Dieser einfache Schließzylinder von
überschaubarer Qualität ermöglicht bereits
dem Novizen im Lockpicking
rasch erste Erfolgserlebnisse. Solche
simplen Modelle werden auch bei der
Ausbildung von Schlüsseldiensten verwendet.
Vergleichbares findet sich
auch bei namhaften Herstellern, die ihre
einfachen Schlösser ebenfalls im
Reich der Mitte produzieren lassen.
H 3,5 x L 6 x B 2 cm. Gewicht 160 g.
Vor Schloß und Riegel. Lockpicking.
Mechanische Rätsel, deren Lösung
Nachdenken, räumliches Vorstellungsvermögen,
Ausdauer und Fingerfertigkeit
verlangt, sind ein Faszinosum, dem
sich der Mensch schon so lange widmet,
wie er in der Lage ist, diese herzustellen
– erkennbar an unzähligen dreidimensionalen
Puzzles wie den in Japan
als „Himitsu Bako“ bekannten
Trickschachteln und Vexieren sowie in der Schlosserkunst, in Gestalt der mit zusätzlichen Vorrichtungen
ausgestatteten Vexierschlösser, die
das eigentliche Schloß erst freigaben,
wenn sie in eine nur dem Besitzer bekannte
Stellung gebracht wurden. Die
Nähe zum Schloß ist also augenfällig,
und es liegt dementsprechend nahe,
auch das Schloß selbst, das alle Merkmale
eines mechanischen Rätsels in
komprimierter Form bietet, als sportliche
Herausforderung zu begreifen.
Genau dies tut man beim sogenannten
Lockpicking, bei dem es gilt, ein Schloß
auf einem anderen als dem vorgesehenen
Weg – also ohne den dazugehörigen
Schlüssel – aufzusperren. In der
Theorie ist dies ganz einfach. Man
macht sich geringste fertigungstechnische
Ungenauigkeiten zunutze, die jedes
Schloß in unterschiedlichem Umfang
besitzt. In der Praxis merkt man
jedoch schnell, daß die Tat schwerer
vollbracht als der Vorsatz gefaßt ist.
Und man stellt fest, daß es keinen besseren
Weg gibt, das Öffnen von Schlössern
zu lernen, als zu üben.
Schließlich wird man nur durch Üben
mit der Funktionsweise von Schlössern
vertraut und entwickelt dabei die nötige
räumliche Vorstellung für den Schließmechanismus
sowie das taktile Feingefühl,
um die Bewegungen im Inneren
des Schließzylinders erst wahrzunehmen,
richtig zu interpretieren und dann
fingerfertig darauf zu reagieren.
Übung macht den Meister.
Als Übungsobjekte für den Einsteiger
empfehlen sich möglichst simple
Schließzylinder aus dem Baumarkt, die
am leichtesten zu öffnen sind – trifft auf
sie doch zu, was der Hannoversche Gewerbeverein
in seinen Mitteilungen bereits
1859 anprangerte: „Es kann in der
That nicht oft und kräftig genug auf die
falsche Sicherheit aufmerksam gemacht
werden, in welche ein äußerst
großer und selbst ein sonst aufgeklärter
Theil des Publicums sich durch das
grundlose Vertrauen auf unvollkommene
Schlösser einwiegen läßt.“ Mit etwas
Übung kann man sich dann an einen
der Standardzylinder für wettbewerbsmäßiges
Schloßöffnen wagen, und wer
fortgeschritten ist, der findet bei der
reichlichen Auswahl am Markt stetig
neue Herausforderungen, die seinen
Fähigkeiten angemessen sind.
Eigentlich selbstverständlich, aber dennoch
betonen wir es hier: Wer sich mit
dem Lockpicking beschäftigt, öffnet
Schlösser und keine Türen – ein kleiner,
aber bedeutsamer Unterschied, denn
wer auf illegale Aktivitäten aus ist, wird
sich ohnehin eher einschlägig bewährten
Brachialmethoden zuwenden, als
den Aufwand zu betreiben, über längere
Zeit das filigrane Lockpicking zu üben.