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Die Wahl der Teekanne – eine Wissenschaft für sich

Eine Teekanne ist eine Teekanne ist eine Teekanne. Sollte man meinen. Bei näherer Betrachtung des Sujets greift diese Weisheit – frei nach Gertrude Stein – aber zu kurz. Wer sich intensiver mit dem Thema Teezubereitung beschäftigt, wird schnell erkennen, dass Form, Material sowie Beschaffenheit der Tülle und (falls vorhanden) des Siebs einer Teekanne nicht nur den Nutzungskomfort, sondern auch das Teearoma entscheidend beeinflussen können. Themen, die einerseits von Liebhabern rund um den Globus immer wieder heiß diskutiert werden – nicht umsonst ist die Zubereitung von Tee vielerorts zeremoniell belegt oder ritualisiert –, andererseits ist auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Teekanne weiter verbreitet, als man gemeinhin annehmen würde.

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Aus sächsischer Fertigung.

Tatsächlich ein Teekessel – erst wird darin das Teewasser direkt auf dem Herd zum Kochen gebracht, anschließend der mit Teeblättern befüllte Siebeinsatz mit Bodenlochung eingehängt: wie bei einer Teekanne. Der Kesselkörper wird aus einem Stück gezogen; lediglich die Tülle ist angesetzt. Die Geschichte seiner Fertigung ist eine wechselvolle – als wir diesen Teekessel mit schwarz emaillierter Oberfläche vor Jahren zum ersten Mal anboten, kam er noch aus dem Geithainer Emaillierwerk. Inzwischen haben Produktionswerkzeuge und Marke längst den Besitzer gewechselt; heute produziert die Firma Schwerter Email den Teekessel im sächsischen Lauter.

Teekessel Emaille

Emaille Tee- und Wasserkessel.
Aus gutem Grund in alter Form.

Der Kessel hat aus gutem Grund eine ganz traditionelle Form: Er muss große Wassermengen schnell und energiesparend erhitzen. Das heißt für seine Körperform: wenig Ober-, aber große Grundfläche, denn über die Bodenfläche strömt (erwünscht) die Hitze zu, über die Oberfläche aber strahlt sie (unerwünscht) wieder ab. Ansonsten: hochabgebogener Ausguß, damit das sprudelnde Wasser nicht herausspritzen kann. Ein fester Handgriff, an dem der Kessel sicher transportiert werden kann.

Walzstahl emailliert. Farbe Schwarz. Fest aufsitzender Kannendeckel, Henkel und Siebeinsatz Edelstahl. Volumen 1,5 l. Höhe 18 cm, Ø 15 cm, Boden Ø 10 cm. Gewicht 1 kg.

89,00 

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Mehr als nur eine Geschmacksfrage. Die Teekanne und ihr Material.

Es gibt sie ganz klassisch aus Porzellan, in den offenporigeren Varianten Keramik und Ton, ganz distinguiert kommt Silber daher, gusseisern kommen sie oft aus Japan, Zinn findet man heute nicht mehr so häufig, Glas ist dagegen mittlerweile recht verbreitet, und der Purist greift auch schon mal zu Edelstahl. Rein optisch ist ein Favorit häufig flugs gewählt. Die Frage, welches Material am besten für eine Teekanne geeignet ist, geht aber weit über solch banale Motive hinaus.

Im Manufactum Sortiment dominieren Glas und Porzellan – aus gutem Grund. Beide Werkstoffe sind aufgrund ihres glatten Äußeren leicht zu reinigen und nehmen keine (oder zumindest kaum) Geschmacksstoffe an. Sie eignen sich daher auch für die Verwendung mit wechselnden Teearten, wohingegen besitzergreifende Teekannen aus porösen oder unglasierten Materialien aufgrund ihrer Tendenz, Aromen an sich zu binden, oft ausschließlich für eine Variante genutzt werden. Als besonders brauchbar erweisen sich Glas- und Porzellankannen in der Verwendung mit grünem und weißem Tee, die bei geringeren Temperaturen als ihr schwarzer Verwandter zubereitet werden sollten. Grundsätzlich jedoch sind beide Kannentypen tolerant veranlagt und vertragen sich mit allen Formen des Tees. Wer gerne Abwechslung auf die Teetafel bringt, ist mit einem solchen Exemplar gut beraten. Der Teepurist darf sich natürlich ebenfalls völlig frei fühlen und seine Teekanne einer dezidierten Nutzung zuführen.

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Borosilikatglas. „Jenaer Glas“. Laborglas im Haushalt.

Das Borosilikatglas – ein Spezialglas für die optische und chemische Industrie, entwickelt 1891 in den Jenaer Glaswerken von Ernst Abbe und Otto Schott – ging in einem beispiellosen Siegeszug rund um die Welt. Die Gestalter des nahen Bauhauses in Weimar – Wilhelm Wagenfeld, Bruno Mauder und Ilse Decho – waren von der Idee des Laborglases in der Küche fasziniert und gaben dem neuen Werkstoff seine zeitgemäße Form. Heute werden die Produkte überwiegend in Tschechien hergestellt.

