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Rund um die Uhren

„O weh, o weh! Ich werde zu spät kommen!“, ruft das weiße Kaninchen mit Blick auf seine Taschenuhr, rennt an Alice vorbei, ab in ein Loch unter einer Hecke, geradewegs auf dem Weg ins Wunderland. Schon 1865, als der Kinderbuchklassiker von Lewis Caroll das erste Mal erschien, waren Uhren das technikgewordene Sinnbild für alle jene Erscheinungen, die im Zusammenhang mit der Zeit auf die Stimmung drücken können: Zeitnot, Zeitdruck und das erforderliche Zeitmanagement, um die Zeit im Griff behalten zu können. Das gilt auch heute noch, da der Begriff „Entschleunigung“ in aller Munde ist, geboren aus dem Gefühl, die Welt drehe sich immer schneller. „Alle haben Uhren, aber niemand hat Zeit“, heißt es. Und vermutlich werden unsere Modelle auch nichts an diesem Umstand ändern. Aber vielleicht helfen sie dabei, die allgegenwärtigen Taktgeber des Alltags wieder in ein besseres Licht zu rücken. Schließlich gibt es im Bereich der Technik kaum etwas von größerer Schönheit als eine gute, mechanische Uhr – eine Uhr, die nicht nur durch äußere, sondern vor allem auch durch innere Werte zu bestechen weiß. Da greift schließlich noch ein Rädchen ins andere …

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Die Zeiten ändern sich. Uhren als Triebfeder des Fortschritts.

Aus heutiger Sicht erscheint es fast paradiesisch: Die Zeiten, in denen der Mensch noch ohne jegliche Zeitmessung auskam – getrieben einzig vom Lauf der Jahreszeiten und dem Stand von Sonne und Mond. Zugegeben, vieles andere war damals überhaupt nicht paradiesisch, aber man ist ja geneigt, solche Details wie Licht, Strom und feste Behausungen unter den Tisch fallen zu lassen, wenn man sich gerade der illusorischen Vorstellung hingibt, einen Alltag ohne Uhren bestreiten zu können. Zu behaupten, dass das eine ohne das andere nicht möglich gewesen wäre, schießt zwar am Ziel vorbei, aber tatsächlich weisen die Geschichte der Zeitmessung und die Geschichte der Zivilisation erstaunliche Parallelen auf. Nicht umsonst bezeichnete der amerikanische Gelehrte Lewis Mumford die Uhr einst als Schlüsselerfindung der industriellen Gesellschaft. Kurz gesagt: Ohne Uhren stünden wir heute nicht da, wo wir es tun. Und die wenigsten wären vermutlich bereit, all die Errungenschaften der modernen Gesellschaft wieder aufzugeben.

Aber von vorne: Bis ins frühe Mittelalter kannten die meisten Menschen keine Uhren. Oder zumindest waren sie für ihren Alltag schlicht unerheblich, denn sie betrachteten das Leben mehr als ewigen Kreislauf, denn als fortschreitenden, linearen Prozess. Zwar waren Wasser- und Sonnenuhren schon seit vielen Tausenden Jahren bekannt und spätestens um das Jahr Null auch im gesamten Römischen Reich verbreitet – für den Alltag auf Feld und Hof waren Sonnenauf- und -untergang sowie jahreszeitliche Ereignisse, die Saat und Ernte beeinflussten, jedoch die einzig relevanten Maßgaben. Es gab zwar bereits den Begriff der Stunde, jedoch war diese im Winter kürzer und im Sommer länger, nämlich immer 1/12 des helllichten Tages.

Im 13. und 14. Jahrhundert schließlich begannen die Umwälzungen hin zu einem Zeitbegriff, wie wir ihn heute kennen, und vor allem hin zu einer mechanischen Zeitmessung. Das Mittelalter war die Blütezeit der Märkte, deren Anfang und Ende vom Glockenläuten der Stadttürme angekündigt wurden. Auch Gerichtszeiten, Öffnungszeiten der Stadttore oder Gebetszeiten der Klöster wurden auf diese Weise kundgetan und so machten die zunehmende Urbanisierung und Kommerzialisierung eine präzisere Zeitmessung als die bisher übliche fast zwingend erforderlich. Oder aber die Weiterentwicklungen im Bereich der Chronometrie förderten die gesellschaftliche Entwicklung in einem bisher ungekannten Maß. Vermutlich ist das eine Sache des Blickwinkels.

