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Bogler Vase Lampion Felder

Bogler Vase Lampion Felder
Bogler Vase Lampion Felder
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Produktinformation

Artikelnummer 60605

Aus Westerwälder Feinsteinzeug, innen und außen glasiert, handbemalt.
Höhe 14,5 cm, Ø 20 cm. Gewicht 1,1 kg.

Allgemeine Informationen

Handgedreht, handbemalt.

Diese Lampionvasen werden aus weißem Westerwälder Feinsteinzeug handgedreht. Nach dem ersten Brand bei 900 °C werden sie von Hand bemalt mit dem "Laacher Blau", dann mit Transparentglasur bei 1.240 °C gebrannt. Die Vasen gehen auf Entwürfe des Künstlers, Keramikers und späteren Mönchs Theodor Bogler zurück. Als Unikate weisen sie leichte Unterschiede in der Bemalung auf, da diese ebenfalls von Hand in der Keramikwerkstatt in der Abtei Maria Laach erfolgt.

Theodor Bogler, das Bauhaus und Maria Laach.

Einen gradlinigen Lebenslauf hat der Künstler, Keramiker und spätere Mönch Theodor Bogler wohl nicht gehabt, dafür aber einen folgerichtigen. Er hatte offensichtlich die Gabe, zu erkennen, wann ein Abschnitt des Lebens unweigerlich zu Ende ging, und zu erspüren, wohin er seine weiteren Schritte lenken solle. Als er 1919 mit 22 Jahren zu den ersten Immatrikulanten des Bauhauses gehörte, da hatte er schon die Zeit des Ersten Weltkriegs als Offizier überstanden und hielt nun Ausschau nach einer Ausbildung als Architekt. Er hatte vor, diese in Weimar am noch jungen Bauhaus zu absolvieren. Walter Gropius mochte ihn anziehen, der Gründer des Bauhauses, doch Architektur ließ sich damals am Bauhaus noch gar nicht recht studieren. Enttäuscht ging er nach München und schrieb sich dort für Architektur ein, aber es dauerte nicht lang, da war er wieder in Weimar. Der Grundgedanke des Bauhauses, die Verbindung von künstlerischem und handwerklichem Arbeiten, hatte es ihm angetan. Und es entsprach offenbar einem Grundcharakterzug Theodor Boglers, dass er sich nun nicht nur von der ursprünglichen Idee eines Architekturstudiums völlig frei machte, sondern geradezu das ursprünglichste, erdigste Handwerk wählte: die Töpferei. Vorkenntnisse brachte er für dieses Handwerk nicht mit. Ihn qualifizierten seine Begeisterung für den Bauhausgedanken und sein Gestaltungswille.

Asketische Lehrzeit in Dornburg.

Die Töpferwerkstätten des Bauhauses in Dornburg an der Saale konnten es seinerzeit, was Kargheit und Dürftigkeit der äußeren Lebensumstände anging, sicherlich mit jedem Kloster aufnehmen. Wie es beim Bauhaus üblich war, machte Bogler nach drei Jahren die Gesellenprüfung. Im gleichen Jahr (1922) heiratete er. Formal standen die Produktionen dieser Bauhaus-Werkstatt damals zwischen Tradition und Avantgarde. Gropius hatte nun aber 1922 bereits den Gedanken weiterentwickelt, hin zu einer stärkeren Orientierung an der modernen industriellen Produktion. Bogler war dafür zugänglich, setzte sich auch damit auseinander und experimentierte mit Gussformen, die eine serielle Herstellung von ursprünglich handgearbeiteten Keramiken ermöglichen. Für ihn war das keine Abwertung der handwerklichen Arbeit an der Töpferscheibe, zumal die Herstellung der Gussformen eine Kunst für sich ist, die sehr viel Erfahrung voraussetzt. Wichtig war für ihn, dass man dem fertigen Stück den Herstellungsvorgang ansehen solle, also klar zwischen handwerklicher (auf der Scheibe gedrehter) und industrieller (formgegossener) Arbeit unterscheiden können müsse.

Schlicht und ehrlich. Aber voll feiner Sensationen und Leidenschaften.

Ein weiteres Mal sollte Bogler einen ganz neuen Impuls in sein Leben bringen, einen völlig neuen Schritt gehen. 1925 bereits verstarb seine Frau. Bogler fängt daraufhin radikal neu an: Schon zwei Jahre später finden wir ihn, nach seiner Konversion zur katholischen Kirche, als Novizen in der Benediktinerabtei Maria Laach. So wurde Theodor Bogler Mönch, studierte Theologie und wurde zum Priester geweiht. Seine vielseitige Begabung und sein aktiver Charakter ließen ihn in Maria Laach eine Fülle von Aufgaben vorfinden. Vor allem musste er das Kloster als Prior durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre führen. Doch die Töpferscheibe ließ er auch in Maria Laach, sogar nach seinem Theologiestudium, nicht ruhen. So war es nur folgerichtig, dass er von 1951 bis zu seinem Tod 1968 die Kunstwerkstätten des Klosters und den Verlag leitete und das Kunstschaffen im Kloster wesentlich bestimmte. "Schlicht und ehrlich, voll feiner Sensationen und Leidenschaften", so charakterisierte F. K. Fuchs die Werke Boglers, die in seiner klösterlichen Zeit entstanden sind.

Neubeginn im Jahr 2007.

Theodor Bogler ist eine unvergessene Laacher Mönchspersönlichkeit. Ein großer Bestand von Skizzen und Entwürfen, aber vor allem auch an Originalen aus seiner Hand gehört zum jüngsten geistigen Reichtum der über 900-jährigen Abtei Maria Laach in der Eifel. Im Jahr 2007 hat die Abtei die Keramikwerkstatt wiedereröffnet und man arbeitet mit exakt den Techniken, die schon Bogler am Bauhaus erprobt hatte: traditionell an der Scheibe und im Gussverfahren. Wir haben zusammen mit den Mitarbeitern der Werkstatt einige Originale Boglers ausgewählt und präsentieren sie als Replikate vom Ort ihres künstlerischen Ursprungs.

Formen und Techniken.

Die Vielfalt künstlerischer Formgestaltung, wie Theodor Bogler sie beherrschte, kann man an seinen Vasenentwürfen gut ablesen. Die Ananas-Vasen aus rotem Westerwälder Ton sind handgedreht, und ihr Dekor wird mit einer schwarzen Engobe, die nach einem ersten Brand aufgetragen wird, auf der Scheibe geritzt. Die weißen Lampionvasen sind ebenfalls handgedreht und erhalten ihre Bemalung von der Hand der Porzellanmalerin Andrea Lange, während die avantgardistischen Ei-Vasen gegossen und mit einer entsprechenden Glasur versehen werden.

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