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Die Geister, die ich rief ... Craft Beer und Klosterland

Produktentwicklung als Netzwerkabenteuer – oder: Was passiert, wenn sich die Craft-Bier-Szene im Klosterland umschaut.

Es kommt immer darauf an. Im Falle der Geister, ob man Plagegeister ruft oder aber gute, hilfreiche. Von Letzteren wollen wir hier erzählen, von Ersteren schweigen, denn die kommen im Stoff unserer Geschichte zum Glück nicht vor. Zu den guten Geistern gehört zweifellos der Ge­nius Loci, das ist ein zauberhafter, imaginärer Repräsentant eines bestimmten Ortes, der uns erzählen kann, was ebendiesen Ort ausmacht und wie es im Laufe der Zeit dazu gekommen ist, dass wir uns dort besonders wohl und inspiriert fühlen. In unserer Geschichte fühlten wir uns durch die guten Geister alter Klöster zu einem Abenteuer animiert, das mit dem simplen Wunsch nach einem Bier begann und mit ­einer großen Schar hilfreicher Geister seinen glück­lichen Ausgang fand. Aber der Reihe nach …

Wir befinden uns im Klosterland. Das ist erst mal ein Verein, und diesem Verein gehören eine ganze Reihe von Klöstern an – die meisten liegen um die Oder herum oder im Nordosten Deutschlands, aber auch in Polen –, Klöstern, die schon lang nicht mehr als solche genutzt werden, in denen es also auch keine Ordensleute mehr gibt. Dennoch sind es keine toten Orte, sondern höchst lebendige Zeugen unserer Kultur, architektonisch bedeutend, auch prägend für ihre Region. Sie haben alle einen sehr starken Genius Loci. Die meisten dieser Klöster ziehen viele Besucher an, denn dort gibt es Museen, Ausstellungen, Konzerte und manch anderes. Und ebendiese Menschen möchten auch etwas mitnehmen, ein Souvenir, einen kleinen Funken des Ortsgenius sozusagen. Was lag da näher, als an durstige Kehlen zu denken? Hatten nicht schon die Mönche nach allen Regeln der Kunst gebraut? Heureka! Ja, ein Klosterbier sollte es sein, süffig, durstlöschend, rund … Doch woher dieses Bier nehmen? Einfach irgendwo ein Allerweltsbier mit ­einem schnörkelhaften Etikett bestellen und verkaufen? Da spürten wir den Widerstand sämtlicher guter Geister sehr deutlich, und uns hätte so ein Bier ganz entschie­den gelangweilt. Und die Gäste hätte es wahrscheinlich enttäuscht.

Nun denn, wie es im Märchen und auch in der Wirklichkeit meist so ist, ist in die Geschichte eine entscheidende Hürde eingebaut. In unserem Fall die, dass wir weder Brauerei noch Mönche haben, die uns das Bier brauen könnten. Als wir noch darüber nachdachten, was in diesem Fall zu tun sei, da überlagerten sich in unserer Vorstellung urplötzlich die Bilder der alten Mönche mit jenen bärtigen Protagonisten der Craft-Bier-Szene. Dort gibt es doch junge Experimentatoren, die das Einerlei von Bierrezepten und -geschmäcken satthaben und nahezu täglich neue Gebräue erfinden! Dieser Gedanke verfing, und alsbald überlegten wir, welche guten Geister uns in diese Szene einführen könnten. Natürlich! Die kundigen Redakteure einer Bierzeitschrift! Und die fanden wir in Neustadt an der Weinstraße bei Meiningers Craft – Magazin für Bierkultur. Gemeinsam dachten wir uns einen Wettbewerb aus. Craft-Brauer wurden im Journal aufgerufen, sich zu bewerben, unsere Klöster zu besuchen und sich vor Ort zu einem neuen Bier inspirieren zu lassen. Dabei sollte wieder der Genius Loci helfen mit Formen, Farben, Gerüchen und Geschichten.
Gesagt, getan. Im August 2016 machte Craft den Wettbewerb publik. Etwas zögerlich meldeten zunächst sich der eine und andere, aber dann kam Straßenbräu aus Berlin. Diese kleine Braugaststätte am Ostkreuz gibt es noch keine zwei Jahre, aber sie hat sich schon einen Namen in der Szene gemacht als experimentierfreudig und vor allem höchst genuss­tauglich. Craft-Leute machen ja mitunter die verrücktesten Kapriolen, doch am Ende muss das Bier einfach schmecken. Tatsächlich waren Timo Thoennißen, sein Braumeister Sebastian Pfister und ihr Team motiviert, sich der Aufgabe Klosterbier zu stellen. Sie bereisten nun im bitterkalten Winter einige Klöster, forschten dort nach dem Genius Loci, studierten alte Rezepte und Kräuterbücher und machten sich daran, sieben Biere zu kreieren. Inzwischen waren wir alle schon mittendrin in der Geschichte. Alle hatten wir Schwung aufgenommen, und weitere glückliche Zufälle kamen uns zu Hilfe. Da fragte nämlich plötzlich die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Person der Professorin Christina Bantle an, ob sie uns beim Wettbewerb unterstützen könne. Gerade eben hatte sie zusammen mit dem Braumeister Wilhelm Schoppmeier aus dem westfälischen Oelde einen Verein gegründet, dem historische Braugetreide und -malze am Herzen liegen. Eine neue Herausforderung zeichnete sich für unsere Brauer in Berlin ab: Historische „Spiegelgerste“ sollte in die Brauspezialitäten. Mithilfe von Herrn Schoppmeier kam das Malz in den Bottich, und das sollte tatsächlich den süffigen Geschmack der Biere entschie­den heben.

