Oberleder vollnarbiges Rindleder (Lederstärke
2–2,2 mm). Brandsohle grubengegerbtes
Rindleder. Mit einer
formbaren Einlage am Längsgewölbe
des Fußes. Laufsohle feinprofiliertes
Gummi. Schnürösen aus Metall.
Amerikanische Größenangaben.
„Deliver the letter, the sooner the better.“
Dies war in den 1960er Jahren noch der Uniformschuh – mit anderen Worten: der Arbeitsschuh – der Postbediensteten in den USA. Das glänzend polierte, dunkelschwarze Leder (ein vollnarbiges Rindleder) verleiht dem Modell äußerlich eine gewisse Eleganz und Erhabenheit; von innen ist der leichte Schuh ganz auf Tragekomfort und Bequemlichkeit ausgerichtet. In einer Achtstundenschicht mußten die Briefträger ja unter Umständen ganz schöne Strecken zurücklegen – zu Fuß, nicht, wie heute vielerorts üblich, mit dem Auto. Das Oberleder wird für den „Postman“ so zugeschnitten, daß bei der Fertigung innen nur eine einzige Naht nötig wird, die wiederum unter dem Futter verschwindet: So scheuert nichts, und Druckstellen können gar nicht erst entstehen. Eine formbare Einlage verstärkt den Laufkomfort noch, zusammen mit der durchgehenden, feinprofilierten und abriebfesten Sohle aus Vollgummi. Die metallenen Schnürösen sind von der Unterseite her eingeschlagen.
Red Wing Shoe Company.
Seit 1905 werden in Red Wing, Minnesota, Arbeitsschuhe hergestellt, die für ihre ausgezeichnete Paßform und ihre lange Lebensdauer berühmt sind. Das vollnarbige Rindleder, aus dem Red Wings gemacht werden, wird in einem sehr speziellen Verfahren gegerbt, das Ende der 1940er Jahre aus der Mangelsituation der Kriegsjahre heraus entwickelt und für Red Wing patentiert wurde: in Mineralöl nämlich. Dadurch erhält es einen Fettgehalt von 22% (normal sind 8–10%), der das Leder trotz seiner Stärke einmalig geschmeidig, strapazierbar und wasserabstoßend macht. Genäht sind die Schuhe mit dem Goodyear-Verfahren, das auf maschinellem Weg den durchaus komplizierten Vorgang des Rahmennähens nachvollzieht.