Auch bekannt als Herzapfel oder Meusers Rote Herbstrenette. Die Sorte wurde vom Niederrhein aus verbreitet und ist seit etwa 200 Jahren bekannt. Einst in sächsischen und thüringischen Gebirgslagen stark vertreten.
Frucht: Ausgezeichneter Tafel- und Wirtschaftsapfel. Genußreife ab Oktober, Haltbarkeit bis März. Mittelgroß, rundlich; zur Reifezeit kräftig gerötet, nicht druckempfindlich. Cremeweißes Fruchtfleisch, rötlich durchzogen,
fein, saftig und würzig.
Baum: Sehr kräftiger Wuchs, Krone
hochkugelig. Späte, langanhaltende Blüte. Aufgrund von Alternanz wechseln mittelhohe und niedrige Erträge; früh einsetzend. Widerstandsfähig gegen Krebs.
Ansprüche an Standort und Klima:
Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit breit anbaufähig – als markanter Solitär, Alleegehölz oder in der Streuobstwiese. Auch für kalkhaltige, magere
Böden geeignet.
Besondere Hinweise: Die Rote Sternrenette
kann besonders alt werden. Verwendung als typischer roter Weihnachtsapfel. Guter Pollenspender. Beste Befruchtersorten: Champagnerrenette, Cox, Gloster, Graham.
Lieferung: Die Gehölze werden zum Teil wurzelnackt, zum Teil im Topf geliefert. Die wurzelnackten Pflanzen werden ohne Erde in Kartons verpackt und die Wurzeln mit feuchtem Stroh vor dem Austrocknen geschützt. Die Pflanzen können nach der Lieferung bei kühlem Wetter noch einige Tage in der geöffneten Verpackung bleiben; besser ist es, sie in Erde einzuschlagen. Bitte beachten Sie, daß das empfindliche Feinwurzelwerk auf keinen Fall austrocknen darf. Jeder Lieferung liegt eine ausführliche Pflanzanleitung bei. Falls die Mengen unserer Baumschule nicht ausreichen, werden wir Sie über den zu erwartenden Lieferzeitpunkt informieren.
Äpfel (Malus domestica).
Unsere heutigen Kultursorten lassen
sich fast alle auf die Wildformen Zwergapfel
(Malus pumila) und Holzapfel
(Malus sylvestris) zurückführen. Der
Apfel wurde schon ab dem Mittelalter
züchterisch bearbeitet; im
19. Jahrhundert kam die
Sortenkunde (Pomologie)
zu ihrer Blüte. Heute sind
viele der alten Sorten vom
Markt verschwunden, da
sie den EU-Normierungen
nicht entsprechen. Einige
dieser altbewährten, sehr gut
für den Hausgarten geeigneten
und geschmacklich hervorragenden
Sorten bieten wir in unserem Sortiment an.
Die Apfelbäume werden etwa 5 m hoch.
Alte Obstsorten und Wildobst.
Wir wissen: Nicht jede moderne Obstsorte
ist schlechter als eine alte, und
nicht jede alte Sorte ist per se gut. Wenn
jedoch heute im Handelseinerlei die
Qualität einer Sorte an Transport- und
Lagerfähigkeit oder auch Einförmigkeit
der Früchte gemessen wird, möchten wir
lieber Kriterien wie Geschmack, Vielfalt
und Eignung zur Selbstversorgung anwenden.
Bei uns finden
Sie ein Sortiment alter, wohlschmeckender
und bewährter Obstsorten, teils echte Raritäten, aber auch früher
weitverbreitete und Kennern durchaus
bekannte Sorten.
Ebenfalls bieten wir eine Auswahl
heimischer Wildobstarten an.
Diese robusten, in der Regel recht
anspruchslosen Bäume und Sträucher
liefern vielfältig nutzbare Früchte für
zum Teil ungewöhnliche Geschmackserlebnisse.
Darüber hinaus sind sie
Bienenweide und Vogelnährgehölz und
– wegen der meist überreichen Blütenfülle
im Frühjahr – von hohem Zierwert.