So oder so, die ersten mechanischen Uhren waren eine Revolution. Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Räderuhr im Jahr 1335 in Mailand – damals noch ohne Zeiger oder Markierungen, die Stunde wurde lediglich geläutet. Voraussetzung für diese Entwicklung war die Erfindung der Hemmung, die für eine regelmäßige Unterbrechung der Räderbewegungen (das „Hemmen“) und so für den (zunächst mehr oder weniger) gleichmäßigen Gang der Uhren sorgte. Erst nach und nach wurden zunächst die Stunden und zwei bis drei Jahrhunderte später dank etlicher Weiterentwicklungen und Neuentdeckungen auch die Minuten und Sekunden angezeigt. Nicht ganz unschuldig daran war Galileo Galilei, der 1583 die Pendelgesetze beschrieb und feststellte, dass ein Pendel für eine Schwingung immer die gleiche Zeit benötigt, unabhängig davon, wie weit es schwingt. Die auf diesem Prinzip beruhende Ankerhemmung konnte die Genauigkeit der Messinstrumente auf wenige Sekunden pro Tag reduzieren.

Die Zeit wurde damit nicht nur messbar, und das in immer kleineren Abschnitten, die Zeit wurde vor allem wahrnehmbar. Für das praktische und geistige Leben bedeutete das einen tiefgreifenden Wandel: Der bisher rhythmisch verlaufende Alltag, zwar mit Wiederholungen, aber eben durchaus auch mit Abweichungen, wurde nun vom Takt der Uhren bestimmt – mit den immer gleichen Abfolgen, und das ohne Toleranzen. Spätestens mit der Industrialisierung gewannen die Uhren und die objektive Zeit die Oberhand über die subjektive Zeitwahrnehmung. Die Arbeit in den Fabriken war streng durchgetaktet und mit Aufkommen der künstlichen Beleuchtung war auch der zwingende Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Tageslicht dahin. Die jungen Arbeiterbewegungen kämpften um „Normalarbeitstage“ und gegen Fabrikuhren und -glocken, die versinnbildlicht für die Herrschaft der Arbeitgeber über die Zeit und das Leben der Beschäftigten standen.

Dein Stündlein hat geschlagen. Das Aufkommen der Armbanduhren.

Lange Zeit waren Uhren vor allem eines: groß und stationär gebunden. Zwar gelang es dem Erfinder Peter Henlein aus Nürnberg bereits Anfang des 16. Jahrhunderts den knapp 75 Jahre zuvor entwickelten Federantrieb, der Uhren erstmals unabhängig von einem festen Ort machte, in eine Uhr in tragbarem Format zu verbauen – von dem heute bekannten Prinzip der Armbanduhren waren diese Modelle jedoch noch meilenweit entfernt.

Diese Dosenuhren, die in kleinen Beuteln transportiert wurden, entwickelten sich später zu Taschenuhren an der Kette oder am Band, wie sie auch heute noch bekannt sind – eine Mode, die vom 17. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert anhielt. Erste Uhren, die am Arm getragen wurden, kamen zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf, galten aber als weibisch und wurden von der männlichen Bevölkerungsschicht abgelehnt, die es weiter vorzog, dem Blick auf die Uhr einen eleganten Griff in die Westentasche vorauszuschicken. Es brauchte den Ersten Weltkrieg und die gestiegenen praktischen Anforderungen an die Zeitmessung in den Schützengräben und in den Cockpits der Armeepiloten, um Armbanduhren auch für den zivilen Gebrauch salonfähig zu machen.

Ticken Sie noch ganz richtig? Die Schönheit mechanischer Uhren.

Heute ist das Feld der Uhren ein weites. Es reicht von immer noch vorhandenen Großuhren über Standuhren, Wanduhren und Armbanduhren bis hin zu all den digitalen Auswüchsen der Zeitanzeige, die uns begleiten, egal wohin wir gehen. Eine mechanische Armbanduhr in der Tradition der Uhrmacherkunst, egal ob Automatikuhr oder mit Handaufzug, steht in diesem Kontext für lebendige Geschichte, so eine Uhr atmet, sie lebt und sie ist ein wunderschönes Schmuckstück – sowohl von innen als auch von außen –, das man auch als Mann bedenkenlos tragen kann.

Die Uhren im Manufactum Sortiment sind unter den mechanischen Uhren solche, die sehr gute Qualität zu einem angemessenen Preis bieten. Sie sind keine Statussymbole, sondern praktische Werkzeuge, bei denen alle hochwertigen Komponenten sich zu einem technisch ausgereiften Gesamtkunstwerk verbinden. Egal ob Fliegerchronograph, Ärzteuhr, Taucheruhr oder die vielen Alltagsmodelle – jede dieser Uhren, egal ob für Herren oder Damen, wird Sie allzeit verlässlich begleiten. Und dass sie dabei noch ausgesprochen gut aussehen, verbuchen wir unter der Kategorie attraktiver Bonusnutzen.

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