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Hedwig Bollhagen: Ästhetik für den Alltag

„Kunst? Ach Gott, manche nennen es so; ich mache Teller, Tassen, Kannen.“

Mit diesen (und anderen) Worten reagierte Hedwig Bollhagen, wenn sie auf ihre Arbeit angesprochen wurde. Immer häufiger werden ihre Teller, Tassen und Kannen ausgestellt – gedacht und gemacht aber sind sie für die ganz alltägliche Verwendung.

 

Wenn sich die Dinge des täglichen Gebrauchs ästhetisch geben, hat das oft etwas pfauenhaft Gespreiztes: als behaupte man vom Huhn, es habe ein Fabergé-Ei gelegt. Doch die Arbeiten von Hedwig Bollhagen aus den HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz drängen sich nicht in die Vitrine – hergestellt werden die Teller, Tassen, Kannen vielmehr für die konkrete und beherzte Verwendung in der Küche und am Eßtisch.

 

Bauhaus in Brandenburg.

Hedwig Bollhagen (1907–2001) lernte und arbeitete in den 1920er Jahren in der Steingut- und Fayencefabrik Velten-Vordamm. Sie arbeitete mit Bauhausmeistern wie Gerhard Marcks und Charles Crodel, der auch einige Entwürfe der Keramikerin bemalte. Und auch Theodor Bogler, von dem Manufactum ebenfalls einige Entwürfe im Sortiment führt, gehörte zu ihren Weggenossen.

 

1934 gründete Bollhagen die HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz. Ihre Formen und Dekore sind sämtlich von einem Stilgefühl geprägt, das künstlerisch begründet ist – und vom Zeitgeist (oder Ungeist) unbeeindruckt blieb. Selbstgewiß und unbeirrt bewies sich Bollhagen, wie es der Tagesspiegel einst formulierte, als „Repräsentantin des Widerstands gegen Verhunzung, Brutalisierung und Verkitschung des alltäglichen Lebens“.

 

„Unikate in Serie“.

Was sich im Alltag so gut bewährt, erfordert in der Fertigung präzises Handwerk. In zahlreichen Arbeitsschritten werden die Entwürfe von Hedwig Bollhagen in (Gips-)Formen zu Schüsseln und Schalen, Tellern, Tassen und Kannen gedreht und bei 960 °C gebrannt. Anschließend wird die Glasur aufgetragen, das Produkt akribisch von Hand bemalt und zu guter Letzt das Porzellan ein zweites Mal gebrannt. In dieser Kombination von Gußform und Handbemalung entstehen in den HB-Werkstätten „Unikate in Serie“.

 

Hedwig Bollhagen selbst bevorzugte die Schlichtheit weißer, undekorierter Fayencen. Doch bis heute wird sie für ihre abstrakt-geometrischen Dekore hoch gerühmt.

Hedwig Bollhagen Porzellan bei Manufactum

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