen des Giersch: Er ist essbar und gibt ein wohlschmeckend würziges, an Vitaminen und Mineralstoffen reiches Wildgemüse ab – was schon die alten Römer wussten und gleich ganze Felder mit ihrem „Römerspinat“ anlegten. Das taten jene emsigen Eroberer angeblich nicht allein wegen des Wohlgeschmacks, sondern auch wegen der heilsamen Wirkung des Krautes. Immerhin versprach (und verspricht) Giersch mit seiner verdauungsfördernden Wirkung Linderung, wenn das von schwerer Kost dominierte Gelage etwas zu ausufernd verlaufen war. Damit nicht genug, wirkt Giersch außerdem entzündungshemmend, wundheilend, stoffwechselanregend, schmerzlindernd, beruhigend – die Liste ist lang. Giersch ist also regelrecht gesund und dabei nicht nur für den Menschen schmackhaft, sondern ebenso als Insektenweide und Raupenfutterpflanze eine wichtige Nahrungsquelle.
So viel heilsam Nährendes und doch so wenig Liebe für den Giersch? Oh ja, denn das eigentliche Problem offenbart sich, wenn Gärtnernde selbst durch Gebüsch und Stauden krauchen und die Tiefe in Augenschein nehmen. Denn es ist sein Wurzelstock, das Rhizom, das den Giersch so unnachgiebig wuchern lässt. Giersch vermehrt sich nicht allein durch Samen, sondern ebenso durch seine unterirdischen Triebe, und die sind überaus beharrlich. Selbst wenn Sie diese Rhizome entschlossen kleinhacken, haben Sie noch nicht gewonnen. Jedes kleine Teilstück des Rhizoms muss aus dem Boden herausgeholt werden, denn es kann wieder austreiben und zack!, beginnt der Giersch-Wucher von Neuem. Den Giersch einfach unterzupflügen, ist daher auch eher … kontraproduktiv.
Handwerklich bei der Wurzel gepackt
Ein Werkzeug, das die ungehemmte Ausbreitung des Giersch erfolgreich bekämpfen kann, sollte das Problem daher im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel packen.
- Reichweite ist gefragt, denn der Giersch breitet sich nicht nur über die Fläche aus, sondern wurzelt auch bis zu 50 Zentimeter tief.
- Solidität ist gefordert, denn die Pflanze mag zierlich erscheinen, doch der Boden ist mitunter schwer zu durchdringen. Außerdem kennt selbst die Geduld naturnah wirtschaftender Gärtner*innen ihre Grenzen. Auch wenn wir darauf hinweisen, dass erzürntes Draufloshacken nicht hilft, muss das Werkzeug doch manchen schnaubend ausgeführten Schwung aushalten können.
- Stahl und Holz sind aufgrund ihrer materialimmanenten Stabilität unsere Favoriten, denn Plastik ist zerbrechlich und hat im naturnahen Garten nur in Ausnahmefällen etwas zu suchen.
Und indem wir all dies bedenken und berücksichtigen, landen wir bei Werkzeugherstellern wie Krumpholz.
Wir lieben das traditionelle Handwerk, das müssen wir zugeben. Schon klar, hier und da wird durchaus gespöttelt über das handgeklöppelte Telefon oder die mundgeblasene Glühlampe, wie wir sie angeblich bei Manufactum anbieten. Ach, ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Wir lieben das traditionelle Handwerk, weil es etwas kann, nämlich von Grund auf gut herstellen. Gut für das Werkzeug, gut für den Garten, gut für Sie. Wahrscheinlich schlecht für den Giersch, aber nun ja, wir sind ein Handelsunternehmen und müssen bei allen Überzeugungen eben auch Bedarf und Nachfrage bedienen – und können trotzdem verantwortungsvoll Natur und Nutzen zusammenführen.
Krumpholz jedenfalls schmiedet seit über 200 Jahren Werkzeuge erster Qualität und arbeitet nach wie vor unter dem Schmiedehammer – dafür legen wir quasi unsere Hand ins Feuer (aber nicht den Kopf unter den Hammer). Geschmiedet wird ein Schwedenstahl, und zwar ein Mangan-Bor-Stahl mit Chrom-Molybdän-Anteil. Dieser Vergütungsstahl ist so hochwertig, weil er ausgezeichnete mechanische Eigenschaften bietet. Er ist besonders hart, zäh und fest – und pflegeleicht ist er dazu. Daraus geschmiedete Werkzeugköpfe sind enorm stark. Bei Krumpholz werden sie mit aller Sorgfalt geformt, verdichtet, verstärkt und sogar geschärft, wo es erforderlich ist und die jahrhundertelange Erfahrung dazu rät. Die Werkzeugstiele wiederum bestehen aus massivem Eschenholz, das über eine besonders ausgeprägte Zähigkeit und Elastizität verfügt und damit selbst dem harten Anpacken hilfreich entgegenfedert.
Kleines Werkzeug, hoher Nutzen
Ein solches Werkzeug hält. Ob es auch hält, was es verspricht, nämlich sich dem Giersch entgegenzustemmen? Sagen wir es einmal so: Die Arbeit kann Ihnen niemand abnehmen, aber Sie können sie sich erleichtern. Und das dauerhaft, mit einem langlebigen, soliden Werkzeug, das mit der Erfahrung von Generationen geschmiedet wurde.
Der langgezogene Werkzeugkopf des Gierschjäters ist vielversprechend, denn er erhöht Reichweite und Tiefe gärtnerischer Bemühungen. Der stählerne Werkzeugkopf ist schmal, aber stark – so stark, dass Sie ihn sogar zur Fugenreinigung benutzen könnten (wenn Sie nach Ihrer Attacke auf den Giersch noch die Kraft, Ausdauer und Muße dazu haben). Und der massive Eschenholzgriff ist so griffig und solide, wie Sie es sich nur wünschen können, wenn Sie am Boden knien und sich durchs Erdreich wühlen.
Denn das ist der Sinn und Zweck des Gierschjäters: Er packt den Giersch tatsächlich bei der Wurzel. Die lange, schmale Werkzeugspitze erlaubt es dem jätenden Menschen, den Wurzelstock herauszuarbeiten, ohne ihn zu zerteilen, und ihn in einem möglichst großen Stück aus dem Erdreich zu holen. Damit verringern Sie die weitere Ausbreitungswahrscheinlichkeit des Giersch entscheidend.
Übrigens empfehlen die Wissenden dieser Welt, die vom Giersch befallene Fläche nach dem Jäten erst einmal zum Kartoffelfeld „umzukultivieren“. Die niedrig wachsende, dicht belaubte, den Boden überschattende Kartoffelpflanze konkurriert mit dem Giersch nicht nur um Licht, sondern auch um Wasser und Bodennährstoffe, hindert ihn so am Austreiben und bleibt der Kunde nach Siegerin in diesem natürlichen Konkurrenzkampf.
Und was ist die Moral von der Geschicht’? Genau genommen erlaubt Ihnen der Gierschjäter, wilde Natur und kultivierten Nutzen zu einem Kompromiss zusammenzuführen. Und Sie können es immer wieder tun. Wenn das keine guten Voraussetzungen sind, dann wissen wir auch nicht.
Produkt im Fokus
Geschmiedeter Werkzeugkopf: stark beim Jäten, Lockern, Belüften · Schmal, lang und spitz: Wildkrautwurzeln restlos entfernen · Kraftvoll zupacken: Handgriff aus Eschenholz



