Als alte Rosensorten gelten solche, die aus der Zeit vor 1867 stammen, dem Jahr der Entstehung der ersten Teehybride ’La France‘. Viele der alten Sorten sind inzwischen ausgestorben; sie wurden förmlich „zu Tode gekreuzt“ in dem Bemühen, immer neue, moderne Rosen zu züchten, die immer dauerhafter und leuchtender blühen sollten. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen sich einige traditionsbewußte Gärtner ihrer wieder an und erkannten die wahren Qualitäten: widerstandsfähiger, frosthärter und pflegeleichter als moderne Rosen und von verschwenderischem Duft.
Rosen selbst vermehren. Mit Steckhölzern.
Rosen werden nicht nur durch Veredelung (Okulation) vermehrt – eine Methode, die einige Erfahrung voraussetzt –, sondern sie lassen sich auch recht einfach durch Steckhölzer vermehren. Im Oktober und November ist dafür die ideale Zeit; sehr gut geeignet für diese Art der Vermehrung sind Wildrosen und die historischen Sorten von Strauch- und Kletterrosen.
Es werden gut ausgereifte, bleistiftstarke, 15–20 cm lange Triebstücke mit je einer Triebknospe („Auge“) am oberen und unteren Ende geschnitten und in lockeren Gartenboden gesteckt – an einem feuchten Platz im Freiland oder im Frühbeetkasten. So tief stecken, daß ein Auge aus dem Boden schaut, und über den Winter mit Fichtenreisig oder einer Strohmatte abdecken. Ab Ende April des Folgejahrs, wenn die Steckhölzer anfangen auszutreiben, muß der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Im Herbst kann die Pflanze dann an den endgültigen Standort gesetzt werden.
Kiftsgate Violett (Rosa filipes-Abkömmling)
Eine schöne Variante der weißblühenden ’Kiftsgate‘. Diese violette Form ist spontan als Sämling entstanden und zeigt ein ungewöhnliches Farbenspiel.
Die halbgefüllten Blüten entfalten sich aus zunächst purpurvioletten Knospen. Im Laufe der Blütezeit hellen die Rosen dann bis zu einem zarten Rosa auf. Da sich die Blüten zeitlich versetzt öffnen, leuchten die Blütenbüschel in allen Farbtönen der Rose – und verströmen dabei einen kräftigen Duft. Die Sorte blüht einmal überreich im Sommer. Ihr Wuchs ist kräftig bis in 8–10 m Höhe; die Pflanze ist von guter Winterhärte.
Verwendung: Die Rose klettert in Bäume und an (großen) Pergolen. Sie verträgt Halbschatten und magere Böden. Schnitt: Nicht notwendig. Rose Kiftsgate Violett 17,00 Euro
Guirlande d’Amour (Rosa-Multiflora-Hybriden)
Dies ist die weißblühende Form der bekannten ’Ghislaine de Féligonde‘ mit gefüllten, recht kleinen, gut duftenden Röschen, die unermüdlich von Juni bis Oktober gebildet werden. Diese Rose ist ausgesprochen gesund, mit schönem, sattgrünem Laub und von guter Winterhärte – eine ideale Anfängerrose also. Mit eher schwachem Wuchs wird sie nur etwa 2,5 m hoch.
Verwendung: Mit ihrem buschigen, mäßig hohen Wuchs ist sie sehr gut für kleine Gärten, zur Berankung von Rosenbögen und Obelisken geeignet. Sie verträgt auch Halbschatten. Schnitt: Nicht notwendig.
Rose Guirlande d’Amour 17,00 Euro
Ghislaine de Féligonde (Rosa-Multiflora-Hybriden)
Diese Turbat-Züchtung von 1916 ist eine besonders reichblühende und leuchtkräftige Rose. Aus apricotfarbenen Knospen entfalten sich gefüllte, gelbe Blüten, die voll erblüht cremeweiß aufhellen und mit orangegelben Staubgefäßen einen weiteren hübschen Farbakzent setzen. Von Juni bis in den Oktober werden an den fast stachellosen Trieben unermüdlich neue üppige Blütenbüschel gebildet. Mit eher buschigem Wuchs wird diese Ramblerrose nur etwa 2,5 m hoch; sie ist eine unkomplizierte Anfängerrose.
• Verwendung: Sehr gut für kleine, auch freistehende Spaliere, Obelisken oder Pyramiden geeignet; auch im Halbschatten und auf mageren Böden. Rose Ghislaine de Féligonde 17,00 Euro
Ayrshire Queen (Rosa-Arvensis-Hybriden)
Mit ihren kugeligen, zart nach Moschus duftenden, halbgefüllten Blüten ist diese Rivers-Züchtung von 1835 eine echte Schönheit. Die Blüten sind weiß bis zartrosafarben und von dunkleren, fast kirschroten Hüllblättern umfangen. Diese Rose blüht überreich im Juni und Juli; sie bildet sehr lange, auffallend dünne Triebe, die, wenn sie keine Möglichkeit zum Hochschlingen haben, flach wachsen oder überhängen. Trotz ihrer Filigranität ist die Pflanze sehr vital und winterhart und wächst auf über 10 m Länge bzw. Höhe.
