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Pike Brothers – Arbeit ist (nur) das halbe Leben

Funktional ist nicht immer schick – und das Gleiche gilt auch umkehrt. Ein Blick in die Schaufensterauslagen zeigt nur allzu oft: Ästhetik und Zweckmäßigkeit scheinen schwer vereinbar. Mit seinen nach historischen Vorbildern gefertigten Kleidungsstücken aus dem Bereich der Arbeitsbekleidung beweist das Vintage-Label Pike Brothers aus dem oberbayrischen Bad Feilnbach, dass gutes Aussehen und praktischer Nutzen sich aber mitnichten ausschließen. Von der aufwendig gearbeiteten Fliegerjacke über die klassische Roamer Jeans bis hin zur robusten Weste aus schwerem Atlasgewebe – Pike-Brothers-Produkte überzeugen in jeder Lebenslage, weit über die Arbeit hinaus.

 

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Pike Brothers bei Manufactum

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Pike Brothers mal zwei. Eine Unternehmensgeschichte zwischen 1930 und 2008.

Es waren einmal zwei Brüder, George und Joseph Pike, die im Jahr 1930 beschlossen, sich mit einer kleinen, aber exklusiven Herrenschneiderei selbständig zu machen – schließlich waren sie Briten und lebten in London, wo hochwertige, maßgeschneiderte Herrenbekleidung mindestens so wichtig war wie die Luft zum Atmen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges jedoch erweiterten sie ihr Sortiment. Immer mehr amerikanische Soldaten kamen in die Stadt, und die „Pike Brothers“ erkannten und bedienten den wachsenden Bedarf an Uniformen für die Streitkräfte der USA. Das Besondere dabei: Sie kombinierten die klassischen Schnitte des Militärs mit feinen europäischen Stoffen und englischer Handwerkskunst. Irgendwann aber war der Krieg vorbei, die Amerikaner zogen ab, und einige Jahre später, Ende der 1950er oder zu Beginn der 1960er Jahre, schloss auch der Betrieb der Gebrüder Pike seine Türen.

Spulen wir vor bis ins neue Jahrtausend, in dem der Englisch- und Geschichtslehrer Fabian Jedlitschka in seiner Freizeit mit selbstrestaurierten Motorrädern und Autos über die Oldtimertreffen tingelt. Motorisierte Authentizität ist ihm dabei nicht genug. Als Sammler historischer Armee- und Arbeitsbekleidung trägt er seine Leidenschaft für die 1930er bis 1950er Jahre auch am eigenen Leib zur Schau. So viel Liebe zum Detail kommt gut an. Im Jahr 2007 hängt Jedlitschka daher seinen Lehrerberuf an den Nagel und macht sich zusammen mit seiner Frau – einer ausgebildeten Stoffingenieurin – selbständig, um authentische Garderobe auf Basis historischer Schnittmuster herzustellen, die auch in ihrer Materialbeschaffenheit den Vorbildern in nichts nachsteht. In seinem Fundus befindet sich eine Originaljacke der Pike Brothers, und als Reminiszenz an deren Kunstfertigkeit gibt er seinem neugegründeten Unternehmen ihren geschichtlich verbürgten Namen. Wenn schon authentisch, dann richtig.

Wie aus dem Museum. Produktentwicklung bei Pike Brothers.

Entwickeln bei anderen Unternehmen kreative Köpfe die Schnitte, werden sie bei Pike Brothers kuratiert. Historische Originale aus den verschiedensten Arbeitsbereichen und mit den unterschiedlichsten Materialanforderungen werden gesammelt, erst seziert und dann rekonstruiert: Schnitte werden 1:1 abgenommen, Stoffe in Zusammenarbeit mit kleinen, traditionsbewussten Webereien neu aufgelegt und die Kleidungsstücke schließlich in ausgewählten europäischen Schneidereien in Handarbeit hergestellt. So entstehen Produkte, die nicht nur optisch eine Geschichte erzählen, sie sind genau wie ihre Vorbilder hochfunktionell und bieten – egal bei welcher Tätigkeit – höchsten Komfort.

Bewährt, aber nicht von gestern. Pike Brothers im Manufactum Sortiment.

Ein Klassiker von Pike Brothers im Manufactum Sortiment ist die Roamer Pant, eine charakteristische Jeans aus der Zeit, als Denim-Hosen noch nicht in jedem Kleiderschrank zu finden waren, sondern als zweckmäßige Überhosen dienten. Da sie in Einheitslänge produziert wurden, schmückte sie in der Regel ein Umschlag, um die Länge zu regulieren, während Hosenträger und der „Cinch Back“ genannte Taillenriegel die Jeans am Rutschen hinderten. Es sind solch kleine Details, die einerseits die Authentizität der Pike-Brothers-Produkte unterstreichen und sie andererseits aus der Masse herausheben. Als Tribut an moderne Zeiten und für noch mehr Komfort werden sie heute allerdings in allen Größen hergestellt.

Das Raw-Denim-Gewebe der Roamer Pant, das auch bei der Pike Brothers Denim Jacke zum Einsatz kommt, hat mit dem Jeansstoff, wie er heute mehrheitlich verkauft wird, nur wenig zu tun. Der Denim kommt ungewaschen und hart – man kann fast sagen brettartig – zum Kunden. Webkanten die sogenannten „selvages“, zeugen von der Herstellung auf alten Webstühlen, und dank Avivage-Behandlung zeichnet sich das Material durch eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit aus. Um diese zu erhalten und gleichzeitig ein Einlaufen zu verhindern, sollten die Pike-Brothers-Produkte aus Raw Denim idealerweise drei bis sechs Monate nicht gewaschen werden. Eine Anleitung, wie sie anschließend zu behandeln sind, liefern wir mit. In der Zwischenzeit können sich Hose und Träger aneinander gewöhnen und eine ganz persönliche Bindung eingehen. Zeitweilig war es zwar modern, diesen Vorgang zu beschleunigen, indem man sich mit seiner neuen Jeans in die Badewanne setzte und sie anschließend am Körper trocknen ließ, aber auch hier gilt – wie bei so vielem: Gut Ding will Weile haben. An der perfekten Jeans muss man arbeiten, selbst wenn man sie nicht zur Arbeit trägt.

Auch jedes andere Kleidungsstück der Pike Brothers, das den Weg ins Manufactum Sortiment findet, ist nach historischer Vorlage gefertigt und hat sich durch die optimale Verbindung von Schnitt und Material bei Arbeit und Freizeit gleichermaßen bewährt. Sei es die mit Pferdeleder besetzte Lammfell-Fliegerjacke, die Hunting Pant aus „Duck Canvas“, einem Gewebe das in den 1940er Jahren üblicherweise im Kontext von Jagd und Arbeiten auf freier Flur eingesetzt wurde, oder Arbeitshose und Weste aus „Elephant Skin“, einem scheuerfesten Atlasgewebe, das mit der Zeit eine fast lederartige Anmutung entwickelt und aufgrund seiner Struktur nicht nur Schweißfunken, sondern auch etwaige Zweifel an seiner Widerstandsfähigkeit abperlen lässt. Hinsichtlich der Funktionalität müssen Sie sich keine Sorgen machen, offen bleibt lediglich die Stilfrage. Aber auch die erübrigt sich, sobald Sie das erste Mal eines der Stücke übergezogen haben. Da gehen wir jede Wette ein.