„Diese Decke ist eine Lebensnotwendigkeit. Sie schützt mich und meine Nerven. Man könnte sie beinahe für Nerventabletten aus Wollstoff halten. Ohne meine geliebte Schmusedecke bin ich ein Garnichts. Ein Dampfschiff ohne Dampf.“ Und so ist Linus von den „Peanuts“ nie ohne seine schützende Decke zu sehen, sie ist sein ständiger Begleiter: Sie dient ihm als Sprungtuch, Peitsche und Papierflieger, er nutzt sie als Waffe, um damit Fliegen zu vertreiben oder böse Jungs abzuwehren. Nun, so wichtig wie für Linus ist mir meine Wolldecke nicht. Im Gegenteil, eigentlich kam ich ganz gut ohne eine spezielle Decke durchs Leben – bis ich die Lammwolldecke Bauhausstil in Orange sah.
Nun müssen Sie wissen, dass ich 1. die Heimtextilien betexte (und unser Deckensortiment daher bestens kenne), ich mich 2. beim Schreiben gern und oft selbst von den Produkten überzeuge, über die ich schreibe, und demnach 3. meine beste Kundin bin. Das bedeutet in der Praxis: Bis zu jenem Zeitpunkt besaß ich nicht nur eine Sofadecke, sondern bereits drei – eine Baumwolldecke für den Sommer, eine dickere Schurwolldecke für den Winter und eine sehr leichte, weiche und dünne Wolldecke für die Übergangszeit. Eigentlich genug, sollte man meinen, oder?
Doch dann kam die besagte (und hier in Folge besungene) Lammwolldecke und eroberte mit ihrer neuen und überaus auffälligen Farbkombination mein Herz im Sturm. Was mich überraschte, denn eine Schwäche für Orange hatte ich bisher nicht gezeigt. Und obwohl ich nicht noch eine Decke brauchte und mir die Bauhausdecke eigentlich eine Spur zu dick und zu steif war, erlag ich ihr und kaufte sie. Wusste ich doch, gewissermaßen aus eigener Feder, dass die feine norwegische Wolle, aus der sie gewebt ist, mit der Zeit weicher wird – eine Eigenschaft, die zwar auf die meisten Schurwolldecken, hier jedoch im Besonderen zutrifft. Sie ist darauf zurückzuführen, dass der norwegische Hersteller Røros Tweed ausschließlich Wolle von regionalen Schäfereien verwendet. Die Schafe leben dort im Freien und sind ganzjährig dem rauen Klima Norwegens ausgesetzt. Klingt unwirtlich? Ist es auch. Aber für die Tiere kein Problem: Ihr Fell hat sich im Laufe der Jahrtausende an die harten Lebensbedingungen angepasst, es ist dicht und die Wollfasern sind fein und sehr elastisch. Das lässt sich sogar ganz einfach testen, indem man die Rohwolle mit den Händen zusammendrückt und dann loslässt – die Wolle springt wieder auf und erlangt schnell das ursprüngliche Volumen zurück. Dank dieser Elastizität sind die Decken von Røros so voluminös und sie sollen es wohl auch lange bleiben. Ich bin gespannt, nach drei Jahren sieht es jedenfalls ganz gut aus.
Was ich aber jetzt schon sagen kann: Die Decke wird mit dem Gebrauch tatsächlich noch weicher! Bei jedem Auseinanderbreiten, Einkuscheln und Wiederzusammenfalten werden die Fasern bewegt, gebogen und dadurch geschmeidiger, sodass die anfängliche Steifigkeit abnimmt.
Dabei ist Lammwolle ohnehin weich. Das liegt zum einen an der Faserfeinheit, die bei der Wolle von Jungtieren viel höher ist als bei adulten Schafen. Ihre Fasern sind daher schmiegsamer und werden als weniger kratzig empfunden. Zum anderen stammt die Wolle aus der ersten Schur der Lämmer. Die Wollfasern verfügen dann noch über ihre zarte, fein zulaufende Spitze. Deswegen ist diese Wolldecke wirklich richtig weich. (Sie erinnern sich? Ich sitze an der Quelle und habe den Vergleich.) Sie ist so weich, dass ich sie sogar im Sommer auf der bloßen Haut angenehm finde.