• Verwendung: Klettert in Bäume, Pergolen und Rosenbögen, wallt über Mauern oder wächst flach über den Boden; auch im Halbschatten und auf mageren Böden. Rose Ayrshire Queen 17,00 Euro
Parade (’New Dawn‘-Sämling x ’Climbing Minna Kordes‘)
Diese reichblühende Kletterrose ist eine relativ moderne Züchtung von 1953, die von Juni bis Oktober ihre großen, dichtgefüllten Blüten in leuchtendem Karminrosa entfaltet. Zunächst becherförmig, erblühen sie zu nostalgisch anmutenden, rosettenartig gefüllten Blütenschalen mit gutem Duft. Das glänzendgrüne Laubwerk ist sehr gesund. Die Rose hat einen kräftigen, 3 bis 4 m hohen Wuchs, ist robust und winterhart; damit ist sie eine ausgezeichnete Anfängerrose.
• Verwendung: Zur Begrünung von Mauern und Wänden (am Spalier) sowie für freistehende Rankgerüste geeignet. Rose Parade 13,00 Euro
Albertine (Rosa-Wichuriana-Hybriden)
Eine wunderschöne Rambler-Rose von Barbier mit außergewöhnlicher Blütenfarbe: Aus korallenroten Knospen entfalten sich dichtgefüllte Blüten in hellem Orange bis kräftigem Rosa, die vollerblüht zartrosa verblassen. Sie verströmen einen wunderbaren Duft. Die langen jungen Triebe sind kupferfarben getönt, das Laubwerk ist glänzend dunkelgrün. Diese Rose blüht einmal überreich im Sommer, sie ist ein robuster, verläßlicher Kletterer von guter Winterhärte. Höhe bis 5 m.
• Verwendung: Klettert in Bäume und an Pergolen, auch im Halbschatten und auf mageren Böden.
Rose Albertine 16,50 Euro
Ännchen von Tharau (Rosa-Multiflora-Hybriden)
Die Stammutter dieser Sorte, eine Gschwind-Züchtung von 1886, ist die Wildrose Rosa multiflora, die aufgrund ihres enormen Blütenreichtums schon immer ein begehrter Züchtungspartner für viele Gartenrosen war. Die großen, kugeligen, starkgefüllten Blüten sind rahmweiß mit einer gelblich-rosafarbenen Mitte und duften erfrischend leicht. Überreicher Blütenflor im Juni und Juli. Die Rose erreicht eine Höhe von 4–5 m; sie ist unkompliziert, robust und von sehr guter Winterhärte.
• Verwendung: Klettert in Bäume und an Pergolen, auch im Halbschatten und auf mageren Böden. Schnitt: Nicht notwendig. Rose Ännchen von Tharau 16,50 Euro
Die Meinungen zum richtigen Rosenschnitt sind ebenso vielfältig wie – oftmals – heiß umstritten. Aber zumindest bezüglich des richtigen Zeitpunkts gibt es eine schöne einfache, ganz objektive Regel aus dem Phänologischen Gartenkalender (mit dem Termine für regelmäßige Gartenarbeiten anhand von Naturphänomenen festgemacht werden können): Rosen werden im Frühjahr geschnitten, und zwar dann, wenn die Forsythien blühen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt verstärkt der Austrieb, und es sind keine Starkfröste mehr zu befürchten. Dieser Termin "paßt" für alle Regionen und Klimazonen, da er keinem feststehenden Datum zugeordnet, sondern ausschließlich vom jeweils vorherrschenden Mikroklima abhängig ist.
Wichtige Regeln und Wachstumsgesetze:
Bevor die Schere nun angesetzt wird, sollte man sich Kenntnis über einige Gesetzmäßigkeiten hinsichtlich des Rosenwachstums verschaffen.
Trigintipetala (Rosa damascena)
Die „Bulgarische Ölrose“ wird schon seit dem Mittelalter zur Produktion von Rosenöl verwendet und auch heute noch in Osteuropa großflächig angebaut. Erstmals erwähnt wurde sie um 1690. Die herrlich duftenden, halbgefüllten Blüten mit den seidigen Blütenblättern in reinem Rosa stehen – sehr üppig im Juni und Juli – dicht über dem Laub. Der Strauch erreicht etwa 2 m Höhe und Breite und ist von hübschem, überhängendem Wuchs. Das kräftige Laub ist gesund, die Rose selbst von sehr guter Winterhärte – hier macht sich die Abstammung von der robusten Rosa gallica bemerkbar.