Einige Monate später: Der Tag des Wettbewerbs war gekommen. Die sieben Bierkandidaten standen bereit, die Gläser waren vorbereitet, die Gäste wurden im Kloster Lehnin im Havelland erwartet. Wir schrieben den 12. Mai 2017, einen der ersten wirklich warmen Tage hier bei uns. Ben­jamin Brouër, Redakteur von Craft, nahm eine hochkarätige Jury von 14 Gastronomen, Biersommeliers und Kulturtouristikern unter seine Fittiche. Ein Be­nediktinermönch war ebenso dabei wie eine Studentin der Eberswalder Hochschule. Nun waltete die Jury ihres Amtes. Punkt 14 Uhr waren sie heraus, die drei Biere, die nach dem Urteil der Jury in die Endausscheidung des Publikums gelangen sollten: Ein Amber Ale, ein Thai Wit und ein Dubbel. Nochmals wurde es spannend, als alle 50 Anwesenden munter und angeregt verkosteten und ihre Eindrücke auf bunten Karten niederschrieben. Welches Bier würde siegen? Zwei Stunden später leerten wir die Urnen und heraus kam: das exotisch-fruchtige, cremige Thai Wit, gebraut im belgischen Stil mit Gewürzen. Ihm dicht auf den Fersen das klassische Dubbel, ein starkes Getränk nach Trappisten-Art. Applaus für die Brauer brandete auf, wir wischten uns den Schweiß von der Stirn, glücklich, diesen großen Tag bestanden zu haben.
Und wirklich, wir wurden die guten Geister nicht mehr los, die an unserem Netzwerk knüpften. Bier und Kloster waren die Zauberworte, unter denen wir sie gerufen hatten. Sie lernten sich kennen, waren ­offen für ein neues Thema und sind mit Ernst, aber nicht mit Bierernst, sondern mit Spaß bei der Sache. So fanden wir auch die Namen, unter denen die neuen Brauspezialitäten bei Klosterland wie bei Manufactum angeboten werden: „Wanderer“ für das frische Thai Wit und „Wächter“ für das starke Dubbel. Unter www.klosterland.de/bier erfahren Sie mehr. Erdacht auf Klosterreisen, gebraut mit historischer Gerste, gemacht für durstige Kehlen, die etwas mehr wollen als nur irgendein Souvenir. Am Ende bekamen wir genau im richtigen Moment eine neue Grafik-Kollegin mit dem ganz speziellen Händchen für Etiketten, und in Berlin fanden wir die Künstlerin, die unser Abenteuer gezeichnet hat. Das wunderte uns schon kaum mehr. Solche Geschichten und Aktionen sind es, die wir Ihnen unter „Manufactum Labor“ berichten möchten. Sehen Sie selbst (links oben) – und probieren Sie mal!

Text: Martin Erdmann & Lara Buschmann
Illustration: Nadja Schütt

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