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Winterkräuter aussäen

Winterkraeuter aussaeen

Im Juli und August werden die zweijährigen Kräuter ausgesät, die über Winter grün bleiben und dann auch geerntet werden können. Dazu gehören Petersilie, Löffelkraut, Barbarakraut (Winterkresse), Winterportulak, Löwenzahn und Kümmel.

Aussaatanleitung Petersilie (Petroselium crispum)

Aussaat im Freiland
  • Petersilie braucht im Frühjahr oft drei Wochen und mehr, bis eine Keimung erfolgt; im warmen Augustboden keimt sie meist innerhalb von 14 Tagen – sofern das Aussaatbeet gleichmäßig feucht gehalten wird sowie halbschattig und kühl liegt. In Reihen mit 10 bis 15 cm Abstand säen.
  • Nur frisches Saatgut (nicht älter als zwei Jahre) verwenden, zum Beispiel das im Frühjahr selbstgeerntete.
  • Petersilie ist mit sich selbst und „engen Verwandten“ (Möhren oder Sellerie) unverträglich, deshalb dort aussäen, wo mindestens vier Jahre lang keine dieser Pflanzen gestanden hat.
  • Im August gesäte Petersilie läßt sich von Herbst bis zum darauffolgenden Frühjahr ernten. Den Winter über mit Fichtenreisig bedecken, damit auch bei Schnee geerntet werden kann. Im Mai oder Juni bilden sich dann die Doldenblüten, von denen später Samen für die nächste Aussaat geerntet werden können. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab.

Aussaatanleitung Löffelkraut (Cochlearia officinalis)

  • Am sonnigen, gleichmäßig feuchten Standort in Reihen mit 20 bis 25 cm Abstand aussäen, später auf 20 x 20 cm vereinzeln.
  • Die Blätter können den ganzen Winter über geerntet werden und bleiben auch unter Schnee grün. Sie enthalten viele Mineralstoffe, Folsäure und Vitamin C und sind als Brotbelag, in Joghurt- oder Quarkspeisen zu nutzen.
  • Nach der Blüte im zeitigen Frühjahr nicht mehr ernten; die Blätter bekommen dann einen strengen, bitteren Geschmack.
Beetvorbereitung

Vor der Aussaat den Boden lockern, Unkraut und Steine entfernen

Löffelkraut

Löffelkraut

Kompost verteilen

Gegebenenfalls den Boden mit Kompost anreichern

Aussaatanleitung Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

  • Bis Ende des Monats ist die Aussaat noch möglich (ab März); breitwürfig an bevorzugt sonnige und stickstoffhaltige Standorte.
  • Die Blätter können geerntet werden, sobald sie fingerhoch sind, und bis weit in den Winter hinein. Grob zerkleinert ergeben sie einen frischen Salat, leicht angedünstet und mit Muskat verfeinert ein schmackhaftes Gemüse.
  • Mit hohem Vitamin-C-Gehalt und mild-würzigem Geschmack wie Brunnen- oder Gartenkresse. Wenn die Pflanze im zweiten Standjahr in Blüte geht, nimmt die Schärfe zu; dann nicht mehr als Gemüse, sondern vielmehr als Gewürz verwenden. Auch Trockenheit steigert die Schärfe.

Aussaatanleitung Winterportulak (Montia perfoliata)

  • Winterportulak (auch Winterpostelein oder Kubaspinat) ist ein schnellwachsendes Wintergemüse, das von November bis April geerntet werden kann. Die Pflanze verträgt Temperaturen bis -20 °C, nicht aber Hitze und Trockenheit. Die Blätter enthalten reichlich Vitamin C, Kalzium und Eisen.
  • Aussaat fast ganzjährig möglich, nur nicht bei großer Hitze aussäen. Ideale Kultur für abgeerntete Gewächshaus- oder Frühbeete, da die Pflanze dort den ganzen Winter über wächst und geerntet werden kann und gleichzeitig vor Eis und Schnee geschützt ist, was die Ernte deutlich erleichtert.
  • In Reihen im Abstand von 15 bis 20 cm säen, später auf etwa 20 cm vereinzeln. Geringe Bodenansprüche, in der Regel ist keine Düngung nötig. Wichtig ist, daß der Boden nicht austrocknet.
  • Kommt die Pflanze im Frühjahr zur Blüte, sät sie sich gut aus und verbreitet sich an zusagender Stelle im Garten.

