Gürtel von Kreis. Schon an der Kante zu erkennen

Ledermanufaktur Kreis
Gürtel von Kreis
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Hausnachrichten-2011-Herbst-Kreis
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Die neue Mitarbeiterin, zuvor lange bei einem Offenbacher Spitzenhersteller von Taschen und Börsen beschäftigt, eine Fachkraft besten Ranges, stand nach den ersten Monaten bei Bernd Kreis am Rande der Verzweiflung. "Gürtel – was sind schon Gürtel im Vergleich zur Fertigung von Taschen?" Nun, die neue Arbeit erwies sich als komplex und anspruchsvoll: Hatte sie es bei der Taschenfertigung mit kaum einer Handvoll unterschiedlicher Lederkantenschärfungen zu tun, waren es nun bei den Kreis Gürteln über 40 Variablen.

 

Die Episode macht deutlich, daß Gürtel eben nicht gleich Gürtel ist, schon gar nicht ein Gürtel von Kreis. Seit 1963 steht Kreis aus Offenbach für handwerklich hergestellte Lederwaren höchster Qualität. Der Vater des heutigen Betriebsinhabers hatte sich damals, zu den goldenen Zeiten des deutschen Lederhandwerks, selbständig gemacht, von den Kollegen mit ihren sicheren Arbeitsplätzen im Zentrum der deutschen Lederindustrie gelinde belächelt.

Während viele ihrer Betriebe dann schrumpften und verschwanden – „Leder“ hat heute rings um Offenbach einen eher schlechten Ruf, weil fast jede Familie ein Arbeitsplatzdrama durchzustehen hatte –, konnte man bei Kreis, vor allem nach dem Einstieg des Sohnes und heutigen Inhabers, behutsam aufbauen.  Die (inzwischen langjährige) Zusammenarbeit mit Manufactum wurde zu einer "stabilen Säule des Betriebes", berichtet Bernd Kreis. Eine Erfolgsgeschichte also, die idealtypisch unserem Programm entspricht: die guten Dinge in der Welt zu halten, indem wir sie Ihnen zugänglich machen und damit den Herstellern und ihrem Handwerk ein Auskommen sichern.

Ein knappes Dutzend Fachkräfte arbeiten in der hellen, großzügigen Werkstatt. Es sind schöne Arbeitsplätze. Besondere. Jeder einzelne Riemen wird bei Kreis von Hand zugeschnitten, mit relativ kurzen, absolut gleichmäßigen Schnitten entlang eines erstaunlich kurzen Lineals. Die Handarbeit setzt sich bei jedem Arbeitsgang fort. "Das macht man mit der Hand. Mit was denn sonst?", fragt Bernd Kreis. Bei allen offenkantigen Waren werden die Schnittkanten sorgfältig geschliffen und farblich passend eingefärbt. Das Färben (= Beizen) der Kanten erfolgt einzeln, Riemen für Riemen, und eben nicht, indem man möglichst viele von ihnen zusammenspannt und überpinselt.

Ein weiteres Musterbeispiel für Gürtelkunst, wie sie in Deutschland so nur noch bei Kreis beherrscht wird, ist der dort gepflegte dreilagige Gürtelaufbau. Es ist die für einen Gürtel absolut aufwendigste Machart: Die Lederzuschnitte des Obermaterials müssen dafür gut ein Drittel breiter zugeschnitten und die Lederkanten dünn ausgeschärft werden, damit das Umbugen (Einschlagen) um die Gürteleinlage möglich wird. Das Erkennungszeichen dieser Art von Verarbeitung: Das Oberleder der Kreis Gürtel geht um die Gürtelkante herum bis zur Futterseite und wird dort vom Futterleder abgedeckt. Die Kante ist so um ein Vielfaches widerstandsfähiger. Bernd Kreis: "An der Kante kann man es sehen: Hand- und Qualitätsarbeit oder eben Augenwischerei. Die Kante ist entweder pflegetauglich oder sie bröckelt nach gewisser Zeit."

Die Zahl der (meist bejahrten, aber tüchtigen) Maschinen ist übersichtlich. In der Näherei etwa stehen vier Maschinen, jede auf eine bestimmte Naht eingerichtet, sie machen trockene, treckerhafte Geräusche. Eine weitere wichtige Werkstelle ist die Spaltmaschine. In ihr wird das Leder unter einer variabel einstellbaren Führungsleiste gegen ein schnell laufendes Bandmesser geführt und in zwei Ebenen aufgespalten; so erhält man das wertvolle Oberleder mit der feinen Faserstruktur in der gewünschten Dicke.

Das Spaltmaterial, die abgespaltene untere Lage – bei Kreis oft sogar der dickere Teil – wird entsorgt (es taugt zum Beispiel für Lefa) und nicht weiterverarbeitet. Nach einer Norm der Lederindustrie dürfen auch dünne, minderwertige Spaltleder als „Echtleder“ bezeichnet werden, da sie ein ehemals zusammenhängendes Stück der gewachsenen Lederhaut sind. Eine Haut darf so zwei- oder dreimal „verdünnt“ und immer noch „Leder“ genannt werden. Kreis hingegen verwendet nur besonders hochwertige vollnarbige Leder: klassisches Boxcalf und altgrubengegerbtes Rindleder aus Deutschland, Saddle aus England, vegetabile Vollrindleder-Croupons aus Italien und das legendäre Pferdeleder Shell Cordovan von der Gerberei Horween in Chicago. Selbst als Futterleder setzt Kreis ein vollnarbiges Kalbleder von einer Materialqualität ein, wie sie andernorts häufig nicht einmal als Gürtelobermaterial genommen wird.

Die ehemals neue Mitarbeiterin, heute mit ihrer Arbeit fest im Sattel, verblüfft inzwischen bei Ehemaligentreffen ihre oft in andere Berufe abgewanderten Kollegen mit neuem-altem Handwerksstolz, wenn es wieder einmal heißt: „Gürtel? Was sind schon Gürtel?“

Kreis Damengürtel Lammnappa

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