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    Birds & Breakfast. Eine Veranstaltung von Manufactum

    Kann man auch im Zentrum einer Metropole wie Frankfurt am Main Vögel beobachten? Eine Exkursion mit dem Biologen Michael Schmolz hat gezeigt: Man kann, gut sogar.

    Samstagmorgen, 8 Uhr, im Manufactum Warenhaus am Opernplatz. Wo sich sonst nur Brötchenkäufer an der brot&butter-Theke tummeln, stehen heute rund 20 erwartungsfrohe Kundinnen und Kunden bereit. Die bunt gemischte Gruppe – salopp gesagt: von 8 bis 80 Jahren – ist gekommen, um am „Birds & Breakfast“ teilzunehmen – einem Gang durch die Grünanlagen rund um das ­Manufactum Warenhaus, auf dem die großstädtische Vogelwelt Frankfurts erkundet werden soll. Fachlich begleitet wird die Tour von Michael Schmolz, einem versierten Ornithologen und begeisterten Vogelbe­obachter. Der Biologe, der auch Geschäftsführer der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz ist, weiß, wovon er spricht, und kann dieses Wissen anschaulich und lebendig vermitteln. Mit von der Partie ist auch Manufactum Warenhausmitarbeiter Holger Schanz, der den „Svensson“, das Standardwerk der Feldbestimmungsbücher, als App auf dem iPad® dabeihat und so nicht nur die Vogel­arten aus der Nähe zeigen, sondern auch deren Gesänge abspielen und zugleich unterwegs eine Liste der gesehenen Arten anlegen kann.

    Nach einem kleinen Frühstück mit Kaffeespezia­litäten, Croissants und Hefeknoten von brot&butter sowie einigen einleitenden Worten geht es bei bestem Wetter los. Erste Station ist der Opernplatz direkt vor der Alten Oper. Verkehrslärm dominiert die Geräuschkulisse und doch sind bei genauem Hin­hören auch einzelne Singvögel, Haussperlinge etwa, zu ­hören. Zu sehen sind Straßentauben und Ringeltauben – eine Gelegenheit, die Michael Schmolz zu einem ersten Exkurs nutzt: Er berichtet davon, wie die Ringeltaube, vor einigen Jahrzehnten noch ein Waldvogel mit ausgeprägtem Zugverhalten, als ­Kulturfolger die urbanen Lebensräume erobert und sich dort zum ganzjährig anzutreffenden Standvogel entwickelt hat.

    Parks. Städtische Oasen.
    Weiter geht es und nur wenige hundert Meter entfernt in der Bockenheimer Anlage ist die Kulisse plötzlich eine ganz andere. Die Gruppe steht im Grünen, die Verkehrsgeräusche sind in den Hintergrund getreten und unterschiedliche Vogelgesänge erklingen. „Im Morgengrauen ist die Gesangsaktivität der Vögel noch viel stärker. Für den Laien ist es dann aber oft zu schwer, die einzelnen Arten herauszu­filtern“, erläutert Schmolz. Doch auch jetzt kann sich die Vogelwelt sehen respektive hören lassen: Hier singt ein Grauschnäpper aus einer Baumkrone, dort läuft ein Gartenbaumläufer an der Rinde eines Baumstamms hinauf und aus den Büschen und Bäumen rund um die Gruppe singen Mönchsgrasmücke, Amsel, Buchfink und Blaumeise. Kurz darauf melden sich Kohlmeise, Stieglitz und Kleiber.
    Schmolz würzt die Exkursion immer wieder mit unterhaltsamen Anekdoten, findet aber auch nachdenkliche Worte – etwa, dass die Kenntnis über die Natur, vor allem die Artenkenntnis, in der Bevölkerung rapide abnimmt. Was fatal ist, denn schließlich kann man nur schützen, was man auch kennt: „Die­jenigen, die das Wissen noch haben, müssen es weitergeben. Auch Exkursionen wie die heutige helfen dabei.“ Etliche der Vogelstimmen, die zu hören sind, imitiert Schmolz pfeifend und rufend auf täuschend echte Weise, wenn er sie der Gruppe erläutert. Zwischendurch greift er auch zum „Audubon Bird Call“, einem kleinen Vogellocker aus Birkenholz, in dem ein metallener Stöpsel hin- und hergedreht wird und dabei ein „Gezwitscher“ erzeugt, dass nicht den Gesang ­einer bestimmten Vogelart imitiert, dafür aber die Aufmerksamkeit unterschiedlicher Singvogelarten weckt.

    Der Parkteich der Bockenheimer Anlage wird von einem Nilganspaar mit drei Jungen dominiert, die ganz klar Herr im Hause sind. Dennoch gesellen sich kurze Zeit darauf noch zwei Kanadagänse hinzu und auch Stockenten und ein Teichhuhn lassen sich sehen. Hier spricht Schmolz über Neozoen, also Neubürger in der heimischen Vogelwelt, die der Mensch aus ­anderen Weltgegenden eingeführt hat – wie die ­Kanadagans, die seit den 1970er-Jahren Brutvogel in Deutschland ist, oder die Nilgans, die sich seit dieser Zeit, von den Niederlanden kommend, entlang des Rheins in ganz Mitteleuropa ausgebreitet hat. Aus dem nahen Gebüsch dringt der schmetternde Gesang des Zaunkönigs. Der kleine Vogel, der sehr aggressiv auf Nebenbuhler reagiert, lässt sich mit dem Abspielen seines Gesangs hervorlocken: Er setzt sich auf eine gut sichtbare Singwarte und verteidigt sein Revier vehement gegen den vermeintlichen Eindringling. Am Nebbienschen Gartenhaus, einem klassizistischen Pavillon, zeigt sich ein Rotkehlchen. Vor allem ist dort jedoch eine Blickachse auf die Antenne des gut 800 Meter entfernten Commerzbank Towers frei, die just in diesem Moment von einem Wanderfalken angeflogen wird.
    Von der Bockenheimer Anlage geht es zum nahe gelegenen Rothschildpark. Auf dem Weg dorthin ist noch einmal Raum für kritische Anmerkungen. So spricht Michael Schmolz über die massive Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft, die einen enormen Rückgang bei den insektenfressenden ­Vogelarten zur Folge hat. Oder über die gerade an ­einem Gebäude sichtbaren Netze zum Vergrämen von Straßentauben. „Die versperren natürlich auch anderen, an Gebäuden brütenden Vogelarten wie Haussperlingen oder Hausrotschwänzen den Weg zu möglichen Nistplätzen“, erläutert Schmolz.

    Im Rothschildpark spielt sich hoch über den Köpfen Interessantes ab. Es ist Vormittag und die Sonne hat bereits Thermik erzeugt. Mauersegler jagen in rasantem Flug nach Insekten und Greifvögel auf dem Zug kommen durch: in weiter Ferne ein bussardartiger Vogel, wahrscheinlich ein Wespenbussard, direkt über der Gruppe ein Rotmilan, der leicht am tief gegabelten rostroten Schwanz zu erkennen ist. Doch auch erdnah ist noch einiges los: Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Zilpzalp singen. Ein abschließender Blick auf das iPad® verrät es: 24 Vogelarten sind bei der kurzweiligen Tour zusammengekommen. Die Teilnehmer sind hochzufrieden, einige möchten im kommenden Jahr wieder dabei sein und manche wollen sogar schon bei der in wenigen Tagen folgenden frühabendlichen „Happy Bird Hour“ wieder auf die Pirsch gehen.

    Text: Markus Althaus, Fotos: Erik Hinz.

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