Von Hoch- und Halbstämmen und Buschbäumen – die Terminologie der Baumschule.
Alle Kultursorten von Obstbäumen
entstehen durch das Aufpfropfen einer
Sorte auf eine fremde Wurzel, die sogenannte
Unterlage. Dieses Verfahren
(die Veredelung) ist unumgänglich, da
nur durch diese vegetative Vermehrung
ein sortenechter Nachkomme
gezogen werden kann.
Die Veredelung erlaubt dem Baumschuler,
neben der Sorte durch die
Wahl der Unterlage auch die Wuchsform
des Baumes festzulegen. Die
Stammhöhe (also die Höhe zwischen
dem Boden und dem untersten
Kronenast) verändert sich zeitlebens
nicht mehr, der Baum wächst nur noch
an den Endknospen weiter.
Hochstamm.
Die ursprüngliche Wuchsform der
meisten alten Kultursorten auf den
Streuobstwiesen; aufgrund einer
Stammhöhe von ca. 160–180 cm
erlaubt sie eine zusätzliche Grünlandnutzung
auf derselben Fläche (oder im Garten auch das Aufhängen
einer Hängematte). Hochstämme sind
ihrer majestätischen Größe wegen als
Lebensraum von besonderem ökologischem
Wert und in der Lage, Schatten
zu spenden. Sie sind aber auch
schwieriger zu pflegen und zu beernten
als kleinere Baumformen und benötigen
eine Fläche von 70–80 qm.
Halbstamm.
Der Halbstamm steht in Kronenbreite
und Wuchs dem Hochstamm in nichts
nach, jedoch ist sein Stamm nur
100–120 cm hoch, wodurch die Krone
leichter zu erreichen ist. Durch Abschneiden
der unteren Kronenäste kann
ein Halbstamm über mehrere Jahre zu
einem Hochstamm erzogen werden.
Die Hoch- und Halbstämme liefern wir
als kräftige, vier- bis fünfjährige Pflanzen.
Die erste Ernte können Sie – richtige
Pflege vorausgesetzt – etwa 5 Jahre
nach der Pflanzung erwarten. Dies kann
natürlich nur ein Anhaltspunkt sein; die
erste Ernte kann, durch Sortenwahl
oder Umwelteinflüsse bedingt, Jahre
früher oder später eintreten.
Buschbaum.
Der Buschbaum bietet sich dann an,
wenn der Platz im Garten knapp ist.
Hier ist die Sorte auf eine schwachwachsende
Unterlage veredelt, die
Bäume mit einer Stammhöhe von ca. 50-70 cm werden nur etwa 3 m hoch und
haben einen Platzbedarf von 12–16 qm.
Zudem tragen sie schon nach wenigen
Jahren; sie sind (mit einer Lebenserwartung
von 15–20 Jahren) allerdings
nicht so langlebig wie Hochstämme, die
bei guter Pflege bis 50 (Äpfel und Quitten)
oder 100 (Birnen) Jahre alt werden
können.
Pflanzabstand Halb- und Hochstämme
(Buschbäume).
Äpfel 6–8 m (3–4 m), Birnen 5–7 m,
Süßkirschen 6–9 m, Pflaumen 4–6 m,
Quitten 4–5 m (2–3 m).
Befruchtungsverhältnisse.
Einige der wichtigsten Obstarten (Äpfel,
Birnen, Süßkirschen und andere) befruchten
sich nicht selbst, d.h., sie benötigen
zur Fruchtbildung einen guten
Pollenspender in der Nachbarschaft
(max. 200 m entfernt). Da die örtlichen Verhältnisse diesbezüglich oft schwer
einschätzbar sind, kann es vorkommen,
daß ein Obstbaum trotz Blüte
keine Früchte trägt.
Anmerkung zur Standortwahl.
Viele Böden in Deutschland sind
ohne bodenverbessernde Maßnahmen
(Kalkung) zu sauer für anspruchsvolle
Obstgehölze. Bitte erkundigen Sie
sich im Zweifelsfall bei den örtlichen
Gartenbauvereinen.