4 Anhänger. Je 1 Zapfen, Nuß, Eichel
und Pilz. Die Formen, in denen diese
Miniaturen entstehen, stammen aus
der Zeit um 1850. Ca. 3,5 cm Ø.
Gewicht 10 g.
Christbaumschmuck aus Lauscha.
Seit über 400 Jahren begleitet der
Werkstoff Glas den Ort Lauscha im
Thüringer Wald. 1597 hatten dort
der Schwabe Hans Greiner und der
aus Böhmen stammende Christoph
Müller die erste Glashütte Thüringens
errichtet und damit den Grundstein für
die weltberühmte thüringische Glasindustrie
gelegt. Diese an traditionellen
Christbaumschmuckformen orientierten
Lauschaer Miniaturen
sind formgeblasen,
anschließend in Handarbeit von
innen mit einer hauchdünnen Schicht
reinen Silbers versehen, lackiert und
mit feinem Glitter bestreut.
Gespiegeltes Licht: Baumschmuck aus Glas.
Kaum vorstellbar mag es in unserer von
zahllosen Glühbirnen, Neonröhren und
Leuchtdioden praktisch ohne Unterlaß
erhellten, blinkenden und blendenden
Gegenwart erscheinen, daß Licht
– namentlich in den Wintermonaten
– einmal kostbare Mangelware war. Zu
Weihnachten, dem Lichterfest, galt
es im 19. Jahrhundert, der relativen
Dunkelheit der Wohnstuben einen hell
erleuchteten Tannenbaum entgegenzusetzen: ein symbolisches Zeichen für die Botschaft des Advents – das Licht, das die Nacht durchdringt – und eine
„Sensation“ im ganz wörtlichen Sinne, ein aufsehenerregender Sinneseindruck nämlich, für die Augen der Kinder und Erwachsenen. Seit der steigenden Nachfrage nach gläsernem Christbaumschmuck in den 1830er Jahren überboten sich die deutschen Glasbläser in der Entwicklung
von Modellen, die mit den geringen zur Verfügung stehenden Materialien – Glas, Silberfarbe und Metalldrähte
– das Licht der Baumkerzen auf besonders effektive Weise auffangen, brechen und reflektieren konnten. Die
Ausspülung der Glaskugeln mit Naßsilber schaffte eine Verspiegelung der gesamten Oberfläche,
feingesponnene Glasseide und zerstoßene Glassplitter
wiederum erzeugten als Zierelemente mattere und changierende Glanzeffekte. Die Technik des „Einstechens“,
bei der mit Hilfe hölzerner Stempel die Oberfläche der Glaskugel nach innen eingedrückt und mit einem Muster
versehen wurde, bewirkte auf den unterschiedlichen
so entstandenen Grenzflächen
komplexe Lichtreflexionen, die in alle Richtungen zurückgeworfen wurden. Eine Auswahl von traditionell gefertigtem gläsernem Baumschmuck – von
Reflexkugeln und naßversilberten Miniaturen
über Lauschaer Eisglas bis zu
böhmischem Glasperlenschmuck – finden
Sie in unserem Sortiment.