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Prachtexemplare ihrer Gattung. Schlitten und Rodel

Davoser Schlitten

Von Schlitten und Rodeln.

Der erste, der über das Rodeln berichtete, war der griechische Biograph und Geschichtsschreiber Plutarch. Nach seinen Schriften sollen die Cimbern, ein germanischer Volksstamm, nackt durch den Schnee auf Berge gelaufen sein, wo sie sich auf breite, flache Schilde setzten, abstießen und zu Tal sausten. Von dort bis zur Nacktrodel-WM unserer Tage in Braunlage im Harz ist es formal nur ein kleiner Schritt, technisch betrachtet liegen jedoch Welten zwischen beiden Ereignissen. Schließlich dauerte es noch viele Jahrhunderte, bis man alpenländische Transportschlitten kurzerhand zu Sportgeräten umfunktionierte bzw. weiterentwickelte, wie wir sie kennen.

Als Geburtsstunde des Rodelsports heutiger Ausprägung wird der 12. März 1883 angesehen. An diesem Tag kam es in der Schweiz auf der Strecke Davos–Klosters zum ersten „Wettschlitteln“. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Rodeln rasant populärer. Überall dort, wo es Berge gab, begannen Handwerksbetriebe mit der Fertigung von Schlitten und Rodeln – teils alteingesessene, teils neue Betriebe, die seinerzeit ihre bis heute währende Tradition begründeten.

Wer sich als der Novize mit dieser Art Wintersport befaßt, lernt zuallererst, daß Schlitten und Rodel nicht dasselbe meint. Ein Schlitten wie der Davoser besitzt eine starre Konstruktion und einen harten Holzsitz. Er ist eher für gemütliches Tempo ausgelegt und wird gelenkt, indem man einen Fuß in den Schnee setzt, gewissermaßen also einseitig bremst.

Der beweglich aufgebaute Rodel mit anpassungsfähigem Sitz ermöglicht dagegen auch hohe Geschwindigkeiten. Er ist so konstruiert, daß er spurtreu ist und selbst auf Eis noch Ausweichmanöver ermöglicht. Man lenkt ihn, indem man die Vorderkante der Kufe innen ent- und außen belastet.

Dies geschieht durch Gewichtsverlagerung – vor allem der Arme –, aber auch mit den Füßen und mit dem an den Kufenenden befestigten Riemen.

Davoser Schlitten

Opulentes Original. Der Davoser Schlitten.
Holz zu biegen, sei es im Möbel- oder Karosseriebau, ist seit vielen Jahren die Kernkompetenz des Schweizer Wagnereibetriebs Graf – weshalb man ihn nicht selten auch dann ruft, wenn Schwierigkeiten auftreten und außergewöhnliche Lösungen gefragt sind.

Vor diesem Hintergund wundert es nicht, daß sich der Davoser Schlitten – der Schlittenklassiker schlechthin – aus seinem Betrieb durch eine Materialität und Verarbeitung auszeichnet, die ihresgleichen sucht und ihn von den vielen schwachbrüstigen Epigonen meilenweit abhebt. Dies zeigt sich in jedem Detail, etwa bei der Stärke des verwendeten Eschenholzes, der enormen Stabilität der Verstrebungen an den Böcken oder den opulenten Gleitschienen, die vorne wie hinten weit um die Enden der Kufen herumgeschlagen sind und so für zusätzliche Festigkeit sorgen. Ein Davoser von Graf ist somit nicht nur ein Schlitten, der seit Generationen gefertigt wird, sondern auch einer, der Generationen überdauern kann.

Dampfgebogenes Eschenholz. Laufschienen und Beschläge Stahl. Länge 1,01 m, Breite 33 cm, Höhe 29,5 cm. Sitzfläche L 74 x B 26,5 cm, Sitzhöhe 23,5 cm. Gewicht 6,1 kg. Belastungsgewicht max. 200 kg.

239,00 

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Robuster Lenkschlitten. Aus den Rocky Mountains.

Einer wohl einzigartigen Idee ist dieser Schlitten zu verdanken – ereilt hat sie Brice Hoskin von Mountain Boy Sledworks im schneeverwöhnten Colorado, wo man seit Jahren Schlitten in verschiedensten Aus-
führungen aus Holz fertigt. 