Aussaatanleitung Kümmel (Carum carvi)

Kümmel
  • Einen feuchten und tiefgründigen Standort wählen und vor der Aussaat mit Kompost und etwas Algenkalk versorgen.
  • Kümmel ist mit Fenchel unverträglich, daher nicht in dessen Nachbarschaft aussäen. Gute Partner sind Kohl, Gurke oder Rote Bete; bei diesen Kulturen wirkt sich Kümmel geschmacksfördernd aus.
  • Kümmel ist ein Lichtkeimer; nach der Aussaat – in Reihen mit 30 bis 35 cm Abstand – nur dünn mit Erde bedecken.
  • Erst im zweiten Standjahr bilden sich die bis 1,2 m hohen Blüten, die später die Früchte (Samen) tragen. Die Dolden mit den Samen abschneiden, wenn sie zu bräunen beginnen. Wenn sich die Körner lösen, über einem Tuch ausschütteln und luftdicht und trocken in einem Glas aufbewahren.

Aussaatanleitung Löwenzahn (Taraxacum)

  • Von Löwenzahn gibt es spezielle Züchtungen, die zarter und weniger bitter sind als der wilde Löwenzahn. Er bevorzugt einen humusreichen, nahrhaften, nicht zu trockenen Boden in sonniger Lage; empfohlene Aussaattiefe 1 cm.
  • Jetzt ausgesäte Pflanzen werden im kommenden Frühjahr auf 30 x 30 cm verpflanzt und liefern dann den ersten Salat des Jahres. Die Blätter schmecken besonders zart, wenn man sie zum Bleichen zusammenbindet.

Aussaatanleitung allgemein

  • Vor der Aussaat den Boden durchziehen und lockern und dabei Unkraut und Steine entfernen.
  • Je nach den Ansprüchen der Pflanzen und Zustand des Bodens Kompost, Dünger oder Kalk einarbeiten.
  • Um für die Reihenaussaat gerade Reihen ziehen zu können, eine Pflanzschnur spannen und mit dem Rechenkopf oder einer Blatthacke eine flache Furche ziehen. Möglichst dünn und gleichmäßig aussäen, so daß keine Samenkörner übereinander zu liegen kommen.
  • Bei der breitwürfigen Aussaat den Samen ebenfalls möglichst gleichmäßig auf der Fläche verteilen.
  • Nach der Aussaat das Beet feucht halten.
Winterportulak

Winterportulak

Kulturlöwenzahn ungebleicht

Kulturlöwenzahn, ungebleicht

Kulturlöwenzahn gebleicht

Kulturlöwenzahn, gebleicht

Es wird benötigt:

Saatgut: gesundes, keimfähiges Saatgut von zweijährigen Kräutern, die auch im Winter geerntet werden können.
Werkzeug: Rechen, Hacke, Werkzeug zur Bodenlockerung (Sauzahn, Kultivator, Rollkultivator, Flachschneider oder Handegge), Gießkanne mit Brause, gegebenenfalls Handschütte zum Verteilen von Kalk oder Dünger, gegebenenfalls Transportkarre und Schaufel zum Verteilen von Kompost.
Zubehör: Pflanzschnur, Etiketten, dünne Arbeitshandschuhe, gegebenenfalls Kompost, organischer Dünger oder (Algen-)Kalk.

Saatgut Winterkräuter

Die Samengärtnerei. Eine fast vergessene Kunst

Die Samengärtnerei war früher selbstverständlicher Teil der gärtnerischen und landwirtschaftlichen Ausbildung. Es wurde gelehrt, was beim Anbau von sogenannten Samenträgern zu beachten ist (zum Beispiel die Einhaltung größerer Pflanzabstände, um ein Ineinanderwachsen der ausladenden Samenstände zu vermeiden), welchen Einfluß die Befruchtungsbiologie hat (Fremd- oder Selbstbefruchter?), wie das Saatgut geerntet, gedroschen, gereinigt und gelagert wird. Samengärtnerei