Alkoholgehalt 35 Vol.-%.
0,7-l-Flasche.
Verkannte Spezialität. Korn.
Seit etwa 400 Jahren gibt es in
Deutschland den Korn, der hierzulande
einst eine Stellung einnahm, wie sie der
Whisky in Schottland oder der Wodka
in Rußland bis heute innehaben. Daß
dem weithin nicht mehr so ist, verdankt
sich billigstem, auf industrieller Massenfertigung
beruhendem Kornbranntwein.
Die qualitätvollen Erzeugnisse
der Oldenburger Kornbrennerei Hullmann
zeigen, daß es auch anders geht.
Aus regionalem, selbst angebautem
Weizen und Wasser erzeugt Destillateurin
Andrea Färber auf handwerkliche
Weise dieses Destillat, das über mehrere
Jahre in gebrauchten Fässern lagert
und dabei harmonische Holznoten und
Aromen des Vorgängerinhaltes annimmt,
bevor es auf Flaschen gezogen
wird.
Im Glas bietet sich der Nase ein mildsüßer,
keineswegs herber Geruch, der
mehr an einen Likör als an einen Brand
denken läßt. Im Mund zeigt sich der
Korn weich und mild, von rundem und
komplexem Geschmack und entwickelt
Aromen von Bittermandel und Amaretto – fast könnte man meinen, man habe
es mit Rum zu tun. Ein solches Destillat
will selbstverständlich nicht tiefgekühlt
heruntergekippt, sondern bewußt bei
Zimmertemperatur – und am besten
aus dem Schwenker – genossen werden. Nur dann kann sich seine komplexe
Aromenvielfalt optimal entwickeln.