Trotzen der Zeit. Mechanische Wanduhren

Man kann von einer Renaissance der mechanischen Armbanduhr sprechen – bei mechanischen Wanduhren blieb sie bislang aus oder beschränkte sich auf das Luxussegment. Solide Gebrauchsuhren mit mechanischem Innenleben sind vom Massenprodukt zum Nischenprodukt geworden. Einige wenige Modelle konnten sich, Uhrenkrisen und Firmenpleiten trotzend, dennoch bis heute am Markt halten. Der Grund für dieses „Überwintern“: Die Werkzeuge für die Produktion eines Uhrenmodells behalten auch dann ihren Wert, wenn der ursprüngliche Hersteller nicht mehr produziert. 

Jäckle WanduhrJäckle Wanduhr

Das immer gleiche Muster: Hersteller A gibt auf, Hersteller B übernimmt die Werkzeuge (und womöglich auch die Markenrechte) und setzt die Produktion in Klein- oder Kleinstserie fort, um sich auf den verbliebenen Nischenmarkt zu konzentrieren. Eine solche Karriere haben auch einige unserer Uhren durchlaufen, etwa der oder die Jäckle Wanduhr und die Wintermantel Wanduhr Emaille.

Müßten bei ihnen die Entwicklung und Herstellung der Werkzeuge noch „eingepreist“ werden, befänden sie sich aufgrund der niedrigen Stückzahlen wohl auch im Luxussegment. So aber sind sie ein Beispiel dafür, daß ein ausgereiftes Produkt selbst dann seinen Markt findet, wenn sich die Produktionsbedingungen radikal verändert haben. Nicht eine große Werksabteilung, sondern ein einziger Uhrmacher fertigt heute den Looping-Wecker, die Jäckle-, vormals Mauthe-Wanduhr entsteht längst nicht mehr in großen Werkshallen. Aber es gibt sie noch – und Jahr für Jahr steigt die Nachfrage ein wenig. Spätere Renaissance nicht ausgeschlossen ...

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Die letzte ihres Standes. Mechanische Wanduhr.

Eine mechanische Wanduhr wie diese haben wir lange gesucht. Daß wir sie Ihnen nun sogar in der gleichen Form anbieten können, in der wir sie bereits vor Jahren im Sortiment hatten, verdankt sich vor allem dem Umstand, daß die Werkzeuge zu ihrer Fertigung nie verschrottet wurden, auch wenn die Uhr lange Zeit nicht produziert wurde. Erstmals hergestellt wurde sie in den 1930er Jahren, mit einem Werk des badischen Uhrenherstellers Hermle und einem Gehäuse des 1886 gegründeten, auf die Herstellung von Uhrenpendeln, Zifferblättern und Lünetten spezialisierten Metallbaubetriebes Johann Jäckle in Villingen-Schwenningen.

Jäckle Wanduhr

In den 1990er Jahren hatte Jäckle die Uhr anläßlich des 110jährigen Firmenjubiläums noch einmal aufgelegt, danach verlor sich ihre Spur.

Da das Werk der Uhr immer noch produziert wird, haben wir uns mit Hermle zusammengesetzt, um die Uhr in ähnlicher Form wiederaufleben zu lassen. Dabei kam es zu einem regelrechten „Scheunen-
fund“. Hermle hatte die Werkzeuge zum Bau der Uhr von Jäckle gekauft, eingelagert und erinnerte sich nun an die alten Werkzeuge. Kurzerhand holte man einen Mitarbeiter aus dem Ruhestand, der sich auf den Umgang mit ihnen versteht. Damit können wir die Uhr wieder machen lassen – mit den Originalwerkzeugen und mit hohem Fertigungsaufwand.

Der Uhrenreif besteht aus verchromtem Messing, selbst der Innenreif ist aus Messing gefertigt. Die Gehäusekappe besteht aus Edelstahl.

Das Zifferblatt aus Aluminium wird aufwendig geschliffen und silberlackiert, die 3 cm hohen Ziffern werden im Siebdruckverfahren aufgetragen, die Zeiger schließlich bestehen aus gefrästem Aluminium. Allein für die Fertigung des Glasdeckels sind 25 Arbeitsgänge nötig: Das Messing wird in Streifen geschnitten, gelötet, gerundet, poliert, vernickelt, verchromt, verputzt, dann aufgesägt und montiert. Im Inneren des Gehäuses verrichtet das Kaliber 132 von Hermle seine Arbeit. Das Werk verfügt über vier Rubine und wird handjustiert – angenehm ist sein leises Ticken.

Jäckle Wanduhr 475,00 Euro

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Wintermantel. Wochenläufer.

Der Name Wintermantel steht seit hundert Jahren für Feinwerktechnik aus dem Schwarzwald. Zwischen den Vollmessingplatinen des Uhrwerks läuft der Stiftanker in Verbindung mit gehärteten und polierten Stahl-Volltrieben.

