Sperrholz, dunkel gebeizt. 8-Tage-Werk mit Kuckucksruf und Gongschlag zu jeder halben Stunde, Schlagabschaltung durch Steuerhebel. Höhe 23,5 cm, Breite 24,5 cm, Tiefe 12,5 cm. Gewicht 3,7 kg.
Zurück zur klaren Form. Die Manufactum-Kuckucksuhr.
Im Schwarzwald entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus dem winterlichen Nebenerwerb einiger Landwirte eine sich im Laufe der Zeit immer höher entwickelnde Uhrenproduktion, aus der schließlich sogar das feinmechanische Zentrum Deutschlands hervorging. Auch die oft (zu Unrecht) verspottete Kuckucksuhr wurde dort zu einer Qualitätsuhr verfeinert. Die bis heute übliche Grundform ihres Gehäuses geht auf einen Gestaltungswettbewerb aus dem Jahr 1850 zurück, den Robert Gerwig – Leiter der Großherzoglichen Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen sowie Baumeister der Gotthard- und der Schwarzwaldbahn – ausgeschrieben hatte. Sieger war der Karlsruher Architekt und Professor für Konstruktionslehre Friedrich Eisenlohr. Er hatte dem Gehäuse die Form der von ihm entworfenen Bahnwärterhäuschen entlang der Schwarzwaldbahn gegeben. Ab etwa 1860 entfernte sich die Gestaltung jedoch zunehmend von der ursprünglich eher strengen Form, und im Laufe der Zeit mußte die Kuckucksuhr allerlei gestalterischen Unfug in Form üppiger dreidimensionaler Pflanzen- und Tierschnitzereien über sich ergehen lassen.
Qualitätsuhr aus Baden.
Unsere Kuckucksuhr – eine Sonderanfertigung der 1894 gegründeten Schwarzwalduhrenmanufaktur Rombach & Haas – ist dagegen nüchtern und symmetrisch gestaltet und geht in der Klarheit des Entwurfs noch über das gestalterische Urbild hinaus. Das Dekor verzichtet auf folkloristischen Zierrat, die beiden schwarzlackierten Eisengewichte in Tannenzapfenform sind das einzige klassische Zierelement. Das Herz der Kuckucksuhr – das mechanische Uhrwerk – ist ebenso klar und handwerklich-funktional. Das grundsolide Werk kommt aus einem feintechnischen Traditionsbetrieb in Triberg, der seit seiner Gründung 1856 Uhrenteile und Uhrwerke herstellt. Es ist ein 8-Tage-Werk, das in der Fertigung aufwendiger und damit kostspieliger als ein 1-Tages-Werk ist, weshalb es nur bei einem kleinen Teil der Kuckucksuhren zum Einsatz kommt. Es ist zudem überaus langlebig – der Hersteller verbürgt sich für eine Laufzeit von 15–20 Jahren bis zur ersten Revision. Der Schlagmechanismus betätigt neben einer Tonfeder zeitversetzt Blasebälge auf zwei Pfeifen, wodurch der charakteristische „Kuckucksruf“ entsteht, der im seit dem 19. Jahrhundert bei den meisten Kuckucksuhren üblichen Intervall der großen Terz erklingt, und diese Uhr als spezielle Form des Musikautomaten ausweist. Das Verneigen des handgeschnitzten Vogels während des Rufs steuert ebenfalls einer der Blasebälge mit seiner Auf- und Abbewegung.