Filio Teekanne

Filio Teekanne. Tee, frei schwimmend.

Die Teekanne des Gestalters Tassilo von Grolman
ist schlagender Beweis für einen gestalterisch unumstrittenen Entwurf, bei dem die Form dem Zwecke in erstaunlicher Weise gerecht wird. Die Teekanne selbst in Gestalt einer großen Halbkugel aus hitzebeständigem Duranglas und ein das ganze Volumen der Teekanne in Anspruch nehmendes Teesieb sorgen dafür, daß sich der Tee mitsamt seinen Wirkstoffen beim Ziehen ganz und gar entfalten kann - weil er sozusagen »frei schwimmt«. Die Glaskanne mit abnehmbarem Deckel wird in ein Metallgestell eingehängt, das gleichzeitig Griff und Stand bildet. Sie läßt sich zur gründlichen Reinigung leicht aus dem Gestell lösen. Hergestellt in Mettmann.

Teekanne, Gestell und Deckel Edelstahl 18/10, Halbkugel aus Borosilikatglas. Volumen 1,2 l. Höhe 15 cm, 17 cm Ø. Gewicht 860 g. Lieferung ohne Stövchen.

129,00 

Produktinformation:
Borosilikatglas ist geruchs- wie geschmacksneutral und geeignet für den Einsatz in Ofen und Mikrowelle, auf dem Herd, in Kühlschrank und Spülmaschine. (Beachten Sie die Pflege- und Anwendungshinweise des Herstellers.)

Spannend, aber spannungsfrei. Gefäße aus „Jenaer“ Glas.

Dieses Material hat Geschichte gemacht. Der unproblematische Werkstoff erlaubte Gestaltern die Entwicklung einer abgeklärt reduzierten Ästhetik – seit den zwanziger Jahren wurde „feuerfestes“ Gebrauchsglas von Spitzengestaltern aus dem Bauhaus-Umfeld verwendet. Dadurch entstand erstmals ein in formaler und materieller Hinsicht „technisches“ Glas. Bekannte Größen wie Wilhelm Wagenfeld, Bruno Mauder und Ilse Decho gaben dem neuen Glas seine zeitgemäße Form, und László Moholy-Nagy kümmerte sich um die Werbung. Sie setzten dieses ideale, völlig zeitlose Gebrauchsglas gerade auch in der Küche ein, und genau da entfaltet es auch heute seinen ganz eigenen Reiz.

Teekanne Borosilikatglas



Alle Teile sind aus dem hitzebeständigen Glas gefertigt: sowohl der Kannenkörper als auch Henkel, Deckel inkl. Knauf und Filtereinsatz.

Der Kannendeckel kann auch bei eingehängtem Filter aufgesetzt werden.

Volumen 1,2 l. Höhe 16 cm, 15,5 cm Ø.
Gewicht 420 g.

39,00 

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Bauchig muss sie sein. Freischwimmer für die Teekanne.

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Teekannen oft untersetzt und gedrungen wirken? Die bauchige Figur ist mitnichten Ausdruck von Gemütlichkeit – auch wenn das im Kontext der Entspannung, die eine gute Tasse Tee verheißen kann, gar nicht so abwegig erscheint –, sie beweist vielmehr die erprobte Laufrichtung von Funktion zur Form.

Klassischerweise wird Tee von jeher lose in der Kanne aufgebrüht. Denn je freier die Teeblätter sich im Inneren der Teekanne bewegen können, desto voller entfaltet sich das Aroma. Einerseits dehnen sich die getrockneten Blätter während des Aufgusses bis auf die doppelte Größe aus, andererseits lieben sie es, von allen Seiten vom heißen Wasser umspielt zu werden. Wer hätte dafür kein Verständnis – im wohlig-warmen Sprudelbad zeigt schließlich auch der Mensch raumgreifende Tendenzen. Folglich gilt: Eine weite und runde Ausformung des Kannenkörpers unterstützt den Tee in seiner persönlichen Entfaltung. Und wer wollte sie ihm verwehren?

Nun ist die freischwimmende Variante der Teezubereitung zwar die aromatischste, aber zugegebenermaßen auch nicht die komfortabelste. Wenn das Gerät nicht gerade über einen eingebauten Filter am Ausgang zur Tülle verfügt, so wie unsere japanische Teekanne, und die Blätter beim Ausgießen abfängt, muss vor dem Servieren noch ein Sieb zwischengeschaltet werden. Die Kannen im Manufactum Sortiment bieten daher optional – gewissermaßen als Zwischenlösung – geräumige Siebeinsätze, die den Teeblättern so viel Freiheit bieten, wie technisch irgend möglich.

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Mantelkanne Porzellan

Mantelkanne aus Porzellan.
Aus Frankreich. Ein Klassiker von 1953.

