Jede Zeit hat ihre eigenen Mythen. Der Mythos des 19. Jahrhunderts war der der technischen Machbarkeit, der des 20. der der perfekten Lösbarkeit eines jeden Problems durch eine (unter Umständen erst noch zu entwickelnde) Hochtechnologie. Heute, im beginnenden 21. Jahrhundert, vertrauen wir eher der technischen „Intelligenz“ eines „Smartphones“ als dem handgeschriebenen Adreßblock, lesen zunehmend unsere Bücher auf „E-Book-Readern“ statt vom Papier und legen das Funktionieren unserer Autos in die Hände von Computern, deren Rechenkapazität seinerzeit der NASA gereicht hätte, ihre Astronauten sicher auf den Mond zu bringen. Mythos Hochtechnologie
Wer sich für Lebensmittel und Eßkultur interessiert, schaut zumeist nach Frankreich und Italien, zwei Ländern mit reicher kulinarischer Tradition. Während Frankreich von jeher an der Vielzahl seiner regionalen Spezialitäten festhält und mit der Nouvelle Cuisine in den 1970er Jahren das Bewußtsein um das Bewahren des Eigengeschmacks von Nahrungsmitteln vorangetrieben hat, besann man sich im ebenfalls mit mannigfaltigen Regionalküchen gesegneten Italien vor allem seit Mitte der 1980er Jahre auf qualitätvolle Lebensmittel.
School of Artisan Food
Das Mundgefühl ist ein Begriff, dem man im Zusammenhang mit der Textur eines Lebensmittels – auch bei uns – immer öfter begegnet. Aus gutem Grund, denn obgleich der Begriff zunächst ein wenig lächerlich anmutet, verbirgt sich dahinter ein ernsthafter Hintergrund, der das Geschmacksempfinden wesentlich bestimmt und deshalb auch ein zentraler Aspekt des industriellen Lebensmitteldesigns ist – als Beispiele mögen Butterkekse oder Kartoffelchips dienen, die aufgrund des im Mund zu erlebenden Übergangs von knusprig zu weich so beliebt sind. Mundgefühl
Nur tausend Kilometer vom Nordpol entfernt, mitten im Arktischen Meer, liegt der Svalbard- Archipel. Auf seiner Hauptinsel, dem kargen Felseneiland Spitzbergen, befindet sich der „Svalbard Global Seed Vault“ (SGSV), eine Saatgutdatenbank. Nun sind Saatgutarchive per se nichts Ungewöhnliches, es gibt sie rund um den Globus. Der SGSV ist jedoch in mehrerer Hinsicht eine Ausnahme: Er ist in einem alten Kohlebergwerk angesiedelt und reicht rund 120 Meter in Spitzbergens Permafrostboden hinein – was gewährleisten soll, daß selbst bei einem Ausfall des Kühlsystems die Temperatur nicht über –3,5 °C ansteigt.Svalbard Global Seed Vault
Mit hunderten interessanten Tondokumenten hat das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA), eine Gemeinschaftseinrichtung der ARD, eine Sammlung von Stimmen des 20. Jahrhunderts veröffentlicht, die mittlerweile auf drei Dutzend CDs angewachsen ist. Damit liegt ein thematisch geordnetes Tonarchiv vor, mit dem man sich einen breiten Überblick historischer OTöne ins Wohnzimmer stellen kann.
Sowohl das Durchhören ganzer CDs als auch die Anwahl bestimmter Titel vermittelt einen spannenden Einblick in die Geschichte, und das ohne das effektheischende Getue der Multimedia-Produktionen mit ihren ständigen Wiederholungen stark gekürzter Reden. Rundfunkarchiv
„Doch die Zeiger der Uhr – drehen sich nur – vorwärts, vorwärts und nie zurück“, sang Margot Eskens 1966 beim Grand Prix. Daß es auch anders geht, zeigt die willkürliche und erwiesenermaßen nutzlose Uhrenumstellung, mit der die Menschen im Oktober die eine Nachtstunde aufgenötigt bekommen, die man ihnen im Frühling geraubt hat. Begründet wird die Umstellung mit dem vollkommen unsinnigen Argument, es sei dadurch „länger hell“, und man spare Energie. Tatsächlich läßt sich die Sonne nicht durch eine Verordnung von einem ihrer kleineren Planeten sagen, wie lange sie zu scheinen hat. Sommerzeit
Unser Nachbarland Österreich steht 2012 ganz im Zeichen Gustav Klimts (1862–1918). Besonders interessant ist dabei der Querbezug zur Stoffgestaltung. Schon seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert interessierte sich das Bürgertum sehr für die bodenständige Volkskunst, wie sie sich in Mustern und Ornamenten auf Stoffen niederschlug.
Gustav Klimt
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