Der Markt für Wanduhren pendelt zwischen viel Quarz, Kitsch und Schrott auf der einen und ehrwürdigster mechanischer Hochpräzision auf der anderen Seite. Mit Uhren von Hermle wird die Mitte wieder besetzt, ohne jeden Abstrich an der mechanischen und gehäusebaulichen Qualität – und vollständig „made in Schwaben“.
Wir haben Ihnen in den vergangenen Jahren Wochenläufer von Hermle angeboten, wiederaufgelegt nach Eigenmodellen des Herstellers aus den 1920er und 1930er Jahren, von denen wir uns jeweils einen Restbestand sichern konnten. Hier bieten wir Ihnen erstmals eine mechanische Wanduhr mit 14 Tagen Laufzeit an.
Sie wird von dem mechanischen Pendelgehwerk W0141 mit massivem Grahamanker angetrieben, das von Hermle seit 1922 in fast unveränderter Bauweise hergestellt wird und auch heute noch erst nach mehrfacher Qualitätsprüfung in das Holzgehäuse eingebaut wird. Sein halbstündig erklingendes Rechenschlagwerk erzeugt den Klang durch einen Schlag auf eine Tonfeder. In dieser Ausführung gibt es die Uhr nur bei uns.
Regulator mit mechanischem 14-Tage-Werk mit Federaufzug und halbstündigem Rechenschlagwerk (abstellbar). Teilmassivholzgehäuse aus schwarz lackiertem Erlenholz mit Frontglas. Pendelstab Messing, Pendelscheibe Stahlblech vermessingt. Weißes Zifferblatt mit schwarzen Zeigern.
Höhe 63,5 cm, Breite 25 cm, Tiefe 13,5 cm. Gewicht 5,1 kg.
Hermle mechanische Wanduhr 14-Tage-Werk vorher 632,00 Euro
jetzt 389,00 Euro
Im Schwarzwald entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus dem winterlichen Nebenerwerb einiger Landwirte eine sich im Laufe der Zeit immer höher entwickelnde Uhrenproduktion, aus der schließlich sogar das feinmechanische Zentrum Deutschlands hervorging.
Auch die oft (zu Unrecht) verspottete Kuckucksuhr wurde dort zu einer Qualitätsuhr verfeinert. Die bis heute übliche Grundform ihres Gehäuses geht auf einen Gestaltungswettbewerb aus dem Jahr 1850 zurück, den Robert Gerwig – Leiter der Großherzoglichen Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen sowie Baumeister der Gotthard- und der Schwarzwaldbahn – ausgeschrieben hatte. Sieger war der Karlsruher Architekt und Professor für Konstruktionslehre Friedrich Eisenlohr.
Er hatte dem Gehäuse die Form der von ihm entworfenen Bahnwärterhäuschen entlang der Schwarzwaldbahn gegeben. Ab etwa 1860 entfernte sich die Gestaltung jedoch zunehmend von der ursprünglich eher strengen Form, und im Laufe der Zeit mußte die Kuckucksuhr allerlei gestalterischen Unfug in Form üppiger dreidimensionaler Pflanzen- und Tierschnitzereien über sich ergehen lassen.
Sperrholz, dunkel gebeizt. 8-Tage-Werk mit Kuckucksruf und Gongschlag zu jeder halben
Stunde, Schlagabschaltung durch Steuerhebel.
Höhe 23,5 cm, Breite 24,5 cm, Tiefe 12,5 cm.
Gewicht 3,7 kg.
Manufactum Kuckucksuhr 330,00 Euro
Gleiches Maß an beiden Polen. Jede Hälfte füllt sich gleich. Einmal unten, einmal oben, rinnt der feine Sand hier in der kleinen Welt aus Glas. Kein Tag, nicht eine Stunde kommt uns wieder. (Walter Emrich) Vom Schreiner, der das Gehäuse unserer „Mechanica“ baut, und der Lauschaer Farbglashütte kommt hier ein Gerät, das mit seinem Alter von weit über zweitausend Jahren in der Kulturgeschichte große Bögen von der akademischen Disputation über die nautische Strecken- und Geschwindigkeitsmessung wie auch die Einteilung von Gottesdiensten bis zur Versinnbildlichung der Vergänglichkeit und schließlich zum Memento mori der Stilleben und Sensenmänner zu spannen fähig ist.
Mit mehr beweglichen Teilen als jede andere unserer Uhren bringt es diese zwar auf eine Gangabweichung von einer Minute (in fünfzehn), gleichzeitig macht sie das Ablaufen von Zeit erfahrbar wie keine andere. Als Entschleunigungsutensil, Anstifter zum Innehalten einer- und zur Tagesstraffung andererseits, als Taktgeber für Kurzkonferenzen und Zeitmaß für Bildschirm-, Rauch- und Kaffeepausen läßt sich das viertelstündige Zeitmaß ständig heranziehen.
Nicht zuletzt verhütet das unbestechliche Gerät, falls gewünscht, auch das Entgleiten seines Besitzers in
den Weiten des Internets. Im Kontrast zur schnellebigen Massenunkultur, die sich auch der Sanduhren bemächtigt, bezieht sich die Ruhe unseres Modells aus jener Ataraxie des Handwerks, ohne die ein Glasbläser die diffizile Form solcher Glaskörper nie zuwege brächte.
