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Obstbäume schneiden

Obstbaeume schneiden

Spätestens bis Ende des Monats sollte der Schnitt von Bäumen und Hecken erfolgt sein, da dann die Brutzeit der heimischen Vogelarten beginnt. Zum Schutz der Vögel müssen umfangreichere Schnittmaßnahmen nun vom 1. März bis zum 1. Oktober ausgesetzt werden.

Allgemeine Hinweise zum Schnitt von Obstbäumen

  • Generell werden Obstbäume geschnitten, um eine Balance zwischen Fruchtbildung und Triebwachstum zu schaffen und die Vitalität und Fruchtbarkeit der Gehölze zu erhalten.
  • Am Ende des Winters muß die Kraft des Obstbaumes auf die Entwicklung zahlreicher Blüten und die spätere Ausbildung gesunder Früchte konzentriert werden.
  • Das Auslichten der Krone bringt zudem zwei weitere Vorteile mit sich: Da das Holz in einer offenen Krone nach Regengüssen besser abtrocknen kann, wird die Gefahr von Pilzinfektionen vermindert. Zudem fördert ein höherer Lichteinfall in die Krone die Ausfärbung, den Geschmack und den Vitamingehalt der Früchte.
  • Je stärker der Schnitt, desto stärker treibt der Baum wieder aus. Dies allerdings auf Kosten der Blüten und der Fruchtbildung, da der Baum verstärkt neue Triebe und Blätter bildet.
  • Je stärker ein Obstbaum wächst, desto später sollte man ihn schneiden, da ein später Schnittermin den Wuchs hemmt und die Bildung von fruchtbaren Kurztrieben fördert. Schwachwachsende Bäume (z.B. Spindelbäume) am besten also schon im Spätherbst schneiden, starkwachsende Bäume dagegen besser erst im Frühjahr.
  • Äpfel, Birnen und andere Kernobstsorten können das Jahr über geschnitten werden. Vorteilhaft ist der Schnitt im Winter, da das Astgerüst der Krone im unbeblätterten Zustand besser zu begutachten ist. (Steinobst wie Kirsche oder Pflaume sollte im belaubten Zustand nach der Ernte geschnitten werden. Bei vielen Steinobstarten ist kein jährlicher Schnitt vonnöten.)
  • Bei Temperaturen unter -5 °C gar nicht schneiden; das Holz ist dann relativ brüchig und verheilt sehr schlecht.
  • Nur mit scharfem und sauberem Werkzeug arbeiten.

Welche Äste werden geschnitten bzw. komplett entfernt?

  • Totes oder beschädigtes Holz.
  • Äste, die aneinanderscheuern oder sich kreuzen und sich somit gegenseitig verletzen könnten.
  • Senkrechtwachsende Äste (Wasserschosse); sie tragen nur sehr wenig Früchte. Optimal ist ein Winkel von etwa 35°.
  • Äste, die nach innen oder zu dicht wachsen. Sie behindern andere Zweige und bilden wenige bis gar keine Blüten bzw. Früchte aus.
  • Äste, die parallel zueinander wachsen, konkurrieren miteinander und nehmen sich gegenseitig Licht und Raum weg. Einen der beiden Triebe frühzeitig komplett entfernen.
  • Astgabeln sollen sich möglichst nicht bilden, denn hier sammelt sich Regenwasser an und bietet Fäulnispilzen einen optimalen Untergrund. Sobald sich ein Ast gabelt, einen der beiden entstehenden Zweige frühzeitig entfernen.
  • Äste, die Rindenkrankheiten aufweisen, müssen zur vollständigen Bekämpfung bis 30 cm ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Auch sogenannte Fruchtmumien (also vertrocknete Früchte des Vorjahrs), Blätter mit Raupennestern und mit Mehltau befallene Triebspitzen entfernen.
  • Generell gilt: Je mehr Schnittstellen entstehen, desto mehr Wunden hat der Baum. Es ist besser, die Äste direkt am Ansatz (also komplett) zu entfernen, als immer wieder einzelne Äste zukappen.
  • Ist die Schnittstelle am Rand ausgefasert oder ausgerissen, den sogenannten Wundrand mit einem scharfen Messer sauberund glatt nachschneiden – dies fördert eine zügige Wundheilung.
Sägen

Dickere Äste mit einer scharfen Baumsäge entfernen

Die verschiedenen Phasen des Obstbaumschnitts (am Beispiel eines Apfelbaums):

1. Der Pflanzschnitt
Er erfolgt unmittelbar vor oder nach der Pflanzung. Gute Baumschulen liefern in der Regel schon pflanzfertig beschnittene Bäume.

