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Selbst ist der Mann. Die klassische Rasur mit Rasiermesser und Rasierhobel.

Bart oder nicht Bart, das ist die entscheidende Frage. Und so lautet sie bereits, seit der Mann begann, sich mit rudimentären Mitteln wie Feuerstein, Muschelschalen oder Haifischzähnen seines Barthaars zu entledigen, genauer: es abzuschaben. Mal war der Bart gefragt, mal verpönt und immer waren Bart oder Bartlosigkeit auch ein Zeichen sozialer Zugehörigkeiten – selbst heute noch. Es bedarf dabei keiner ausgeprägten Beobachtungsgabe, um das in den letzten Jahren exponentiell gestiegene Wachstum der Bärte wahrzunehmen. Wer jedoch daraus schließt, dass die Pflege selbiger dadurch abgenommen hätte, ist auf dem Holzweg. Gerade klassische Rasurmethoden wie jene mit Rasierhobel oder gar mit dem Rasiermesser sind aufgrund ihrer Gründlichkeit (nicht nur) im Bereich der Konturen wieder auf dem Vormarsch. Jeder Mann, von glattrasiert bis Vollbartträger, profitiert mit etwas Übung davon, eine solch scharfe Klinge zu führen.

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Die Messerrasur. Weniger ist mehr.

Die Nassrasur mit dem Rasiermesser ist mit Sicherheit die ursprünglichste und reduzierteste aller Rasurmethoden. Allein dadurch ist sie weder besser noch schlechter, sie ist nur anders, definitiv herausfordernder, aber durch ihre Unmittelbarkeit auch die gründlichste. Ein weiterer Grund, der für das Rasiermesser spricht: Zwar ist die Anschaffung nicht günstig, da aber keinerlei Abfälle entstehen und ein Rasiermesser den Besitzer über viele Jahre, wenn nicht gar ein Leben lang begleiten kann, ist es auf lange Sicht die nachhaltigste und günstigste Variante.

Um die Messerrasur zu erlernen, können Sie entweder eines der regelmäßig in unseren Warenhäusern stattfindenden Rasurseminare besuchen oder aber Sie konsultieren das Internet, das mit zahlreichen Anleitungen und hilfreichen Videos aufzuwarten weiß. An dieser Stelle nur ein paar erste Hilfestellungen:

  • Um das Rasiermesser in die richtige Position zu bringen, klappen Sie es auf und bewegen die Klinge anschließend um knapp 270° von der Schale weg. Zwischen der breiten Klinge und dem Gelenk liegt der etwas schmaler ausfallende Erl, dessen Oberseite in den Messerrücken übergeht. Das Ende des Klingenschafts hingegen, das auf der anderen Seite des Gelenks aus der Schale herausschaut, nennt sich Angel.
  • Mit wie vielen Fingern Sie das Rasiermesser halten, ist Geschmackssache. Die Grundhaltung jedoch sieht vor, dass der Daumen die Unterseite und der Zeigefinger die Oberseite des Erls greift, während der Mittelfinger auf der Oberseite der Angel ruht. Diese Variante bietet die größtmögliche Flexibilität. Wer sein Rasiermesser dagegen lieber fester im Griff hat, kann ausgehend vom Zeigefinger einen oder auch zwei zusätzliche Finger auf den Erl wandern lassen. Die Angel wird dann entsprechend von Ringfinger und/oder kleinem Finger gehalten.
  • Unabhängig von der Rasurmethode beträgt der optimale Winkel zwischen Klinge und Haut 30°. Ein flacherer Winkel neigt dazu, die Haare eher zu rupfen als zu schneiden, ein steilerer Winkel steigert das Risiko, sich zu schneiden.
  • Vor jedem Rasurschritt ist es unerlässlich, die Haut mit der freien Hand zu spannen. Dadurch sinkt einerseits das Verletzungsrisiko und andererseits treten die Barthaare weiter aus dem Haarkanal heraus, was zu einem glatteren Ergebnis führt.
  • Achten Sie darauf, aus dem Handgelenk heraus in ruhigen, langen Zügen und mit wenig Druck über die Haut zu schaben. Das Messer wird dabei stets so bewegt, dass die Klinge im 90°-Winkel zur Schneiderichtung steht.
  • Die ersten Züge sollten mit dem Strich (das heißt: in Wuchsrichtung) ausgeführt werden, ein zweiter Durchgang quer zum Strich und der letzte Feinschliff geschieht mit der Rasur gegen den Strich. Bei empfindlicher Haut kann auch auf den letzten Schritt verzichtet werden oder aber Sie überspringen den zweiten Schritt.
  • Spülen Sie nach jedem Zug die Schaumreste von der Klinge oder streifen Sie das Rasiermesser auf einem frischen Schwamm oder Handtuch ab. So haben Sie die zu rasierende Hautpartie und die Bartkonturen jederzeit gut im Blick.