Lenkschlitten USA

Hoskin montiert an einen der Lenkschlitten statt der sonst üblichen Gleitfläche aus Kunststoff Kufen aus flexiblem Stahl, wie sie auch bei den nicht lenkbaren Modellen verwendet werden, sowie ein Steuergestänge aus Metall und verbindet sie über eine Lenkplatte miteinander.

Lenkschlitten USA

Dem Drehpunkt des Steuergestänges schließlich fügt er einen zweiten, etwas nach hinten verlagerten Drehpunkt hinzu, indem er die Lenkplatte drehbar mit dem Schlittensitz verbindet. Das Ergebnis schließlich überrascht auch den Schlittenbauer.

Für Kurven wie auf Schienen.

Denn ein großer Vorteil dieser Konstruktion ist, wie sich bei einer schnellen Probefahrt ebenso schnell herausstellt, daß der Fahrer mit geringem Kraftaufwand sehr viel Energie auf die Kufen bringen kann. Dadurch lassen sie sich recht leicht nach links und rechts biegen – bis zu einem vollen Bogen. Dies ermöglicht genaue Lenkmanöver, scharfe Kurven bis hin zu Slalomabfahrten – trotz hoher Geschwindigkeit – und erleichtert außerdem das Bremsen. Geradeaus fährt der Schlitten dank der schmalen Metallkufen wie auf Schienen. Ihre Oberfläche ist wie bei Schlittschuhkufen durch einen Hohlschliff nach innen gewölbt, wodurch sie regelrecht durch den Schnee „schneiden“.

Materialopulenz bis ins Detail.
Durch die verwendeten Materialien und die außergewöhnliche Verarbeitung sei laut Hersteller selbst ein Hockey-Stop möglich: „Man setzt sich drauf, fährt los und kann über die Füße mit Unterstützung des Steuerseils lenken, wohin man will. Eine vorher zu erlernende, ausgetüftelte Technik gibt es nicht.“

Sitzfläche und Lenkplatte sind aus klarlackiertem Ahornholz von 2 cm Stärke gefertigt. Kratzer und Kerben können dem schön gemaserten, strapazierfähigen Holz nichts anhaben, sondern werden Insignien des Gebrauchs über viele Generationen hinweg sein.


Für die Haltegriffe an den Seiten werden gerade gewachsene Weidenäste verwendet, die mit Kupferhülsen auf Abstand zum Sitz gehalten werden. Bis auf diese sind alle Metallteile aus rostfreiem Edelstahl, so daß der Schlitten in der schneefreien Zeit in der Garage gelagert werden kann, beim ersten Schneefall jedoch sofort einsatzbereit ist. Sitz und Lenkplatte aus Ahornholz. Griffe aus schwarz lackierten Weidenästen, Abstandshülsen aus Kupfer. Mit einem Polyamidseil.
Länge 1,33 m, Breite 58 cm, Höhe 16 cm. Sitzfläche 113,5 x 31 cm. Gewicht 9,3 kg. Belastungsgewicht max. 150 kg.

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Aus dem Allgäu. Hörnerrodel.
Dieser klassische Hörnerrodel kommt aus einem alteingesessenen Handwerksbetrieb im Allgäu, der seit drei Jahrhunderten Qualitätsprodukte aus Holz fertigt und bis heute in der Tradition eines alten Wagnereibetriebes steht. Er fertigt ihn aus heimischem, gewachstem Eschenholz, das aufgrund seiner hohen Elastizität für den Sportgerätebau prädestiniert ist.

Hörnerrodel Eschenholz

Die Kufen werden im Dampfbiegeverfahren aus einem etwa zweieinhalb Meter langen, massiven Eschenkantholz gebogen, das nach mehrtägigem Trocknen der Länge nach halbiert und weiter-
verarbeitet wird. Die sogenannten Böcke, die das eigentliche Trägerkonstrukt des Schlittens bilden, werden stabil mit den Kufen verzapft und verschraubt, die Laufschienen aus Edelstahl an die Kufen montiert und die Sitzfläche aus feuchtigkeitsunempfindlichem Polypropylen aufgeflochten.

Dampfgebogenes Eschenholz. Kufen und Beschläge Edelstahl. Seil Polyester, Länge 228 cm.

Justierbare Schnurrolle, gedämpftes Akazienholz. Gurtbespannung Polypropylen. Länge 110 cm. Breite 44,5 cm. Höhe 28,5 cm, Sitzhöhe 18,5 cm. Gewicht 5,1 kg. Belastungsgewicht max. 120 kg.

170,00 

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