Hirschleder, altsämischgegerbt (Materialstärke 1,1 mm). Ungefüttert. Messingreißverschluß von RiRi, Hirschhornknöpfe. Hosenträgerknöpfe aus Steinnuß. 6 Gürtelschlaufen (für Gürtel bis 4,5 cm Breite). Fußweite bei Größe 50 = 48 cm.
Freizeit- und Arbeitshose. Allem gewachsen.
Mit einer einfachen „Krachledernen“ hat diese Hose nicht viel gemein: Sie kommt erstens ganz ohne folkloristische Details aus und ist zweitens aus keinem gewöhnlichen Leder gemacht, sondern aus altsämischgegerbtem Hirschleder – es ist ungemein weich, warm, fast wollig im Griff und temperaturausgleichend. Darüber hinaus ist es so wasserfest, daß es sogar gewaschen werden kann. Die einzige Teilungsnaht in der Kniekehle zeugt davon, daß auch für dieses Kleidungsstück nur ausgesuchte, großflächig intakte Häute verwendet werden. Die Lederhose ist mit geradem Bein und zwei geräumigen Flügeltaschen mit breiter Steppnaht gearbeitet. Sie schmiegt sich der Körperform an und wird bei jedem Tragen nur noch geschmeidiger und schöner.
Weitere Details.
Eine große, knöpfbare Gesäßtasche mit einem Büffelhornknopf rechts, links eine Messertasche fürs Fahrtenmesser (mit Befestigungsschlaufe am Bund); Hoseninnenbund mit Steinnußknöpfen zum Einknöpfen von Hosenträgern; Gürtelschlaufen. An den Tascheneingriffen und auf der Innenseite der Hose ist noch die für das Altsämischleder typische hellgelbe Abseite sichtbar – dieser wird aber vor allem an den Taschen mit der Zeit eine Patina zuwachsen, die dafür sorgt, daß das Leder an diesen Stellen nachdunkelt.
Im Wortsinn fabelhaft: Kleidung aus echtem Sämischleder.
Es gibt heute nur wenige Gerber, die die „Urverfahren“ ihres Handwerks noch beherrschen, jene alten und komplizierten, von denen jeder Kenner sofort zugibt, daß sie bei weitem schönere, dauerhaftere Leder hervorbringen als all ihre „fortgeschritteneren“ Nachfahren.
Das Verfahren.
Es ist ein aufwendiger Vorgang, der sich über ein ganzes Jahr hinzieht: In den ersten drei Monaten wird die Haut erst im Äscher, einer mit Weißkalk gefüllten Grube, eingelagert, dann auf dem Gerberbaum zur Blöße gespannt. Der konservierende Effekt, also die Verwandlung der Eiweißfaser der tierischen Haut in Lederfaser, beruht bei der Altsämischgerbung auf der Oxidation tierischer Fette und Trane, die mit mechanischen Mitteln in die Fasern der Haut eingearbeitet werden: in diesem Fall Dorschtran, der mit Hilfe Hunderte Jahre alter Hammerwalkwerke zwischen die Fasern der „Blöße“ gepreßt wird. Die Fette lassen das sämischgare Hirschleder mit der Zeit zu einem unerreichten Bekleidungsleder werden: Es ist geradezu unverwüstlich, dabei weich, warm, fast wollig im Griff, temperaturausgleichend (daher zu jeder Jahreszeit angenehm zu tragen) und so unempfindlich gegen Wasser, daß es als einziges Leder sogar gewaschen werden kann. Diese Eigenschaft verliert es übrigens auch nicht durch die Färbung: Sämischleder läßt sich allein mit Pigmenten färben, die regelrecht in das Material eingearbeitet werden und die nach einer Fixierung mit Ammoniak nicht mehr wasserlöslich sind. Unsere Hirschlederbekleidung lassen wir bei Hack in Köln konfektionieren.
Hinweis:
Die Beinlänge entspricht bei dieser Hose einer Länge von 36 Inch (innere Beinlänge in Größe 50 = 91,5 cm). Bevor Sie die Hosenbeine abschneiden, beachten Sie bitte, daß die Hose sich beim Eintragen noch um ca. 2 cm einkürzt.
Pflegehinweis:
Altsämischgegerbtes Hirschleder kann gelegentlich bei 30 °C im Wollwaschgang gewaschen werden (wenn es wie hier futterlos verarbeitet wurde).