Kanne und Mantelknauf – letzterer nur bei uns – sind aus Porzellan. Der Mantel aus Edelstahl ist innen mit Filz (50% Baumwolle, 50% Rayon) ausgeschlagen;
er wird paßgenau auf den Kannenkörper gesetzt und bewirkt eine äußerst effektive Isolierung.

Auch unser Kaffeefilter aus Steingut paßt auf die Öffnung der Kanne.

Mit einem Teefilter-Einsatz aus Leichtmetall. Volumen 900 ml. Höhe 17 cm, Ø 12,5 cm. Gewicht 1 kg.

98,00 

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Ein Jahrhundertgeschirr. Arzberg 1382. Das Gretsch-Service.

Hermann Gretsch war einer der überragenden Gestalter des 20. Jahrhunderts. Theodor Heuss, selbst
seit 1913 Mitglied und zeitweise gar Geschäftsführer des Deutschen Werkbundes (und 1949–1959 erster Präsident der Bundesrepublik Deutschland), beschrieb den aus Augsburg stammenden Architekten so: Gretsch sei weder Puritaner noch Asket, er wisse auch um Schmuck, Spiel und Überschwang, doch sei
sein Sinn auf das Beständige gerichtet, die bleibende Grundform, die den Alltag nicht mit Pathos, ewiger Feierlichkeit oder dekorativer Unruhe verwirre. Die Form Arzberg 1382 entstand 1931, wurde bereits kurz
nach ihrer Entstehung mit hochkarätigen Preisen ausgezeichnet (Goldene Medaille der VI. Triennale in Mailand 1936, Goldene Medaille der Pariser Weltausstellung 1937) – und hat inzwischen drei Generationen begleitet. Wir bieten den Klassiker seit mehr als zehn Jahren in unseren Katalogen an.

30276 Gretsch Teekanne


Gretsch Teekanne 1382.

Volumen 1,2 l. Höhe 15,5 cm, Ø 15 cm.
Gewicht 650 g.

Die Kanne sowohl für die Spülmaschine als auch für
die Mikrowelle geeignet.

48,00 

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Die Tücken der Tüllen. Alles muss raus.

Die Tülle, bisweilen auch liebevoll Schnabel oder Schnaupe genannt, ist keineswegs nur ein hübsches Accessoire einer stolzen Teekanne, wie eine Erzählung des dänischen Märchendichters Hans Christian Andersen den Leser glauben machen könnte. Sie sorgt für die Ausbringung der Farb- und Aromastoffe, die dazu neigen, sich am Boden der Teekanne zu versammeln, weshalb die Tülle im besten Fall – das besagen zumindest die Gesetze der Physik – weit unten in den Kannenkörper übergehen sollte.

Darüber hinaus ist die Tülle Dreh- und Angelpunkt des wohl wissenschaftlich am umfangreichsten erforschten Phänomens im Heißgetränke-Sektor: des Teekanneneffekts. Jeder kennt ihn, und kaum einer weiß ihn zu verhindern: den vorwitzigen Tropfen, der sich statt auf direktem Wege in die Tasse – unheilvoll am Körper der Teekanne entlang – auf die frisch gewaschene Tischdecke ergießt. Bereits seit 1938 widmen sich unzählige Studien diesem Kuriosum, das sich aber schließlich recht anschaulich aus dem Zusammenspiel von Ausflussgeschwindigkeit, Winkel, Füllstand, Material der Kanne und Oberflächenspannung des Tropfens erklären lässt. Wer diesen Tatbestand als bedrückend empfindet, hat nach neuesten Erkenntnissen wahlweise die Möglichkeit, eine Teekanne mit Abrisskante statt einem gerundeten Abschluss zu kaufen, kann einen wasserabstoßenden Streifen Tesafilm an der Unterseite der Tülle anbringen oder nutzt einen konventionellen Tropfenfänger.

Schlussendlich sollten Sie beim Kauf einer Teekanne daher ganz nach persönlichem Geschmack entscheiden – ganz egal ob ästhetischer oder gustatorischer Natur. Beides ist schließlich sehr subjektiv angelegt. Und kein Wissenschaftler dieser Welt wird eine für alle Teetrinker gültige Formel finden. Hauptsache, es schmeckt. Und zwar Ihnen.

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Kurze innere Einkehr. Japanisches Teegeschirr

Über Jahrhunderte hinweg entstanden die vielfältigen Regeln der traditionellen japanischen Teezeremonie. Dem, der daran teilnimmt, weisen sie einen Weg – sadō, den Weg des Tees –, und sie werden geradezu als meditativ wahrgenommen. Denn darum geht es beim rituellen Genuß des heißen Getränks: Ruhe zu finden, einen Moment der Achtsamkeit zu üben. Unser Teegeschirr kann, ganz unzeremoniell, diesem Zweck genauso dienen. Es kommt von der südlichsten der japanischen Inseln, aus der Stadt Arita, deren Geschichte seit dem frühen 17. Jahrhundert mit dem Werkstoff Porzellan verbunden ist. Japanisches Teegeschirr

 

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