Damit alles glatt läuft. Die Pflege des Rasiermessers.

Damit Sie lange Freude an Ihrem Rasiermesser haben, gilt es einige Punkte in Bezug auf die Pflege zu beachten – denn Messer aus Kohlenstoffstahl sind zwar ausgesprochen hart, können daher besonders scharf zugerichtet werden und bleiben auch lange scharf, sind aber nicht rostbeständig. Daher gilt:

  • Nach jeder Rasur muss das Rasiermesser vorsichtig gereinigt werden. Spülen Sie es mit klarem Wasser gründlich ab, sodass keinerlei Haare und Schaumreste mehr vorhanden sind, und tupfen Sie die Klinge anschließend sorgsam trocken. Auf keinen Fall sollten Sie entlang der Schneide reiben – dadurch kann der empfindliche und durch die Rasur angegriffene Grat der Klinge Schaden nehmen.
  • Lagern Sie Ihr Rasiermesser immer gut getrocknet an der Luft. Sollte in Ihrem Bad eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrschen, ist es vorzuziehen, das Messer in einem anderen Raum aufzubewahren.
  • Wenn Sie Ihr Rasiermesser länger als eine Woche nicht benutzen, reiben Sie es mit einem schützenden Öl ein, um Wasser von der Klinge fernzuhalten. Vor dieser Behandlung muss das Messer allerdings vollständig getrocknet sein – bereits geringe Mengen Feuchtigkeit führen, wenn sie unter dem Öl eingeschlossen werden, zu Flecken und Rostbildung.
Um die Schärfe des Messers möglichst lange zu erhalten, sollte die Klinge darüber hinaus vor jeder Rasur abgeledert werden, denn der feine Grat der Schneide wird mit jeder Benutzung durch die mitunter recht harten Bartstoppeln leicht verbogen:

  • Es ist wichtig, das Rasiermesser vor jedem Abledern mindestens 24 Stunden ruhen zu lassen, damit die entstandenen Unebenheiten sich zunächst selbstständig ein wenig aufrichten können. Andernfalls besteht die Gefahr, der Klinge dauerhaft Schaden zuzufügen. Rasieren Sie sich häufiger als einmal täglich, ist es daher ratsam, sich ein zweites Rasiermesser anzuschaffen, um jeweils für ausreichend Ruhephasen zu sorgen.
  • Beim Abledern mit einem Hängeriemen sollte dieser stets gut gespannt sein, sonst kann die Klinge verrunden, was die Gleichmäßigkeit ihres Schnitts reduziert.
  • Die richtige Haltung des Messers beim Abledern ist schnell erlernt. Zwei Dinge gilt es dabei zu beachten: 1) Der Winkel zwischen Messer und Hängeriemen sollte stets äußerst flach sein und 2) der Richtungswechsel findet immer über den Messerrücken statt. Legen Sie das Messer so auf den Riemen auf, dass Klinge und Rücken Kontakt zum Leder haben. Ziehen Sie es nun mit geringem Druck in Richtung des Messerrückens den gesamten Riemen hinauf, drehen es über den Rücken auf die andere Seite und ziehen es wieder herab. Zehn bis 15 Wiederholungen reichen aus, um dem Messer seine Schärfe zurückzugeben.
  • Wenn das Rasiermesser irgendwann trotz Abledern eher rupft statt zu schneiden, ist es Zeit, das Messer professionell schleifen zu lassen.

