Es tut sich was in England. Die School of Artisan Food.

hausnachrichten-2012-school-of-artisan-food Wer sich für Lebensmittel und Eßkultur interessiert, schaut zumeist nach Frankreich und Italien, zwei Ländern mit reicher kulinarischer Tradition. Während Frankreich von jeher an der Vielzahl seiner regionalen Spezialitäten festhält und mit der Nouvelle Cuisine in den 1970er Jahren das Bewußtsein um das Bewahren des Eigengeschmacks von Nahrungsmitteln vorangetrieben hat, besann man sich im ebenfalls mit mannigfaltigen Regionalküchen gesegneten Italien vor allem seit Mitte der 1980er Jahre auf qualitätvolle Lebensmittel. Die als Gegenentwurf zu Fast Food gegründete Slow-Food-Bewegung bringt seither den Produzenten wie den Konsumenten neue Freude am Genuß, indem sie die Rückbesinnung auf authentische Lebensmittel fordert und unterstützt und die Produkte bekannt macht – gute, saubere Erzeugnisse, deren regionale und saisonale Eigenheiten kein Manko, sondern ein wichtiger Charakterzug sind.

Nur wenige denken dagegen bei handwerklich produzierten, hochwertigen Lebensmitteln spontan an England, und doch ist gerade dort eine in dieser Hinsicht bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten. Jenseits des Ärmelkanals, im Land von „Fish & Chips“, entsteht eine Bewegung, deren oft junge Protagonisten sich der Produktion guter Lebensmittel verschrieben haben – und dabei mit unaufgeregtem Enthusiasmus überliefertes Wissen mit eigener Erfahrung, Intuition und wissenschaftlicher Sachkenntnis zu im besten Sinne qualitätvollen Erzeugnissen verbinden. Sie wissen, woher ihre Zutaten kommen, kennen deren Eigenschaften und Eigenheiten, und sie sind bestrebt, sich auf ihrem Gebiet fortwährend zu verbessern. Zu den exponierteren Köpfen unter ihnen zählen Joe Schneider, der Produzent des Stichelton aus unseren brot&butter-Läden; Randolph Hodgson, Kopf der Käsehandlung Neal’s Yard Dairy; Willie Harcourt-Cooze, Schokoladenenthusiast mit eigener Plantage; Niki Segnit, Autorin eines Geschmacksthesaurus; Fergus Hen- Welbeck Estate – Sitz der School of Artisan Food derson, der in seinem Restaurant das ganze Tier „from nose to tail“ anbietet; Tim Wilson, Gründer von Ginger Pig, einer Vereinigung, die sich der überlegten Haltung bewährter Rassen, ihrer artgerechten Aufzucht und der bestmöglichen Fleischverarbeitung verschrieben hat – und durchaus sogar Jamie Oliver, der heute streitbar verbreitet sein mag, in jedem Fall aber zum kulinarischen Paradigmenwechsel in England beigetragen hat.

hausnachrichten 2012 school-of-artisan-food-02Ein Ort, an dem profundes Wissen um handwerklich hergestellte Lebensmittel vermittelt wird, ist die School of Artisan Food, ansässig im Welbeck Estate, mitten im Sherwood Forest bei Nottingham. Die 2010 eröffnete Schule ist Anziehungspunkt für viele Vorkämpfer der kulinarischen Handarbeit – Menschen, die am praktischen Beispiel handwerkliche Lebensmittelproduktion erlernen möchten. Drei „Hauptfächer“ stehen zur Auswahl: Butchery & Charcuterie (Metzgerei & Wursterei), Dairy (Molkereiprodukte) und Bakery (Bäckerei). Das Kurssystem ist denkbar einfach: Entweder besucht man die Schule ein Jahr und wird in dieser Zeit von Fachleuten der einzelnen Bereiche in einem Haupt- und einem Nebenfach unterrichtet – theoretisch auf den Gebieten Mikrobiologie, Lebensmittelqualität, sensorische Bewertung und Lebensmittelkultur, vor allem aber ganz praktisch, indem man wieder und wieder Produkte herstellt. Ob diese beim Verbraucher Anerkennung finden, zeigt sich bei den regelmäßigen Märkten, auf denen die Schüler ihre Ware zum Verkauf stellen. Oder man wählt aus dem vielfältigen Angebot an Kurzzeitschulungen aus. Darunter sind Halbtages- und Tageskurse aus den Sparten Fleischerei, Bäckerei oder Milch- und Käseprodukte: Ein Kurs lehrt die Teilnehmer, die Teilstücke beim Schwein zu erkennen und das Tier fachgerecht zu zerteilen, ein anderer vermittelt handwerkliches Backen mit selbstgezüchteten wilden Hefen und Sauerteig sowie Verständnis für jedes Stadium des Backvorganges, ein weiterer schließlich erklärt die Kunst des Einmachens der eigenen Gartenschätze zu Marmelade, Likör und Würzigem. Auch im Brauen und in der feinen Kunst der Chocolaterie kann man sich unterrichten lassen. Wer erfahrener ist und möglicherweise sogar eine professionelle Vorbildung hat, kann mehrtägige Kurse belegen, etwa in der Hartkäsebereitung.

Daß einige Resultate dieser Entwicklung auch Niederschlag in unserem Warensortiment finden, verwundert kaum – und erklärt, warum wir in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal Lebensmittel aus Großbritannien ins Sortiment von Manufactum oder von brot&butter aufgenommen haben. Die Jersey Black Butter, der Christmas Pudding sowie die Red Onion Marmalade und einige Chutneys sind neben dem Käse aus der Londoner Käsehandlung Neal’s Yard Dairy nur ein paar Beispiele, die es zu probieren lohnt.

www.schoolofartisanfood.org
www.nealsyarddairy.co.uk

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist leer.

alle Preise inkl. MwSt.,
zzgl. Versandkosten

Ihr Merk-/ Wunschzettel

enthält kein Produkt.

Direkt bestellen
Papierkorb
Manufactum Warenhäuser

Besuchen Sie uns in unseren Warenhäusern.

Manufactum Kataloge

Kataloge bestellen oder als PDF herunterladen

Volltextsuche
Ihr Manufactum

Kundendaten / Bestellübersicht /
Wunschzettel etc.