Eigentlich machen wir alles falsch. Anders als von Marketing-Experten dringend empfohlen, übersäen wir zum Beispiel unsere Katalogseiten nicht mit sogenannten Störern, um Ihre geschätzte Aufmerksamkeit auf die „Heroes“ (so nennt die Branche optisch besonders hervorgehobene Produkte mit großen Absatzerwartungen) oder auf die Novitäten des aktuellen Kataloges zu lenken. Das liegt beileibe nicht daran, daß wir keine „Helden“ und keine Neuprodukte hätten.
Vor allem aber haben wir ein gewachsenes, lebendiges Sortiment, bei dem es schon ungewöhnlich viel Mühe kostet, das Angebot an guten Dingen stabil zu halten. Neuprodukte stehen ohnehin unter erheblichem Rechtfertigungsdruck. Ebenso wichtig wie die Suche nach ihnen ist der Ersatz von in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht mehr lieferbaren Dingen oder, wo immer möglich, die Produktverbesserung im Detail.
Das ist ein ständiges Drehen an kleinsten Stellschrauben:
Soll man einen opulenten Bierfilz, der vom Markt verschwunden ist, durch einen geringfügig dünneren ersetzen? (Man soll, zähneknirschend; auch ein statt 7 nun 5 mm starker Wollfilz ist ganz außergewöhnlich.)
Kann man etwas so Unspektakuläres wie einen Teigrührer mit Holzgriff noch verbessern? (Man kann, indem man die Grifflackierung unterläßt; sie droht durch den häufigen Kontakt mit Wasser irgendwann abzuplatzen.)
Wo können Produkte europäischer Fertigung solche aus China wieder ersetzen? (Zum Beispiel bei einem Marmeladentrichter, der nun aus Italien stammt und zudem noch mit einem zusätzlichen Reduziertrichter geliefert wird.) Und nicht zu vergessen: Wo können wir uns selbst verbessern? (Etwa indem wir selbst ein Kleinstobjekt wie den Famos Sparschäler nun als Einzelstück anbieten – dafür aber mit drei Ersatzklingen.)
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