Der Rasierhobel. Auf der sicheren Seite.

Für viele mag das Wort Rasierhobel erst einmal sperrig klingen, assoziiert man mit Blick in die Holzwerkstatt doch eine eher unsanfte und grobe Behandlung. Tatsächlich aber ist ein Hobel ein äußerst effektives Werkzeug und den „Spänen“, die im Falle des Rasierhobels in Form von Barthaaren fallen, ist am Ende auch genau dieses Schicksal zugedacht. Sorgen um die empfindliche Gesichtshaut sind bei richtiger Benutzung dagegen überflüssig, denn die Konstruktion des Gerätes – egal ob Rasierhobel oder Holzhobel – ist dafür gemacht, nur das zu entfernen, was entfernt werden soll. Nicht umsonst heißt der Rasierhobel daher auch Sicherheitsrasierer. Für alle, die den Einsatz des Rasiermessers (fürs Erste) scheuen, ist ein Rasierhobel daher vielleicht die bessere Wahl.

Im Prinzip ist ein Rasierhobel nichts anderes als die Urform des mechanischen Rasierapparates. Im Gegensatz zu modernen Systemrasierern arbeitet er jedoch mit klassisch-doppelseitigen Rasierklingen, die in den Kopf des Rasierhobels eingespannt werden. Da diese Rasierklingen regelmäßig gewechselt werden müssen, fallen beim Rasierhobel im Gegensatz zum Rasiermesser Abfallprodukte an, was ihn dauerhaft etwas kostenintensiver macht. Im Vergleich mit Systemklingen fallen aber sowohl die Kosten niedriger als auch die Verschleißprodukte umweltfreundlicher aus, denn klassische Rasierklingen sind vollständig aus Metall gefertigt und benötigen keine Kunststoffe. Gute Rasierklingen sind zudem deutlich schärfer als Systemklingen und lassen sich prinzipiell sogar nachschärfen.

Scharf beobachtet. Die Unterschiede von Rasierhobeln mit offenem und geschlossenem Kamm.

Ob ein guter Rasierhobel gründlicher rasiert als ein guter Systemrasierer oder ob es zwischen diesen beiden Varianten keinen großen Unterschied gibt, daran scheiden sich die Geister. Betrachtet man die beiden wesentlichen Einsatzgebiete getrennt, lässt sich die Frage einfacher beantworten. Die erste Kompetenz betrifft die Sauberkeit der Konturen bei einer Teilrasur: Dadurch, dass der Klingenansatz bei einem Rasierhobel klarer erkennbar ist als bei einem Systemrasierer, eignet er sich deutlich besser, um präzise zu arbeiten. Wie glatt sich die Haut nach der Rasur anfühlt, hängt dagegen wesentlich davon ab, welcher Typ Rasierhobel zum Einsatz kommt: einer mit geschlossenem oder einer mit offenem Kamm. Als weitere Variante werden Rasierhobel mit schräg zum Griff stehender Klinge angeboten, was ebenfalls einen Einfluss auf die Gründlichkeit des Ergebnisses hat. Folgende Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Modelle:

