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Kaweco Schreibgeräte. Federführend aus Tradition

Bescheidenheit ist eine Tugend. Und Kaweco Schreibgeräte brillieren in dieser Disziplin. Unaufgeregt und zierlich im Auftreten offenbaren die Füllfederhalter und ihre Verwandten ihre innere Größe erst bei genauerem Hinsehen. Und das bereits in zweiter Generation. Schon in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts gehörte Kaweco zu den großen Namen der Branche, jedoch – obwohl niemals vergessen – wurde die Produktion zwischenzeitlich eingestellt. Seit 1995 werden Klassiker des Sortiments, an vorderster Stelle der achteckige Kaweco Sport, unter anderer Fahne wieder hergestellt. Erprobt in Form und Funktion, ausgereift in der Mechanik.

 

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Eine Fülle an Füllern. Das erste Leben von Kaweco.

Als 1883 zwei Herren namens Luce und Enßlen die Heidelberger Federhalterfabrik gründeten, befand sich die Welt der Tintenschreibgeräte gerade im Umbruch. Zwar waren Füllfederhalter – im Gegensatz zu Federhaltern, die man noch manuell in die Tinte tunkte – schon länger bekannt, aber erst mit der Patentierung eines Systems für gleichmäßig fließende Tinte im Jahr 1884 schuf Lewis Edson Waterman die Voraussetzungen für den Massenmarkt. Die Geburtsstunde von Kaweco im engeren Sinne schlug 16 Jahre später: Heinrich Koch und Rudolph Weber übernahmen die Heidelberger Federhalterfabrik, und Koch, Weber & Co. wurde sprachökonomisch zum lautmalerischen Kaweco zusammengefasst – zunächst als Markenname, einige Jahre später auch als Unternehmensname.

Meilensteine wie der erste Kaweco-Sicherheitsfüllfederhalter im Jahr 1908, ein Produkt, bei dem Kaweco als einer der Pioniere auf dem deutschen Markt auftrat, und die Entwicklung des berühmten oktogonalen Kaweco Sport Füllers vier Jahre später bereiteten den Weg für die Umwandlung zur Aktiengesellschaft im Jahr 1921. Kaweco hatte sich den Ruf als einer der bedeutendsten Hersteller der Branche erarbeitet, beschäftigte mittlerweile 600 Mitarbeiter und produzierte 130.000 Füllfederhalter im Jahr – Drehbleistifte, Tinten, Lederetuis und erste Filzschreiber ergänzten das Sortiment. Bedauerlicherweise kam es, wie es so oft kommt – und zwar unabhängig von der Qualität eines Produkts: Das Unternehmen geriet in die Fahrwasser von marktbedingten und persönlichen Herausforderungen, Weltkriegen, Inflationen, Übernahmen und familiären Verlusten, und obwohl Kaweco sich mehrfach wieder fing, musste die Firma 1981 schließen.

Die Auferstehung des Kaweco Sport Füllfederhalters.

Ungefähr zu der Zeit, als bei Kaweco die Lichter ausgingen, begann die Füllfederhalter-Passion des Michael Gutberlet, der das „M“ der H & M Gutberlet GmbH stellt – ein Unternehmen, das unter anderem schon länger Komponenten für Schreibgeräte herstellte. Beim Stromern über einen Flohmarkt entdeckte er einen alten Sicherheitsfüllfederhalter, und mit dem Gedanken an den Geburtstag seines Vaters im Hinterkopf – schließlich „brauchen“ Väter nie etwas, und die Suche nach Geschenken gestaltet sich gemeinhin schwierig – griff Gutberlet zu. Ein Wink des Schicksals, möchte man meinen, denn die beiden begannen, alte Füllhalter zu sammeln, zunächst recht breit aufgestellt, später beschränkt auf deutsche Marken, schließlich gänzlich fokussiert auf Kaweco.

Nach zehn Jahren der Sammelleidenschaft, die mittlerweile ganz an den Sohn übergegangen war, erwuchs die Idee zur Produktion einer eigenen Schreibgerätelinie – die Kompetenzen in der Herstellung von Komponenten und die nötigen Kontakte besaßen die Gutberlets schließlich bereits. Mit Blick auf die umfangreiche Kaweco-Kollektion entstand die Frage: Wer stellt heute eigentlich noch Taschenfüllfederhalter her? Jene bescheidenen Schreibgeräte, die ihre wahre Größe zunächst verbergen und sich aufgrund ihres meist zarten Gewichts und des geringen Packmaßes trefflich für die Reise oder den Transport in der Hemdtasche eignen. Die Antwort war schnell gefunden: Niemand.

Statt etwas neu zu erfinden, was sich bereits für Jahrzehnte bewährt hatte – nicht umsonst machte der Kaweco Sport für lange Zeit einen Hauptanteil am Umsatz des Unternehmens aus –, beschlossen Vater und Sohn Gutberlet, dem geliebten Klassiker neues Leben einzuhauchen. Schon immer erfüllte die achtkantige Form nicht nur praktische, sondern auch ästhetische Zwecke: Einerseits unterband sie auf geniale Weise den Bewegungsdrang, den Füllfederhalter für gewöhnlich an den Tag legen, sobald man sie ablegt, andererseits strahlte das Schreibgerät – wir vermuten nicht nur in den Augen der Gutberlets – eine angenehm-solide Wertbeständigkeit aus. Und nachdem im Jahr 1994 die Namensrechte für Kaweco vakant wurden, schlug das Vater-Sohn-Gespann zu und schenkte dem traditionsreichen Namen ein zweites Leben.

Bewährt in der Form, verfeinert in der Funktion. Kaweco bei Manufactum.

Der Kaweco Sport sollte jedoch nur der Anfang sein. Die Palette an formschönen Schreibgeräten, die unter dem Namen Kaweco heute wieder rund um den Globus die Herzen aller Freunde des Handschriftlichen höher schlagen lassen, umfasst ein breites Spektrum für alle Bedürfnisse und Geschmäcker. Wir bei Manufactum schätzen die unverkennbare Anmutung der Sport-Reihe mit goldgeprägtem Kaweco-Sport-Schriftzug, die nicht nur den Füllfederhalter, sondern auch einen Druckbleistift, einen Zeichenstift und einen Kugelschreiber umfasst. Das feine gravierte Muster am Schaft – der Fachmann spricht hier von Guillochierung – ist ein Ausstattungsmerkmal, das Sie nur bei uns finden werden. Technisch setzt das Unternehmen nunmehr auf zeitgemäße und präzise Mechaniken und Zubehöre, teils in Eigenentwicklung verbessert, teils von den Spezialisten der Branche zugeliefert.

Auch die anderen Kaweco-Produkte im Manufactum Sortiment verbinden Tradition und Innovation in vortrefflicher Weise. Der zum 100jährigen Jubiläum im Jahr 2010 neu aufgelegte Liliput, heute hergestellt aus wertigem Metall, von Alu und Edelstahl bis zu Kupfer und Messing, beeindruckt als einer der kleinsten Füllfederhalter überhaupt. Seine Größe offenbart er in der Benutzung – wie alle Kaweco Füller liegt er angenehm in der Hand, während die verwendeten Federn der Firma Peter Bock aus Heidelberg leichtläufig über die Seiten gleiten. Manchmal sind die Kleinsten eben doch die Größten.