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Verflixt und zugeschnürt – Schwachstelle Schnürsenkel

Wenn ein Schnürsenkel reißt, reagiert in der Regel nicht nur der Schuh ungehalten, sondern auch der Träger. Der Funktionsverlust geht ihm sprichwörtlich auf den Senkel – verständlicherweise. Abhilfe verschaffen in dieser unangenehmen Notlage die hochwertig gewachsten Riemen aus dem Manufactum Sortiment. Fesselnd im besten Sinne des Wortes.

 

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Schnürsenkel ist nicht gleich Schnürsenkel.

Flach oder rund, aus Baumwolle, Kunstfaser oder Leder, gewebt, geflochten oder gestrickt, gewachst oder „natur“, mit Senkelenden aus Kunststoff oder aus Metall – auch wenn die Spezifikationen von Schnürsenkeln auf den ersten Blick hauptsächlich unter modischen Aspekten relevant erscheinen, die Details können tatsächlich kriegsentscheidend sein.

So ist Baumwolle beispielweise reißfester und leichter zu binden als Leder, wobei geflochtene Modelle ihren gewebten und gestrickten Kollegen hier nochmals um einiges voraus sind, auch weil sie dehnbarer sind. Ist der Schuhriemen darüber hinaus gewachst, erhöht sich die Haltbarkeit noch einmal, da die Baumwolle so gegen Nässe geschützt wird. Lüstrage nennt der Fachmann diese Form der Produktveredelung. Das klingt nicht nur vornehm, es sieht auch so aus. Gerade bei Premiumschuhen gibt gewachsten Schnürsenkeln den Vorzug, wer die Anmutung der optisch ansprechenderen Lederbänder schätzt. Die Schleifen der durch Wachsung geadelten Bänder stehen außerdem formvollendet ihren Mann, während die ungewachsten Pendants schlaff auf dem Schuh aufliegen.

Die Senkelenden, denen die Schnürsenkel übrigens auch ihren Namen verdanken – durch das höhere Gewicht „senken“ sie sich ab –, nennt man fachsprachlich Nadeln. Sind sie mit einer Metallkappe versehen, statt mit einer Kunststofffolie ummantelt, heißen sie Quastennadeln. Sie vermeiden das Ausfransen der Schnürbänder und gewährleisten ein unkompliziertes Einfädeln in die Ösen der Schuhe.

Wie am Schnürchen. Schuhriemenproduktion aus Tradition.

Damit Sie in Zukunft für lange Zeit keine Gedanken an ihre Schnürbänder verschwenden müssen, bieten wir im Manufactum Sortiment nur solche Exemplare an, bei denen Sie sich höchster Expertise gewiss sein können. Unsere gewachsten Rundsenkel beispielweise werden im Traditionsbetrieb Carl Klostermann & Söhne hergestellt, der als einer der letzten noch die mittlerweile selten gewordenen Quastennadeln herstellt. Besonders stilbewusste Kunden schätzen dieses Tüpfelchen auf dem i und so verwundert es nicht, dass Klostermann auch hochrangige Schuhhersteller beliefert.

Die Red-Wing-Schnürsenkel in unserem Sortiment hingegen dienen als Ersatz, sollten Sie die Riemen in ihren Red-Wing-Schuhen einmal aus optischen Gründen austauschen wollen. Ein Reißen ist hier tatsächlich unwahrscheinlich, werden sie doch aus dem strapazierfähigen Taslan gefertigt – einem unter Hochdruck gewebten Kunstfasermaterial, das vor allem im Outdoor-Bereich zum Einsatz kommt. Bereits seit 80 Jahren stellt Red Wing seine Schnürsenkel in derselben Fabrik her und garantiert so eine gleichbleibend hohe Qualität.

Schuhe schnüren. Für Fortgeschrittene.

Wer im Kindergarten etwas darstellen will, lernt schon früh, seine Schuhe selbst zu schnüren. Die Kunst der Schnürsenkel-Beherrschung ist fast so etwas wie ein Übergangsritus hin zum selbstbestimmten Schulkind. Doch der einfache Schleifenknoten, in der Regel kombiniert mit der klassischen, zugkräftigen Überkreuzschnürung, ist nur die simpelste von unzähligen Techniken, die dem anspruchsvollen Schuhästheten zur Verfügung stehen. Das Thema ist gar so komplex, dass sich im Jahr 2002 ein australischer Mathematiker namens Burkard Polster vollends dem Thema verschrieb und eine eigene „Theorie des Schnürens“ veröffentlichte. Insgesamt acht Schnürfamilien machte er aus, die sich – je nach Anzahl der Löcher – zu Aberhunderten von Schnürvariationen kombinieren lassen.

Die Herausforderung liegt dabei in der Evaluation der optimalen Spielart für die eigenen Bedürfnisse, die sich irgendwo im Spannungsfeld von Komfort und ästhetischem Eindruck finden lässt. In der Regel gilt: je konservativer das Umfeld, desto klassischer die Schnürung. Während bei einem eleganten Oxford-Schuh in der Regel die Parallelschnürung zum Einsatz kommt, kann – zum Beispiel in einem kreativen Umfeld – eine ausgefallenere Variante der Garderobe den letzten Schliff geben. Wer seinen Horizont in Sachen „Schnürsenkel binden“ erweitern möchte, dem sei an dieser Stelle die Website des Australiers Ian Fieggen ans Herz gelegt, der nicht weniger als 43 verschiedene Varianten dieser Disziplin vorstellt und auch darüber hinaus bemüht ist, alle eventuellen Fragestellungen zum Thema gewissenhaft zu behandeln.

In Bezug auf die richtige Länge der Schnürsenkel ist eine verbindliche Antwort leider wenig glaubhaft, da dies nicht nur von der Anzahl der Ösen, sondern vor allem auch von deren Abstand zueinander abhängt. Als grobe Leitlinie können folgende Angaben dienen: 60 cm für 4–6 Ösen, 75 cm für 6–8 Ösen, 90 cm für 10–12 Ösen und 120 cm für 12–16 Ösen. Und grämen Sie sich nicht, sollten Ihre Schuhbänder doch mal wieder gerissen sein. Schon Schopenhauer wusste, dass „Schnürsenkel ihrer Natur gemäß zum Reißen neigen und ein Nachdenken hierüber blöde“ ist. Außerdem wissen Sie ja nun, wo Sie im Fall der Fälle Nachschub bekommen.