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Gummistiefel von Le Chameau – das geadelte Kamel

Wenn englische Royals französische Gummistiefel tragen, kann man das durchaus als Ritterschlag ansehen. Aber auch schon bevor die Duchess of Cambridge und ihr Schwager Prinz Harry die Stiefel der französischen Marke Le Chameau zur Schau trugen und dadurch im Ansehen der Briten adelten, galt die Marke als Rolls Royce unter den Gummistiefeln. Seit der Gründung im Jahr 1927 werden Le-Chameau-Gummistiefel aufwendig von Hand auf dem Leisten gefertigt. Und das spürt man.

 

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Die Geburt eines Kamels. Der eigensinnige Humor des Herrn Chamot.

1927 – ein Tag wie jeder andere in der Normandie. Es regnete. Und wenn man den tradierten Wetter-Klischees Glauben schenkt, regnet es in diesem Landstrich an der Ärmelkanal-Küste Frankreichs quasi immer. Realistisch betrachtet, steht das zwar zu bezweifeln, aber nichtsdestotrotz ist und war man anhaltende Feuchtigkeit dort definitiv gewohnt. So beschloss Claude Chamot, der zu dieser Zeit ein Fachgeschäft für landwirtschaftlichen Bedarf führte, seinen beständig klagenden Kunden – seien es Bauern, Jäger oder Fischer – Abhilfe zu verschaffen und einen Schuh zu entwickeln, der im Gegensatz zu den damals üblichen Modellen wirklich wasserdicht auftrat.

Mit Erfolg: 1939 verlagerte Chamot die Produktion aus dem Hinterzimmer seines Ladens in eine größere Werkstatt, wo fortan in neunmonatiger Ausbildung geschulte „maîtres bottiers“ den von Chamot entwickelten Gummistiefel in Handarbeit fertigten. Der Name Le Chameau jedoch entstand erst nach dem Krieg, genauer im Jahr 1949: Immer mehr Menschen entdeckten die Vorzüge von Chamots Stiefeln und so eröffnete er eine Dependance im marokkanischen Casablanca, wo in gleichem Maße geschulte Stiefelmeister das steigende Kaufinteresse zu befriedigen suchten. Und so ging der Name Chamot augenzwinkernd in dem des klassisch marokkanischen Wüstentiers auf: Le Chameau – französisch für das Kamel.

Gib Gummi. Die Fertigung bei Le Chameau.

Nicht viel hat sich seither geändert, zumindest nicht, was die grundlegenden Arbeitsschritte anbelangt. Ein Le-Chameau-Gummistiefel wird weiterhin von Hand gefertigt – heute ausschließlich am marokkanischen Standort, aber weiterhin basierend auf den seit jeher von Generation zu Generation weitergegebenen (gummi-)schuhmacherischen Prinzipien des Herrn Chamot. Während andernorts maschinell in großem Stile produziert wird – häufig aus billigerem PVC –, liegt ein Le-Chameau-Schuh von Anfang bis Ende in hoch qualifizierter Hand. Von der genauen Rezeptur des auf Naturkautschuk basierenden Gummis, das für jedes Modell variiert, über das Walzen des schließlich fast tuchartigen Rohmaterials bis hin zum Vulkanisieren des fertigen Gummistiefels (was ihm erst die nötige Flexibilität und Widerstandsfähigkeit verleiht) wird jedes einzelne Detail im Haus ausgeführt.

Der Schaft des Stiefels besteht einerseits aus dem Futtermaterial – ein Bereich, in dem Le Chameau von hochwertigem Leder über Baumwolle und Neopren bis hin zu warm-weicher Schafwolle eine breite Auswahl im Programm hat – und der konstituierenden, wasserabweisenden Schicht aus Naturkautschuk. Im Gegensatz zu industriell produzierten Exemplaren bestehen handgefertigte Gummistiefel aus bis zu 50 einzelnen Teilen, die auf dem Leisten mit dem Innenfutter verklebt werden – eine Tätigkeit, die äußerste Präzision erfordert, da bereits eine kleine Ungenauigkeit zu Wellen (oder auch Höckern) im fertigen Schuh führen kann. Und so weit führt die Identifikation mit den namengebenden Paarhufern dann auch nicht. Höchste Qualität hat höchste Priorität.

Das sind zwei Paar Schuhe. Le Chameau bei Manufactum.

Natürlich ist es nicht nötig, für jede Tätigkeit einen eigenen Le-Chameau-Gummistiefel zu besitzen, auch wenn das breite Sortiment, das sich an Jäger, Angler, Reiter und andere Naturliebhaber aller Bereiche wendet, das durchaus zulassen würde. Ein klassischer Allrounder, wie der überaus bequeme und anpassungsfähige Vierzon, den wir bei Manufactum sowohl für Herren als auch für Damen im Angebot haben, wird in den meisten Fällen gute Dienste leisten. Wer auf Reisen gerne mit leichtem Gepäck unterwegs ist und trotzdem nicht auf „sein Kamel“ verzichten mag, wird vielleicht dennoch lieber den biegsamen und faltbaren Reisegummistiefel wählen. Und für Gärtner bieten wir neben dem an Spann und Ferse verstärkten Le-Chameau-Gartenstiefel auch eine Pantine für trockenere Tage an.

Wir meinen daher: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass Sie hier nicht fündig werden. Ein königlicher „stamp of approval“ aus (dem nach dem Klischee ebenfalls dauerhaft verregneten) London ist an dieser Stelle nur ein zusätzlicher Bonus. Denn eigentlich sprechen die Le-Chameau-Gummistiefel für sich.