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Bogler Vase Ei Rot

Bogler Vase Ei Rot
Bogler Vase Ei Rot
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Allgemeine Informationen

Gegossen, avantgardistisch.

Künstlerisch eigenständig und expressiv sind diese eiförmigen Vasen, deren Entstehungszeit nicht bestimmbar ist. Die Originale werden aber wohl aus den 1950er Jahren stammen. Sie werden aus Westerwälder Feinsteinzeug gegossen und anschließend mit Farbglasur (der Farbverlauf, insbesondere bei der blauen Vase, kann unterschiedlich ausfallen) gebrannt. Form und Farbgebung fordern heraus, minimalistisch mit wenigen Blumen oder Blättern ein kleines Stilleben zu gestalten.

Theodor Bogler, das Bauhaus und die Abtei Maria Laach.

Einen gradlinigen Lebenslauf hat der Künstler, Keramiker und spätere Mönch Theodor Bogler wohl nicht gehabt, dafür aber einen folgerichtigen. Er hatte offensichtlich die Gabe, zu erkennen, wann ein Abschnitt des Lebens unweigerlich zu Ende ging, und zu erspüren, wohin er seine weiteren Schritte lenken solle. Als er 1919 mit 22 Jahren zu den ersten Immatrikulanten des Bauhauses gehörte, da hatte er schon die Zeit des Ersten Weltkriegs als Offizier überstanden und hielt nun Ausschau nach einer Ausbildung als Architekt. Er hatte vor, diese in Weimar am noch jungen Bauhaus zu absolvieren. Walter Gropius mochte ihn anziehen, der Gründer des Bauhauses, doch Architektur ließ sich damals am Bauhaus noch gar nicht recht studieren. Enttäuscht ging er nach München und schrieb sich dort für Architektur ein, aber es dauerte nicht lang, da war er wieder in Weimar. Der Grundgedanke des Bauhauses, die Verbindung von künstlerischem und handwerklichem Arbeiten, hatte es ihm angetan. Und es entsprach offenbar einem Grundcharakterzug Theodor Boglers, dass er sich nun nicht nur von der ursprünglichen Idee eines Architekturstudiums völlig frei machte, sondern geradezu das ursprünglichste, erdigste Handwerk wählte: die Töpferei. Vorkenntnisse brachte er für dieses Handwerk nicht mit. Ihn qualifizierten seine Begeisterung für den Bauhausgedanken und sein Gestaltungswille.

Asketische Lehrzeit in Dornburg.

Die Töpferwerkstätten des Bauhauses in Dornburg an der Saale konnten es seinerzeit, was Kargheit und Dürftigkeit der äußeren Lebensumstände anging, sicherlich mit jedem Kloster aufnehmen. Wie es beim Bauhaus üblich war, machte Bogler nach drei Jahren die Gesellenprüfung. Im gleichen Jahr (1922) heiratete er. Formal standen die Produktionen dieser Bauhaus-Werkstatt damals zwischen Tradition und Avantgarde. Gropius hatte nun aber 1922 bereits den Gedanken weiterentwickelt, hin zu einer stärkeren Orientierung an der modernen industriellen Produktion. Bogler war dafür zugänglich, setzte sich auch damit auseinander und experimentierte mit Gussformen, die eine serielle Herstellung von ursprünglich handgearbeiteten Keramiken ermöglichen. Für ihn war das keine Abwertung der handwerklichen Arbeit an der Töpferscheibe, zumal die Herstellung der Gussformen eine Kunst für sich ist, die sehr viel Erfahrung voraussetzt. Wichtig war für ihn, dass man dem fertigen Stück den Herstellungsvorgang ansehen solle, also klar zwischen handwerklicher (auf der Scheibe gedrehter) und industrieller (formgegossener) Arbeit unterscheiden können müsse.

Schlicht und ehrlich. Aber voll feiner Sensationen und Leidenschaften.

Ein weiteres Mal sollte Bogler einen ganz neuen Impuls in sein Leben bringen, einen völlig neuen Schritt gehen. 1925 bereits verstarb seine Frau. Bogler fängt daraufhin radikal neu an: Schon zwei Jahre später finden wir ihn, nach seiner Konversion zur katholischen Kirche, als Novizen in der Benediktinerabtei Maria Laach. So wurde Theodor Bogler Mönch, studierte Theologie und wurde zum Priester geweiht. Seine vielseitige Begabung und sein aktiver Charakter ließen ihn in Maria Laach eine Fülle von Aufgaben vorfinden. Vor allem musste er das Kloster als Prior durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre führen. Doch die Töpferscheibe ließ er auch in Maria Laach, sogar nach seinem Theologiestudium, nicht ruhen. So war es nur folgerichtig, dass er von 1951 bis zu seinem Tod 1968 die Kunstwerkstätten des Klosters und den Verlag leitete und das Kunstschaffen im Kloster wesentlich bestimmte. "Schlicht und ehrlich, voll feiner Sensationen und Leidenschaften", so charakterisierte F. K. Fuchs die Werke Boglers, die in seiner klösterlichen Zeit entstanden sind.

Neubeginn vor sieben Jahren.

Theodor Bogler ist eine unvergessene Laacher Mönchspersönlichkeit. Ein großer Bestand von Skizzen und Entwürfen, aber vor allem auch an Originalen aus seiner Hand gehört zum jüngsten geistigen Reichtum der über 900jährigen Abtei Maria Laach in der Eifel. Vor sieben Jahren hat die Abtei die Keramikwerkstatt wiedereröffnet und man arbeitet mit exakt den Techniken, die schon Bogler am Bauhaus erprobt hatte: traditionell an der Scheibe und im Gussverfahren. Wir haben zusammen mit den Mitarbeitern der Werkstatt einige Originale Boglers ausgewählt und präsentieren sie als Replikate vom Ort ihres künstlerischen Ursprungs.

Formen und Techniken.

Die Vielfalt künstlerischer Formgestaltung, wie Theodor Bogler sie beherrschte, kann man an seinen Vasenentwürfen gut ablesen. Die Ananas-Vasen aus rotem Westerwälder Ton sind handgedreht, und ihr Dekor wird mit einer schwarzen Engobe, die nach einem ersten Brand aufgetragen wird, auf der Scheibe geritzt. Die weißen Lampionvasen sind ebenfalls handgedreht und erhalten ihre Bemalung von der Hand der Porzellanmalerin Andrea Lange, während die avantgardistischen Ei-Vasen gegossen und mit einer entsprechenden Glasur versehen werden.

Produktinformation

Artikelnummer 66669

Aus Westerwälder Feinsteinzeug gegossen, innen und außen glasiert. Ein Steckigel erleichtert das Arrangieren von Blumen.
Höhe 10,5 cm, Länge 14,5 cm, Breite 10,5 cm, Gewicht 440 g
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Kundenbewertungen

(1)
08.05.2019, Andrea L.

Ein wenig mehr Grösse

würde dem Gefäß gut tun. Als Solitär wirkt es in der Größe sehr verloren. Der eingeklebte Steckigel hat sich schon nach dem ersten Gebrauch gelöst.

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