 

  • Die steil aufgerichteten Seitenäste, die mit dem Mitteltrieb um die Stellung als Haupttrieb konkurrieren, entfernen.
  • Den Mitteltrieb und die verbleibenden Seitentriebe leicht einkürzen, damit sie sich besser verzweigen.
  • Nach der Pflanzung alle zu steil stehenden Seitenäste – die zukünftigen Leitäste – waagerecht herunterbinden. Mit dieser Maßnahme wird ein zu starker Austrieb gehemmt und die Bildung von kurzen Seitenästen mit Blütenknospen gefördert, aus denen sich später die Früchte bilden. Darauf achten, daß dabei die Äste nicht zu stark eingeschnürt werden, und weiches, dehnbares Bindematerial wie zum Beispiel Kokosstrick oder spezielles Schlauchband aus dem Gartenfachhandel verwenden.

2. Der Aufbauschnitt
Am Ende des ersten Standjahrs ist ein erneuter Rückschnitt erforderlich. Dieser Aufbauschnitt soll dazu führen, daß sich der Baum gut verzweigt und die gewünschte spindelförmige Krone ausbildet.

 

  • Die steil nach oben wachsenden Seitenzweige und lange, unverzweigte Triebe einkürzen, um die Bildung von fruchttragenden Zweigen zu fördern.
  • Alle Äste entfernen, die sich zu stark nach unten neigen, an anderen Ästen reiben oder ins Kroneninnere wachsen.
  • Wird nur schwach oder gar nicht geschnitten, trägt der Baum zunächst mehr Früchte. Da aber die Fruchtbildung auf Kosten des Triebwachstums geht, wird ein – in der Aufbauphase – nicht regelmäßig geschnittener Baum immer weniger junge Zweige bilden und in der Folge vorzeitig vergreisen.

3. Der Erhaltungsschnitt
Ist der Aufbau der Baumkrone abgeschlossen (bei Buschbäumen nach etwa fünf, bei Halb- und Hochstämmen nach sechs bis sieben Jahren), beginnt die Phase des Erhaltungsschnitts. (Die ganz oben beschriebenen Schnittregeln beziehen sich auf diese Schnittphase.) Ab jetzt geht es vorwiegend darum, die Fruchtbarkeit des Baums zu erhalten und dafür zu sorgen, daß alle Früchte genügend Sonnenlicht bekommen und gut ausreifen können.

 

  • Die steil nach oben und ins Kroneninnere wachsenden Triebe weiterhin entfernen und zu dichte Kronenpartien auslichten.
  • Das älteste Fruchtholz bringt nun kaum noch gute Früchte hervor. Man erkennt es an den starken Verästelungen, außerdem hängt es wegen der jährlichen Fruchtlast oft stark nach unten über. Diese alten Fruchtzweige deshalb auf einen jüngeren, vitalen Seitenzweig zurückschneiden.

Es wird benötigt:

Werkzeug: scharfes, sauberes Schneidwerkzeug (je nach Größe der Pflanze und Dicke der Äste: Amboß- oder Bypass-Scheren mit kurzen oder langen Griffen; eher kleine Säge, die auch in dicht gewachsene Kronen geführt werden kann), scharfes Messer zum Glattschneiden von Wundrändern, Leiter. Zubehör: gut sitzende, warme Arbeitshandschuhe, Behältnis für Schnittgut, weitergehende Fachlektüre zum Schnitt von Obstbäumen.

Zubehör für den Obstbaumschnitt

Gartenscheren. Eine für jeden Zweck

Für jede Schneidarbeit gibt es ein spezielles Gerät. Einfacher wird also die Auswahl, wenn man sich zunächst die Frage stellt, was geschnitten werden soll – eine Blumenschere eignet sich schließlich nicht zum Schnitt von Ästen und rückte man umgekehrt den Blumen im Garten mit einer Astschere zu Leibe, würde das die Pflanze nur schädigen. Je nach Verwendungszweck unterscheiden sich Gartenscheren hauptsächlich in der Größe ihrer Blätter und Griffe. Eine Heckenschere, mit der man beim Rückschnitt eher in der Fläche arbeitet, hat z.B. lange Blätter, im Verhältnis dazu aber recht kurze Griffe.
Gartenscheren

Aromatische Frucht. Alte Obst- und Wildgehölze

Nicht jede moderne Obstsorte ist schlechter als eine alte, und nicht jede alte Sorte ist per se gut. Wenn jedoch heute im Handelseinerlei die Qualität einer Sorte an Transport- und Lagerfähigkeit oder Gleichförmigkeit gemessen wird, möchten wir lieber Kriterien wie Geschmack, Vielfalt und Eignung zur Selbstversorgung anwenden. Wir bieten daher wohlschmeckende, altbewährte Obstsorten an, teils echte Raritäten, aber auch früher weitverbreitete Sorten. Diese robusten, in der Regel recht anspruchslosen Bäume und Sträucher liefern vielfältig nutzbare Früchte für zum Teil ungewöhnliche Geschmackserlebnisse.
Alte Obst- & Wildobstgehölze