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Rahmengenähte Schuhe – gut zu(m) Fuß

Ihr guter Ruf eilt rahmengenähten Schuhen voraus: Qualitativ hochwertig, lange haltbar und bequem zu tragen sind nur drei der Attribute, die sie zu Recht beanspruchen. Doch Obacht: Schwarze Schafe in der Schuhherde versuchen, diesen Glanz für sich zu nutzen, ohne die Eigenschaften mitzubringen, die rahmengenähte Schuhe im Herzen ausmachen. Bei unseren traditionsreichen Herstellern wie Dinkelacker, Heschung oder Schuh Bertl können Sie sich der Machart sicher sein. Und sollten Sie sich einmal in einer hitzigen Diskussion über rahmengenähte Schuhe wiederfinden, geben wir Ihnen hier profundes Wissen an die Hand, das sich auch beim nächsten Schuhkauf als nützlich erweisen könnte.

 

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Rahmengenähte Schuhe bei Manufactum

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Rahmengenähte Schuhe. So wird ein Schuh draus.

Wer abfällig von „zusammenschustern“ spricht, hat sich wohl niemals mit dem aufwendigen Handwerk beschäftigt, das sich hinter der Herstellung eines rahmengenähten Schuhs verbirgt. Ohne die Schemaskizze eines aufgeschnittenen Exemplars dieser Konstruktion ist der genaue Prozess im Grunde nur in vielen Worten erschöpfend zu behandeln. Nichtsdestotrotz versuchen wir uns zu beschränken und setzen auf Ihre ausgeprägte Auffassungsgabe.

Grundsätzlich besteht jeder Schuh aus zwei Teilen: dem Schaft, der den Fuß umschließt, und der aus mehreren Schichten zusammengesetzten Sohle. Allerorten um sich greifende Spartendenzen haben dazu geführt, dass die Verbindung der beiden Teile – fachsprachlich Machart genannt – heute hauptsächlich durch Anvulkanisieren, Anspritzen oder Verkleben geschieht. Traditionell jedoch und auch qualitativ am höchsten einzuschätzen ist das Vernähen, worunter das Rahmennähen wiederum die Spitzenposition bekleidet. Ursprünglich in Handarbeit ausgeführt, geschieht der Prozess heute fast immer in maschineller Fertigung: Das von Charles Goodyear jr. in den 1870ern patentierte Verfahren bildet den manuellen Vorgang in ebenso anspruchsvoller Manier nach. Das beschreibende Element „Goodyear welted“ kann daher ohne Zögern als gleichwertiges Synonym für rahmengenähte Schuhe angesehen werden. Wer dezidiert nach handgenähten Exemplaren sucht, findet sie als „handeingestochen“ oder „handrahmenvernäht“ attribuiert.

Grundsätzlich besteht die Herstellung eines rahmengenähten Schuhs aus vielen verschiedenen Arbeitsschritten. Das konstituierende Element dieser Machart jedoch ist die von außen unsichtbare Einstechnaht. Mit ihr wird die Innensohle – der Fachmann spricht hier von Brandsohle – auf der Unterseite mit Ober- und Futterleder des Schafts vernäht und im gleichen Schritt der namengebende Rahmen – ein schmaler, umlaufender und außen etwas vorstehender Lederstreifen – angebracht. An diesem wird anschließend mit einer weiteren Naht die ebenfalls etwas breiter als der Schaft angelegte Laufsohle angebracht. Brandsohle und Laufsohle sind auf diese Weise nur mittelbar durch den Rahmen verbunden.

Alles im Rahmen. Die zwiegenähte Variante.

Während die klassische Rahmennähung vor allem feines Schuhwerk auszeichnet, kommt ihre Variante, die zwiegenähte Machart, in der Regel bei rustikaleren Schuhen zum Einsatz. Auch hier ist die separate Einstechnaht konstitutives Merkmal, allerdings wird der Rahmen – statt zwischen Brand- und Laufsohle – außen auf dem Schaft liegend mitgenäht, so dass die Einstechnaht in diesem Fall neben der sogenannten Doppelnaht, die Rahmen und Laufsohle verbindet, sichtbar wird. Gut zu beobachten ist dieses Phänomen bei unseren Arbeitsstiefeln aus dem Hause Bertl.

Den Schuh ziehe ich mir an. Die Vorteile rahmengenähter Schuhe.

Rahmengenähtes Schuhwerk zu kaufen ist vor allem in Bezug auf ihre lange Haltbarkeit und die herstellungsbedingte Reparaturfreundlichkeit eine lohnende Investition. Eingangs mag die Anschaffung hier oder da kostspieliger wirken, jedoch gleicht sich die Waage schnell aus, wenn man bedenkt, dass Schuhe auf jahrelange Nutzung ausgelegt sind und durch die zweifache Nähung jederzeit neu besohlt oder gar vollständig neu aufgebaut werden können, während der restliche Schuh erhalten bleibt – immer vorausgesetzt, man wartet nicht zu lange mit den nötigen Restaurierungsmaßnahmen. Hinzu kommt, dass durch die separaten Nähte keine direkte Verbindung zwischen Außen und Innen besteht und Feuchtigkeit effektiv am Eindringen gehindert wird.

Nicht direkt durch die Machart beeinflusst, aber durchaus maßgebend für einen rahmengenähten Schuh, sind weitere Aspekte, die vor allem in der anspruchsvollen Herstellung an sich begründet liegen. Denn wer die hochwertigste Machart wählt, wird geneigt sein, dem restlichen Schuh dieselbe Sorgfalt und das gleiche Qualitätsbewusstsein angedeihen zu lassen. So passt sich der Schuh dank des Einsatzes bester Materialien individuell der Fußanatomie des Trägers an und gewährleistet so optimalen Tragekomfort bei gleichzeitig hoher Passformtreue. Der Fuß ermüdet nicht, und so wird auch der Träger des Schuhs niemals müde.

Aus dem Rahmen gefallen. Wie erkennt man einen rahmengenähten Schuh?

Auch wenn wir gerne anderes behaupten würden: Rahmengenähtes Schuhwerk erkennt man nicht auf den ersten Blick – und selbst auf den zweiten ist eine klare Identifizierung nicht immer möglich. Die Annahme, eine deutlich sichtbare Doppelnaht am Rahmen würde zweifelsfrei auf gute Schuhe hinweisen, ist bedauerlicherweise falsch. Vielfach wird heute durch eine eingeklebte Zwischensohle mit Pseudonaht versucht, höhere Qualität vorzutäuschen. Dabei ist es einzig die – und hier beißt sich die Katze in den Schwanz – unsichtbare Einstechnaht, die einen rahmengenähten Schuh eindeutig als einen solchen ausweist.

Am ehesten offenbart sich das versteckte Erkennungszeichen durch starken Druck auf den Schaft oberhalb des Rahmens. Doch je besser die Schuhe gearbeitet sind, desto eher werden sie ihre wahre Größe und Qualität zu verschleiern wissen. Am sichersten ist es, sich auf die Angabe „Goodyear welted“ zu verlassen. Oder aber auf die sorgsam zusammengestellte Auswahl im Manufactum Sortiment.