Gehäuse amerikanisches Nußbaumholz, matt lackiert. Mundgeblasener Glaskörper, Füllung Quarzsand. Laufzeit ca. 15 Minuten. Höhe 16,5 cm, Breite 8 cm, Tiefe 8 cm. Gewicht 250 g.
Farbglashütte Disputationsglas mit Gehäuse 106,00 Euro
Ursprünglich eine Gebrauchsuhr für die französische Landbevölkerung, ist die Comtoise gewissermaßen der Traktor unter den Uhren – und durch ihre einfache und stabile Bauweise ein absoluter Gegenentwurf zu geplanter Obsoleszenz. Das Werk ist durchdacht konstruiert und folgt zwei Prämissen: langlebig und mit einfachen Mitteln reparierbar.
Wartung ist kaum nötig, und wenn, dann ist sie denkbar einfach: Mit etwas Geschick und einem Tropfenöler kann jeder die Zapfen (nicht die Zahnräder) des Werks selbst nachölen. Bis eines der Messinglager in der 5 mm starken Stahlplatine ausläuft, vergehen Jahrzehnte – und auch dies wäre reparabel. Mit etwas Pflege hält die komplett verschraubte und bei Bedarf vollständig demontierbare Comtoise spielend 100 bis 200 Jahre und erfreut Generationen. Obgleich dieser Uhrentyp seine erste Blütezeit im 19. Jahrhundert hatte – von 1850 bis 1870 wurden rund 100.000 dieser Uhren pro Jahr hergestellt –, ist sie damit durchaus bereit für die Zukunft – eine heute entwickelte „Low-Tech-Alternative“ im Uhrenbau könnte wohl ähnlich aussehen.
Originalgetreue Nachbauten. Aus Düsseldorf.
Eine Renaissance erlebte die Comtoise in den 1970er Jahren, so daß die erhaltenen antiquarischen Exemplare die gestiegene Nachfrage nicht mehr decken konnten und man begann, den Uhrentyp wieder zu produzieren. Aus dieser Zeit stammen die Stanzwerkzeuge, mit denen die Teile für unsere Comtoise gefertigt wurden. Diese Werkzeuge existieren noch – im Schwarzwald –, werden aber derzeit nicht genutzt. (Die Produktion könnte theoretisch wieder anlaufen, wäre aber nur bei erneuter großer Nachfrage rentabel.) Die letzten Teile wurden in den 1990er Jahren fabriziert. In der Düsseldorfer Großuhrenmanufaktur Bernd Deckert baute man daraus Comtoise-Uhren nach historischem Vorbild, vier bis fünf Uhren entstanden so pro Woche. Wir bieten die letzten 40 Uhren der Serie an.
Unsere Comtoise ist qua Werk (und so sie hoch genug hängt) ein Wochenläufer – die Fallhöhe der Gewichte beträgt 23 cm pro Tag. In einem Raum mit gleichbleibender Temperatur hat sie eine Gangabweichung von 10 bis 20 Sekunden am Tag. Das Schlagwerk, das sich bei Bedarf abstellen läßt, läutet zur vollen Stunde und zwei Minuten danach mit einem Repetitionsschlag, wodurch man den Stundenschlag noch einmal mitverfolgen kann – etwa nachts, oder wenn man sich im Nebenraum aufhält und den eigentlichen Stundenschlag nicht ganz mitbekommen hat.
Eisenblech, schwarz lackiert, Messing. Breguetzeiger. Zifferblatt (Ø 21 cm) Emaille, Gewichte Grauguß. 8-Tage- Werk mit Glockenschlag zur vollen Stunde und Repetitionsschlag, Schlagabschaltung durch Steuerhebel. Höhe 116,5 cm, Breite 30 cm, Tiefe 16,5 cm. Gewicht 16,9 kg.
Sonnenuhren gibt es in vielerlei Gestalt und Ausführung. Die Ringsonnenuhr ist die Universalistin: Sie hat den großen Vorteil, daß
sie an jedem Ort der Welt ohne Zuhilfenahme von Kompaß und Libelle eingesetzt werden kann. Ringsonnenuhren machen sich die Tatsache zunutze, daß der Sonnenwinkel zur Äquatorebene (die sogenannte Deklination) im Verlaufe eines Sonnenjahres verschiedene, für den jeweiligen Tag typische Werte annimmt.
Der Schattenwerfer – bei Ringsonnenuhren handelt es sich dabei um eine kleine Lochmaske – ist beweglich und wird auf das kalendarische Datum eingestellt; auf diese Weise entspricht der Winkel Lochmaske zur Innenkante des Ziffernrings der Deklination am entsprechenden Tag; die korrekte (astronomische) Zeit wird an der Innenkante des Rings ablesbar. (Sonnenuhren zeigen die sogenannte »Wahre Ortszeit« –
zur Berechnung der Mitteleuropäischen Zeit addiert man für jeden Grad, den der Meßort vom 15. Längengrad in westlicher Richtung entfernt ist,
4 Minuten.)
Außenring, Innenring und Brücke der Sonnenuhr sind (taschengerecht) einklappbar. Messing und Stahl.
Ø 6 cm. Gewicht 40 g. Mit Bedienungsanleitung.
Taschen-Sonnenuhr 44,00 Euro
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