Urheber dieses
unorthodoxen
Kritzelbuchs ist
das Labor in
Frankfurt am
Main, eine Ateliergemeinschaft
von zehn Grafikdesignern, Künstlern
und Autoren (und man möchte meinen,
sie haben beim Kreieren der Bücher
mindestens genausoviel Spaß gehabt
wie die Kinder, die darin malen werden).
176 Seiten. 29,7 x 21 cm, Broschur.
Verlag Beltz & Gelberg 2009.
Keine Angst vorm weißen Blatt.
Was fürs Schreiben zutrifft, hat auch
beim Malen seine Gültigkeit: Ein weißes
Blatt blockiert oft mehr, als es Kreativität
freisetzt. Bei den Kritzelbüchern
hingegen besteht kaum Gefahr, sich
von einem leeren oder zu vollen Blatt –
wie oft bei herkömmlichen (Aus-)Malbüchern
– irritieren zu lassen. Hier
nämlich geben Abbildungen und Überschriften
jeder Doppelseite ein Thema
vor und stiften den Künstler zum Selbermalen
und Weiterkritzeln an. Meist
genügen wenige Motive als Impulsgeber für neue Ideen und Geschichten – das große
Format läßt überdies dafür Platz genug.
Kurios, witzig, unorthodox.
Abbildungen und Themen allerdings
haben es in sich: Oft ein wenig kurios
(geradezu antiautoritär: Wie sieht
eigentlich
ein Pups aus?), immer einfallsreich
(Wubelhotze und Bärpelchen
sind zu malen), manchmal unvollständig
(die Nasenparade zeigt Gesichter
ohne Nase) oder nur Teile einer Figur
abbildend (Schmetterlinge ohne Flügel),
lassen sie Raum für eigene Kritzeleien
und beflügeln die Phantasie.
Dabei werden die Bilder nie fertig:
Werden
sie später beim obligatorischen
Durchblättern des Buches wieder in
Augenschein genommen, können sie
jederzeit ergänzt und verändert
werden.