Apropos Sommer: Unser Ansprechpartner bei Røros Tweed erzählte, dass er im Sommer in der Hängematte immer unter einer Lammwolldecke liege und diese als Hitzeschutz verwende. Wolle wirkt durch ihre vielen kleinen Lufteinschlüsse zwischen den Fasern isolierend – die Wärme bleibt draußen, so wie im Winter die Kälte außen vor bleibt. Vorstellen konnte ich mir das zwar, denn Schurwolle ist bekannt für ihre temperaturregulierenden Eigenschaften, dennoch mochte ich dem Røros-Mitarbeiter nicht so recht glauben. Ich trage oft und gern Schurwollpullis, aber im Sommer greife ich dann doch lieber zu Leinen und Baumwolle. Andererseits: Meine T-Shirts und Hemden aus Merinowolle sind auch im Sommer äußerst komfortabel. Nun, Probe aufs Exempel – und nach einem Selbsttest kann ich bestätigen: Es stimmt! Bei über 30 °C ist mir zwar eigentlich alles an der Haut zu viel, aber tatsächlich wird es unter der Decke nicht zu warm.
Der Røros-Mitarbeiter wusste auch zu berichten, dass sich viele Norweger*innen in kalten Nächten direkt auf eine Wolldecke legen, ohne Laken darüber, statt sie als zweite Bettdecke zu verwenden. Das muss ich als „Frierhippe“ im Winter unbedingt ausprobieren. Auch dieser wärmende Effekt lässt sich auf die isolierende Eigenschaft der Wolle zurückführen. Und dass man trotzdem nicht im eigenen Saft schmort, liegt wiederum an der Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulation. Schurwolle nimmt Feuchtigkeit auf und kann sie gut ableiten, weshalb mittlerweile gern Merinowolle für Sportbekleidung verwendet wird. Die Struktur der Wollfasern bringt hierfür noch einen weiteren Vorteil mit: Aufgrund der schuppenartigen Oberfläche können Schmutz und Bakterien nur schwer daran haften – darin gründet der vielbesagte Selbstreinigungseffekt von Schurwolle. Den Beweis hierfür hat eine Freundin angetreten, die ihren Kaffee auf meine Couch (mit hellgrauem Schurwollbezug) und meine schöne Lammwolldecke verschüttet hat. Der Schreck war groß, wusste sie doch, dass mir beides „heilig“ ist. Also hatte sie rasch, so gut es eben ging, die Flecken weggetupft, jedoch nicht alle erwischt. Und, oh Wunder, nach ein paar Monaten sind die restlichen Flecken kaum noch zu sehen, und das, obwohl ich die Decke noch nicht gewaschen habe.
Es kommt selten vor, dass ich mich in meinen Lobgesang hineinsteigere – bei dieser Decke kann ich jedoch kaum aufhören. Klar, dass meine anderen Decken nur noch selten eine Chance auf ihren Einsatz haben. Die Baumwolldecke wartet seit drei Sommern vergeblich, die Übergangsdecke wärmt höchstens einmal meinen Besuch, und die andere Winterdecke habe ich längst verschenkt. Die Lammwolldecke Bauhausstil mag zwar keine „Lebensnotwendigkeit“ sein, aber sie ist die beste Gesellschaft auf dem Sofa, im Winter wie im Sommer, und hätte ich eine Hängematte, wäre sie es ganz bestimmt auch dort. Mit ihr ist es doch viel gemütlicher und dank der grandiosen Farbkombination auch viel fröhlicher. Mittlerweile sogar doppelt fröhlich, denn eine liebe Freundin, die mein Loblied schon mehrfach über sich ergehen lassen musste, hat mir den passenden Kissenbezug geschenkt. In Orange versteht sich. Denn seit die Lammwolldecke bei mir eingezogen ist, zieht mich die Farbe magisch an. Ist das nicht zauberhaft?
Produkt im Fokus
Voluminös, wärmend, weich: feine, norwegische Lammwolle · Angenehm weicher Griff dank doppelter Rauung · Aus der norwegischen Traditionsweberei Røros Tweed
Voluminöser Kissenbezug aus weicher, norwegischer Lammwolle · Angenehm weicher Griff dank doppelter Rauung · Von kraftvoll bis pastell: lebendige Farbpalette





