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Produkt im Fokus

Ein Mann, ein Schuh. Der Arbeitsstiefel Juchtenleder

🕑 3:24 Min. | Von Markus Althaus | Zum Produkt

Am Anfang von allem steht die Großvenediger-Wandernadel in Gold. Meine Mutter erzählt noch heute gern, wie ich als Elfjähriger meine Eltern im Österreichurlaub von Alpe zu Alpe gehetzt habe, um die Hüttenstempel für das von mir begehrte Abzeichen zu erwandern. Bei solch einem Vorhaben gutes Schuhwerk zu tragen, hatte ich schon damals verinnerlicht. Seitdem sind etliche Jahre ins Land und einige Wanderschuhe durch mein Leben gegangen. Doch irgendwann rückte der Bertl Arbeitsstiefel in mein Bewusstsein.

Dieses Monument von einem Schuh hat es mir sofort angetan: geformt nach einem Vorbild aus den 1920er Jahren und gefertigt aus echtem Gallusser Juchtenleder aus der Haut von Schweizer Bergkühen. Rund drei Millimeter ist es stark, außerordentlich reißfest, absolut unempfindlich, mit Fett und Wachs versiegelt und nahezu wasserdicht. Passend dazu ist der Schuh „zwiegenäht“, eine Machart, die vor rund 200 Jahren für Arbeitsschuhe von Bergbauern und Waldarbeitern entwickelt wurde – beste Referenzen in Sachen Robustheit also.

Gut Ding will Weile haben

Und dann hatte ich ihn am Fuß, vor mir die weite Welt. Mein erster Eindruck: Der Schuh sitzt gut. Kein Wunder, denn er gibt dem Fuß und dem Knöchel Halt und bietet durch die asymmetrische, haferlförmige Form auch den Zehen Platz. Die Frage, die sich mir nach den ersten Kilometern aufdrängte, war allerdings eine andere: Bin ich robust genug für den Schuh? Das Leder ist ohne jeden Zweifel unverwüstlich. Aber werden der Schuh und meine Füße jemals zueinander finden?
Um es deutlich zu sagen: Dieser Schuh will eingetragen werden! Was seine Zeit braucht. Und mehr als einmal fragte ich mich dabei: Wer gibt zuerst nach, der Schuh oder ich? Um es kurz zu machen: Am Ende habe ich gewonnen. Meine Geduld hat sich gelohnt – und auch manch pedale Pein der Anfangstage. Denn rückblickend kann ich sagen: Der Bertl Arbeitsstiefel und ich sind buchstäblich zusammengewachsen. Wenn ich ihn heute anziehe, ein paar Meter gegangen bin und das Leder warm geworden ist, sitzt er wie angegossen und ich spüre ihn kaum.

Landauf, landab: Berg und Tal

Seit mehr als zehn Jahren begleitet mich der Bertl Arbeitsstiefel auf vielen Wegen, und so manchen Gipfel habe ich mit ihm erklommen: vom Manninga-Berg (11 m ü. NHN) im ostfriesischen Schlosspark Lütetsburg und dem Pinneberg (61,3 m ü. NHN), der höchsten Erhebung der Insel Helgoland, bis zum Lusen (1.373 m ü. NHN, Bayerischer Wald), dem Wank (1.780 m ü. NHN, Estergebirge) und dem Hochgrat (1.834 m ü. NHN, Allgäuer Alpen). Meist bin ich indes auf den Höhenlagen dazwischen unterwegs: auf den Wanderwegen des Sauerlandes, auf dem Rotweinwanderweg im Ahrtal, im Weserbergland und in der Rhön.

Auf die kommenden Jahre

Urbequem ist der Bertl Arbeitsstiefel seit Jahren. Und Reparaturen sind praktisch nicht nötig. Nicht zuletzt, weil das Juchtenleder mit der rauen, offenporigen Fleischseite nach außen zeigt und die glatte Hautseite innen liegt. So braucht der Schuh kein Futter, das eine Schwachstelle wäre. In Kürze werde ich ihn wieder einmal neu besohlen lassen, ein neues Paar Schnürsenkel ist auch fällig. Beim Kraftfahrzeug würde ich von Verschleißteilen sprechen – von Kleinigkeiten also. Mittlerweile glaube ich fast, dass mich der Schuh überleben wird. Auf jeden Fall werde ich ihn noch lange mit Vergnügen tragen – ebenso wie die Großvenediger-Wandernadel in Gold.

Produkt im Fokus

Natürliche Passform: durch asymmetrische Leisten · Haferlförmig: bietet den Zehen Platz · Nahezu unverwüstlich: 2,5 bis 3 mm starkes Leder

399,00 €