Die Federhäuser sind auswechselbar und ebenso wie die weiteren Anbauteile aus Messing handwerklich gefertigt. Das Zifferblatt ist dreischichtig emailliert. Das wisperleise Ticken zum schnellen Pendelschwung vermittelt stets den Eindruck unermüdlicher Fröhlichkeit und geruhsamer Gemütlichkeit. Jede der mit einem Wochenwerk ausgestatteten Uhren wird vor dem Versand vom Hersteller überprüft und einem siebentägigen Probelauf unterzogen.


Um einen reibungslosen Betrieb der Wanduhr zu gewährleisten, sollte sie erschütterungsfrei und absolut im Lot aufgehängt werden. Ist sie Erschütterungen ausgesetzt, ist ein gelegentliches Nachtarieren erforderlich.Die Uhr geht einwandfrei und sehr genau, solange sie absolut waagerecht und im Lot hängt. Das erfordert gegebenenfalls ein wenig „Nachtarieren“, vor allem, wenn sie Erschütterungen ausgesetzt war.

Wochenwerk. 10 cm Ø. Gewicht 150 g.

 

Wintermantel Wanduhr Emaille 93,00 Euro

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Manufactum Kuckucksuhr

Zurück zur klaren Form.
Die Manufactum-Kuckucksuhr.

Im Schwarzwald entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus dem winterlichen Nebenerwerb einiger Landwirte eine sich im Laufe der Zeit immer höher entwickelnde Uhrenproduktion, aus der schließlich sogar das feinmechanische Zentrum Deutschlands hervorging.

Auch die oft (zu Unrecht) verspottete Kuckucksuhr wurde dort zu einer Qualitätsuhr verfeinert. Die bis heute übliche Grundform ihres Gehäuses geht auf einen Gestaltungswettbewerb aus dem Jahr 1850 zurück, den Robert Gerwig – Leiter der Großherzoglichen Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen sowie Baumeister der Gotthard- und der Schwarzwaldbahn – ausgeschrieben hatte. Sieger war der Karlsruher Architekt und Professor für Konstruktionslehre Friedrich Eisenlohr.

Er hatte dem Gehäuse die Form der von ihm entworfenen Bahnwärterhäuschen entlang der Schwarzwaldbahn gegeben. Ab etwa 1860 entfernte sich die Gestaltung jedoch zunehmend von der ursprünglich eher strengen Form, und im Laufe der Zeit mußte die Kuckucksuhr allerlei gestalterischen Unfug in Form üppiger dreidimensionaler Pflanzen- und Tierschnitzereien über sich ergehen lassen.

Sperrholz, dunkel gebeizt. 8-Tage-Werk mit Kuckucksruf und Gongschlag zu jeder halben
Stunde, Schlagabschaltung durch Steuerhebel.
Höhe 23,5 cm, Breite 24,5 cm, Tiefe 12,5 cm.
Gewicht 3,7 kg.

Manufactum Kuckucksuhr 364,00 Euro

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Wecker: mechanisch und präzise.

Vom Wiederaufleben mechanischer Uhren haben Wecker bedauerlicherweise nicht profitiert. Der Markt wird immer noch von Quarzweckern und mechanischen Billigprodukten bestimmt, die bestenfalls als nostalgisches Spielzeug durchgehen. Um so erfreulicher, daß sich mit dem seit mehr als einem halben Jahrhundert in seinem Beruf tätigen (eher seiner Berufung folgenden) Edgar Sutter ein weitsichtiger Uhrmachermeister fand, der in den 1970er Jahren den vollständigen Maschinenpark für die Herstellung der bewährten, seit 1932 gebauten Schweizer Looping-Wecker vor dem Verschrotten rettete.

Seitdem produziert er sie selbst – in seiner Werkstatt im schweizerischen Jura, in Kleinserie und mehr oder weniger im Einmannbetrieb. An der sorgfältigen Verarbeitung, vor allem aber am Werk erkennen Sie, daß der Looping-Wecker noch ganz und gar ein Produkt ernsthaften Uhrenbaus ist: ausgestattet mit Schweizer Vollankerhemmung, großer Unruh und 18.000 A/h. Sechs separate Brücken, die auf zwölf Pfeilern ruhen, sorgen für leisen Lauf. Den Weckton erzeugt das Läutwerk auf der Gehäuserückwand – nachdrücklich und 20 Sekunden lang.

Messing verchromt. Werk: Kaliber 65 mit zwei unabhängigen Federantrieben, Gangreserve 46 h. Zifferblatt Ø 5,5 cm, Zifferblattabdeckung aus Acrylglas. Höhe 7 cm, Ø 6,3 cm, Tiefe 3,5 cm. Gewicht 220 g.


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