Warenkorb

Nigel Cabourn, der Geschichtenerzähler

Es sind nicht nur Texte und Bilder, die Geschichten erzählen, auch Kleidungsstücke zeugen auf inspirierende Weise von der Vergangenheit. Der englische Modemacher Nigel Cabourn findet solche Zeitzeugnisse – vor allem aus den Bereichen Militär, Expedition, Arbeitsbekleidung oder auch Sport –, haucht ihnen neues Leben ein und hält so die ihnen innewohnenden Erinnerungen am Leben. Erinnerungen und Geschichten echter Menschen, erzählt von ihren Jacken, Pullovern und Hosen.

 

Weiterlesen

Nigel Cabourn für Damen bei Manufactum

Diese Produkte könnten Sie ebenfalls interessieren: Amor lux


Jäger und Sammler. Wie Nigel Cabourn Vintage entdeckte.

Nicht nur die Kleidung von Nigel Cabourn blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, auch die Person Nigel Cabourn als Modedesigner hat bereits eine lange Geschichte. Siebzehnjährig begann er 1967 seine Ausbildung am Newcastle College of Fashion – weit oben im rauen englischen Norden –, brach sie jedoch bereits nach drei Jahren wieder ab. Seine Zukunft lag klar vor seinem inneren Auge: Sein Ziel war es nicht, für andere zu arbeiten, Nigel Cabourn wollte selbstständig sein: eigene Mode entwerfen, unter seinem eigenen Namen.

Bereits nach zwei Jahren kam der Durchbruch: Cabourn traf auf den nur wenig älteren Designer Paul Smith, der ihn unter seine Fittiche nahm. Nigels Kleidung, die bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich regional um Newcastle herum zu kaufen war, war plötzlich auch in London zu haben. Und noch wichtiger: Smith führte Cabourn in eine für ihn völlig neue Welt ein – die der Vintage-Bekleidung. Es war eine Jacke der Royal Air Force, gefertigt aus wasserabweisendem Ventile, die Nigel Cabourns Begeisterung weckte und seine von der Musikszene der 1970er Jahre beeinflusste modische Ausrichtung mit einem Schlag in die Richtung manövrierte, die ihn und seine Marke bis heute formt. Seitdem steht der Name Nigel Cabourn vor allem für eines: Kleidung mit Charakter – Mode, die nicht durch Trends beeinflusst wird, sondern von der Vergangenheit.

Über 40 Jahre später ist aus Nigel Cabourn ein passionierter Sammler historischer Stoffmuster und vor allem historischer Bekleidung geworden. Mehr als 4.000 Stücke umfasst seine Sammlung, manch ein besonders wertvolles Exemplar zählt dabei über 100 Lenze. Von vier Monaten, die er im Jahr um die Welt reist, verbringt er nach eigenem Bekunden 25% auf Flohmärkten oder in Vintage-Läden mit der Jagd nach neuen Schätzen, die ihm wiederum als Ideenlieferanten für seine Kollektionen dienen. Teils sind es auch alte Fotografien, die den ersten Inspirationsfunken sprühen lassen – wobei Cabourn es niemals bei der oberflächlichen Betrachtung bewenden lässt, denn ein Bild sagt niemals so viel wie ein Kleidungsstück, das man fühlen, wenden und im Detail untersuchen kann. Wessen er nicht habhaft werden kann, versucht der Designer daher in Museen aufzuspüren. Authentizität, vor allem im Bereich des Materials, ist ihm das höchste Gebot.

Erbe der Vergangenheit. Erbe für die Zukunft.

War es früher die Kleidung an sich, die Nigel Cabourn inspirierte, trat irgendwann der Mensch in den Vordergrund, der sie trug – und, dokumentiert durch seine Mäntel, Mützen und Hemden, die Dinge, die er erlebt hatte. 2003 startete Cabourn mit der ersten vollständig einer Person und ihrer Geschichte gewidmeten Kollektion: Edmund Hillary und der Erstbesteigung des Mount Everest im Jahr 1953. Was folgte, waren unter anderem Robert Falcon Scott und die britische Antarktisexpedition in den 1910er Jahren, der britische Heerführer und Sieger über Erwin Rommels Afrikakorps Field Marshal Bernard Montgomery und – ein ganz persönlicher Moment für Nigel Cabourn – eine Linie im Namen seines Vaters, der während des Zweiten Weltkrieges in Burma stationiert war. Darüber hinaus zeigte sich Cabourn in den vergangenen Jahren recht umtriebig in der Zusammenarbeit mit anderen Modemarken. Dass er dabei den Fokus genau wie Manufactum auf die guten Dinge legt, beweisen die vielfältigen Überschneidungen mit traditionsreichen Herstellern aus unserem Sortiment: Red Wing, Filson und Armor lux sind nur drei der Unternehmen, in deren Archiven Nigel Cabourn graben durfte, um manchen Schatz und seine Geschichte dahinter zu bergen.

Die handwerkliche Qualität der neu aufgelegten Kleidung ist dabei jederzeit von höchster Priorität. Genau wie ihre historischen Vorbilder sind Nigel-Cabourn-Produkte hochfunktional und gleichzeitig ausgesprochen komfortabel. Gefertigt aus besten Stoffen, die er nicht selten von spezialisierten Manufakturen dem Original entsprechend nachweben lässt, besetzt mit historisch akkuraten Beschlägen und zumeist von englischen Schneidereien verarbeitet, bewähren sich die Jacken und ihre Begleiter heute genauso wie in der Vergangenheit. Als Zugeständnis an modische Vorlieben der Jetztzeit erfahren die Stücke in der Regel geringere Anpassungen, sind beispielsweise etwas schlanker geschnitten, darüber hinaus atmen sie jedoch noch immer die Luft ihrer Entstehungszeit. Und wenn es nach Nigel Cabourn geht, erzählen sie ihre Geschichten auch noch Ihren Kindern und Kindeskindern. Haltbar genug dafür sind sie.