  • Für Ungeübte im Umgang mit einem Rasierhobel und Männer mit sensiblerer Haut ist ein Rasierhobel mit geschlossenem Kamm zu empfehlen. In diesem Fall ist die Kante, die mit der Haut in Berührung kommt, glatt, wodurch die Haut weniger gereizt wird. Zudem ist die Gefahr, sich bei falscher Handhabung zu schneiden, durch einen im Vergleich schmaleren Klingenspalt geringer als beim offenen Kamm. Diese Variante ist durch ihre Mittelbarkeit am ehesten mit einem Systemrasierer zu vergleichen.
  • Der offene Kamm hingegen hat deutlich sichtbare Zähne – die Kante, die mit der Haut in Berührung kommt, ist also gezackt. Der Abstand zwischen Klinge und Kamm bietet hier einen größeren Spielraum, was hilfreich ist, um dichtes, längeres und drahtigeres Barthaar besser zu erfassen. Wer sich nicht täglich rasiert, ist mit diesem Modell besser beraten. Allerdings: Der Kontakt mit der Haut ist durch die offene Verzahnung auch direkter, was zu einem potenziell höheren Verletzungsrisiko führt. Bei einem Rasierhobel mit offenem Kamm ist es noch wichtiger, den richtigen Winkel, der genau wie bei der Messerrasur 30° beträgt, immer einzuhalten. Dafür belohnt er mit einer noch gründlicheren Rasur.
  • Schließlich bleibt mit dem Schrägschnitt-Rasierhobel die aggressivste der drei Varianten, deren Ergebnis der Messerrasur am nächsten kommt, deren Anwendung aber auch das größte Können erfordert. Im Gegensatz zu einem klassisch geformten, offenen oder geschlossenen Kamm sitzt die Rasierklinge hier leicht schräg im Kopf des Rasierhobels, im Falle eines Torsionshobels steht sie zusätzlich durch eine leichte Verdrehung unter Spannung. Das Ergebnis: Mit einem äquivalent zu den anderen beiden Modellen ausgeführten Zug erfasst man das Haar hier in einem besseren Winkel, es wird nicht nur gekappt, sondern durch die schräge Bewegung wirklich geschnitten, was das Ergebnis noch einmal verbessert. Vor allem besonders starkes und auch krauses Barthaar soll damit effektiver entfernt werden.
Vermutlich kommen Sie nicht umher, sich ein eigenes Urteil zu bilden, sich sogar möglicherweise Schritt für Schritt von einer Variante zu anderen vorzutasten, um langsam, aber sicher ein Gefühl für diese Art der Rasur zu bekommen und um herauszufinden, mit welcher Sie zu den besten Ergebnissen gelangen. Unabhängig vom Modell gilt: Nach jedem Zug sollten Sie Schaum- und Haarreste ausspülen, da diese ansonsten den Rasierkopf zusetzen. Die Rasur sollte genau wie beim Rasiermesser ohne Druck stattfinden, auch dann, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Schärfe der Klinge nachlässt. Stattdessen sollten Sie, spätestens wenn es anfängt zu ziepen, die Klinge wechseln – was durchschnittlich alle acht bis zehn Rasuren der Fall ist.

Ein schöner Zug. Die Entscheidung für Rasierhobel oder Rasiermesser.

Egal für welche Rasurmethode Sie sich entscheiden, für die Messerrasur oder für die Rasur mit dem Rasierhobel – beide sind nicht nur ausgesprochen gründlich, sie haben zudem einen fast meditativen Charakter und hohen ästhetischen Reiz. Nicht ohne Grund spielt die klassische Nassrasur in vielen Filmen eine wichtige Rolle, in alten wie in neuen. Zuletzt soll der Auftritt eines Rasiermessers im James-Bond-Film „Skyfall“ die Verkaufszahlen in diesem Bereich deutlich angekurbelt haben. Nicht dass wir die ursprüngliche Schönheit der Messerrasur als wesentliches Argument für diese Methode anführen wollten, aber sie ist unbestritten ein attraktiver Nebeneffekt.

Und für alle, die trotz aller im Vorfeld aufgeführten Argumente einen Systemrasierer bevorzugen – schließlich sind alle Männer verschieden und damit auch ihre Ansprüche an die Rasur –, bieten wir ein Modell aus Edelstahl an, das auch diese Variante der Nassrasur zu einem stilvollen Vergnügen macht. Zumindest vorausgesetzt, dass ihm ein guter Rasierpinsel und eine wohltuende Rasierseife zur Seite stehen. Denn erst gemeinsam brillieren diese Rasurutensilien in der Kunst, Ihnen richtig um den Bart zu gehen.

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