England kann es.
Nur einen Monat nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kündigte das britsche „Council of Industrial Design“ für das folgende Jahr eine dann vielbeachtete Ausstellung an: „Britain Can Make It“ - England kann es! Nicht nur sollte diese Messe einem dringend neu zu gewinnenden Exportmarkt „die besten Alltagsgüter aus britischer Produktion“ vorstellen. Sie regte gleichzeitig in England eine breite Auseinandersetzung über den zukünftig wünschenswerten Einfluß des Industriedesigns auf diese Dinge des täglichen Gebrauchs an.
Möbel für den Hausgebrauch. Von Lucian Ercolani.
Der Fabrikant Lucian Ercolani aus High Wycombe, Sohn italienischer Einwanderer, erkannte in diesem nationalen Forum die große Chance für eine befreiende, formale Zäsur auch im britischen Möbelbau.
Als auch technisch versierter Gestalter hatte er sich 1920 selbständig und in der Technik des Dampfbiegens einen Namen gemacht. Für „Britain Can Make It“ entwarf Ercolani eine erste Kollektion erschwinglicher, zierlich eleganter Möbel für den alltäglichen Hausgebrauch.
Und warf damit zugleich und über viele Jahre wegweisend die Schwere und Wucht englischer Möbel früherer Jahre über Bord. Seine damals aufgebaute Möbelfabrik ist heute – in dritter Generation und von hohem Ansehen – eine der letzten ihrer Art in der Gegend um High Wycombe westlich Londons, dem ehemals pulsierenden Zentrum der (Stuhl-)Möbelindustrie in England.
Leichte Couch. Und im Nu ein Ruhelager.
Ein Ercolani-Möbel, noch deutlich geprägt vom Aufbruchsgeist der Nachkriegszeit, ist diese Couch, entworfen allerdings Ende der 1950er Jahre. Aus Begeisterung für technische Innovation und aus der Not knappen Materials konstruierte Ercolani auch dieses leichte, modular aufgebaute Polstermöbel. Es hat nichts zu verbergen, stellt aber gleichwohl sein komplexes Herstellungsverfahren nicht aus. Während bei heute üblichen „Schlafsofas“ noch größere Umbauten an Möbel und Zimmereinrichtung vor dem Einsatz als Ruhelager vorgenommen werden müssen, schläft man – lediglich die Rückenpolster entfernt man dafür - auf diesem längst. Ganz egal, ob nun als Mittagsschläfer, oder als Übernachtungsgast.
Ein schöner Rücken. Aus Rüster.
Für die Rückenlehne der „Studio Couch“ wird seit jeher Rüster verwendet, eine Spezialität der Möbel Ercolanis, der sich von den technischen Hürden bei der Verarbeitung dieses lange als „unzähmbar“ geltenden Holzes nicht abschrecken ließ. Das Holz der Ulme – wegen eines von Pilzen ausgelösten Baumsterbens im Möbelbau eine Rarität geworden – bezieht seinen hohen dekorativen Wert aus seiner intensiven Maserung. Diese verleiht der Rückenlehne einen durchaus eigenständigen Auftritt. Das technisch aufwendig gestaltete Sofagestell – etwa die dampfgebogene Armlehne – ist aus klarlackiertem Buchenholz, der Spannboden aus speziell für diese Zwecke konzipierten italienischen Gummigurten. Sitzfläche und Rückenpolster sind aus hochwertigem Polsterschaum unterschiedlicher Dichte aufgebaut.
Himbeerrot. Oder wie Sie wünschen.
Wir bieten Ihnen die Couch mit einem strapazierfähigen, himbeerroten Leinenbezug (abnehmbar) an. Die auftragsbezogene Fertigung ermöglicht es, die Couch ggfs. gegen Aufpreis in anderen Farben oder einem anderen Polsterstoff Ihrer Wahl beziehen lassen. Bitte kontaktieren Sie dazu unsere Sonderbestellabteilung.
Leichte Couch Holz und Leinen
Gestell Buchenholz. Rückenlehne Rüster. Oberfläche klar lackiert. 3 Rückenpolster, lose. Bezug 100% Leinen, Farbe Himbeerrot. H 86 x B 203,5 x T 88 cm. Sitzhöhe 43,5 cm, Liegefläche 72 x 190 cm. Gewicht 28 kg. » zum Produkt... 2.850,00 Euro
Befreite Form. In Wiederauflage. Satztische aus Holz.
Unverkennbar handelt es sich auch bei diesen englischen Satztischen um einen Entwurf aus den 1950er Jahren. Die spielerische und von der Symmetrie abweichende Freiform war als fast universales Gestaltungsmoment dieser Epoche Ausdruck einer Abkehr von früherer, auch gesellschaftlicher Starre. Lucian Ercolani blieb auch bei diesen Tischchen seiner Linie treu, Möbel zu konzipieren, deren Eleganz ihrer Einfachheit entspringt. Sie sind solide konstruiert, gut verarbeitet, und damit alltagstauglich.
Die Tischplatten unseres Satztisch-Trios sind aus Rüster, dem markant gemaserten Holz der Ulme und werden „durch-
schossen“ von den Beinen aus Buchenholz. Wir beziehen diese Möbel aus England, wo der Enkel Ercolanis mittlerweile das Familienunternehmen führt und die Klassiker nun wieder auflegt. Sie erhalten sie nur bei uns.
Tischplatten Rüster, Beine Buchenholz. Oberfläche klar lackiert. H 40,5 x B 65 x T 43 cm. Gesamtgewicht 6,3 kg.
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