Jacke: 2 Einschubtaschen, Innentasche mit Metallreißverschluß. Hirschleder altsämischgegerbt (Stärke 1,1 mm). Rückenlänge bei Größe 50 = 77 cm.
Weste: Aus 100% Schurwolle (Shetland), gewalkt. Garnfeinheit 9,5/2, Materialgewicht 470 g/qm. Glatt rechts gestrickt. Hirschlederbesätze am Kragenansatz, an den Tascheneingriffen und am Metallreißverschluß.
Innentasche, mit Knopf zu schließen. Rückenlänge bei Größe 50 = 72 cm.
Altsämisch gegerbt. Von Hand gefärbt.
Aus außergewöhnlichem Material: die uneingeschränkt wintertaugliche, zweiteilige Herrenjacke aus altsämischgegerbtem Hirschleder. Der Farbauftrag
erfolgt hier rein mechanisch durch wiederholtes
Einbürsten ins Leder; ein aufwendiger manueller Prozeß, der einerseits zu einer unvergleichlich schönen und haltbaren Oberfläche führt, andererseits zu partiellem Durchschlagen
der Farbe nach innen, auf dem gelbfarbenen Grund in unregelmäßigen Scheckungen sichtbar. Die natürliche Farbigkeit der Unterseite wird außen durch die für das Sämischleder typische Paspelverarbeitung (hier wird ein Gamslederstreifen zwischengefaßt) an den Teilungsnähten wieder aufgegriffen. Eine – mittels kleiner Lederschlaufen
leicht ein- und auszuknöpfende – Weste aus Walkstrick ergänzt die wind- und wasserabweisenden Qualitäten
des Leders um die wärmende Eigenschaft eines dichten, jedoch nicht zu schweren, bequemen Gestricks.
Alle Details.
Großzügig geschnittene Jacke, auf fünf Büffelhornknöpfe zu schließen. Paspelknopflöcher. Ärmel in der Armkugel
sehr geräumig, am Saum weitenverstellbar Einsatz im unteren Ärmelbereich offenkantig verarbeitet, um die
Geschmeidigkeit des Leders zu erhalten. Rückenteil in der hinteren Mitte und im unteren Drittel geteilt.
Im Wortsinn fabelhaft: Kleidung aus echtem Sämischleder.
Es gibt heute nur wenige Gerber, die die „Urverfahren“ ihres Handwerks noch beherrschen, jene alten und komplizierten, von denen jeder Kenner sofort zugibt, daß sie bei weitem schönere, dauerhaftere Leder hervorbringen als all ihre „fortgeschritteneren“ Nachfahren.
Das Verfahren.
Es ist ein aufwendiger Vorgang, der sich über ein ganzes Jahr hinzieht: In den ersten drei Monaten wird die Haut erst im Äscher, einer mit Weißkalk gefüllten Grube, eingelagert, dann auf dem Gerberbaum zur Blöße gespannt. Der konservierende Effekt, also die Verwandlung der Eiweißfaser der tierischen Haut in Lederfaser, beruht bei der Altsämischgerbung auf der Oxidation tierischer Fette und Trane, die mit mechanischen Mitteln in die Fasern der Haut eingearbeitet werden: in diesem Fall Dorschtran, der mit Hilfe Hunderte Jahre alter Hammerwalkwerke zwischen die Fasern der „Blöße“ gepreßt wird. Die Fette lassen das sämischgare Hirschleder mit der Zeit zu einem unerreichten Bekleidungsleder werden: Es ist geradezu unverwüstlich, dabei weich, warm, fast wollig im Griff, temperaturausgleichend (daher zu jeder Jahreszeit angenehm zu tragen) und so unempfindlich gegen Wasser, daß es als einziges Leder sogar gewaschen werden kann. Diese Eigenschaft verliert es übrigens auch nicht durch die Färbung: Sämischleder läßt sich allein mit Pigmenten färben, die regelrecht in das Material eingearbeitet werden und die nach einer Fixierung mit Ammoniak nicht mehr wasserlöslich sind. Unsere Hirschlederbekleidung lassen wir bei Hack in Köln konfektionieren.
Pflegehinweis:
Altsämischgegerbtes
Hirschleder kann gelegentlich bei 30 °C
im Wollwaschgang gewaschen werden
(wenn es futterlos verarbeitet wurde).