• Verwendung: Verwendung: Bestens für rauhe Lagen geeignet; als Hecken- wie als freistehende Strauchrose zu empfehlen. Schnitt: Nicht nötig. Wenn gewünscht, kann im Frühjahr um ein gutes Drittel zurückgeschnitten werden. Rose Trigintipetala 15,50 Euro
Felicia (Rosa moschata)
Diese Pemberton-Züchtung von 1928 erfreut mit Blütenblättern in frischem Rosa, das an der Basis golden durchstrahlt wird und der Rose einen warmen, lachsfarbenen Ton gibt. Die hochgebauten, recht wetterfesten Blüten stehen in großen, süß duftenden Büscheln und erscheinen kontinuierlich die ganze Saison über. Mit gesundem Laub bauen sich die Triebe zu einem ausgewogenen Busch von gut 1,2 m Höhe und Breite auf.
• Verwendung: Zur Heckenpflanzung oder als freistehender Busch. Die Sorte kann auch als etwa 1,5 m hoch werdende Spalierrose gezogen oder in einen Kübel gepflanzt werden. Schnitt: Rückschnitt im Frühjahr, dabei um ein Drittel bis die Hälfte einkürzen. Rose Felicia 15,00 Euro
Miranda (Rosa damascena)
Diese Züchtung von 1869 ist eine herrliche Vertreterin der historischen Rosen. Aus prallen Knospen öffnen sich große, halbgefüllte Blütenschalen in reinem leuchtendem Rosa. Sie stehen in großen Büscheln zusammen und verströmen den typischen schweren Damaszener-Duft. Unempfindlich gegen Witterungseinflüsse, sind sie lang haltbar. Die Rose ist überaus reichblühend: Dem Hauptflor im Sommer folgt eine sehr gute Nachblüte im Herbst. Der kompakte, sehr winterharte Strauch trägt hübsches mattgrünes Laub und wird etwa 1,5 m hoch und 1 m breit.
• Verwendung: Als freistehende Strauchrose, für Hecken oder Gefäße. Die Blüten sind haltbare Schnittblumen. Schnitt: Im Frühjahr um ein gutes Drittel zurückschneiden.
Rose Miranda ab 14,00 Euro
Souvenir du Dr. Jamain (Rosa remontant)
Ein Bild von einer Rose: Diese Lacharme- Züchtung aus dem Jahre 1865 besticht mit ihren samtigen, tief weinroten, perfekt geformten Blüten; im Verblühen zeigen sich dunkelviolette, fast schwarze Schattierungen, und die goldgelben Staubgefäße werden sichtbar. Während der Hauptblütezeit im Juni und Juli verströmt der wüchsige, reich mit Blüten besetzte Strauch einen betörenden Duft; im September blüht er ein zweites Mal. Bis 1,8 m hoch und 1,2 m breit und gut winterhart.
• Verwendung: Robuste Anfängerrose, die sich als freistehender Strauch (3,5 m hoch, 2,5 m breit) oder als etwa 4 m hohe Kletterrose an Spalieren oder anderen Rankgerüsten ziehen läßt.
Rose Souvenir du Dr. Jamain ab 14,00 Euro
Ferdinand Pichard (Rosa remontant)
Diese Sorte ist ein Juwel unter den gestreiften Rosen: robust, verläßlich und mit wunderschönem Farbkontrast. Die recht großen, kugeligen, gut gefüllten Blüten sind von karminrosafarbener Grundfarbe und tragen purpurrote sowie hellrosafarbene bis fast weiße Marmorierungen. Während des ganzen Sommers erscheinen immer wieder neue duftende Blütenbüschel, die auch in der Vase erfreuen. Diese Rose ist gut winterhart und bildet 1,5 m hohe und 1,2 m breite Sträucher mit dunkelgrün glänzendem, gesundem Laub.
• Verwendung: Zuverlässige Anfängerrose, die auch an Obelisken bis auf gut 2,5 m Höhe gezogen werden kann. Auch für die Topfbepflanzung geeignet. Rose Ferdinand Pichard 15,50 Euro
Wir versenden unserre alten Rosen als etwa ellenlange Sträucher, teils wurzelnackt, teils im Topf, verpackt in feuchter Holzwolle. Sollten Sie die Rosen nicht gleich pflanzen, können Sie sie (in geöffneter Verpackung, kühl und frostfrei) etwa 2 Wochen lagern; das empfindliche Feinwurzelwerk darf dabei auf keinen Fall trocken werden. Besser ist es, die Rosen an einer schattigen Stelle im Garten einzuschlagen. Jedem Paket liegt eine ausführliche Pflanzanleitung für die Anzucht der historischen Rosensorten bei.
Die Pflanzanleitung für Rosen können Sie sich hier auch als » PDF-Dokument herunterladen.
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