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Gränsfors Bruks. Stolze Schmiede.

„Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann“, sprach einst Schillers Wilhelm Tell. So weit, so richtig – zumindest wenn man zur richtigen Axt gegriffen hat. Das traditionsreiche Unternehmen Gränsfors Bruks aus dem ländlichen Schweden beweist, dass Axt beileibe nicht gleich Axt ist. Ein Zimmermann wäre klug beraten, ein anderes Modell zu wählen, als jemand, der Holz spalten möchte oder gar Bäume zu fällen gedenkt. Aber nicht nur in Bezug auf den Anwendungszweck sieht sich der Käufer mit wesentlichen Unterschieden konfrontiert. Vor allem die handwerkliche Herstellung der Äxte in zeitintensiver Manufaktur, die viele Verarbeitungsschritte der industriellen Produktion überflüssig macht und die eigentümliche Schönheit der Werkzeuge prägt, hebt Gränsfors von seinen Mitbewerbern ab.

 

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Gränsfors Bruks bei Manfuactum

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Ein kleines Dorf in Schweden. Gränsfors und die Äxte.

Gränsfors – ein Dorf in Schweden, vier Stunden nördlich von Stockholm, ein gewundener Fluss, weite Felder und Wälder, klassische rote Holzhäuser, und je näher man kommt, desto deutlicher nimmt man die rhythmischen Schläge wahr, die aus der Schmiede im Herzen des Ortes dringen. Auch über ein Jahrhundert nach Gründung des Unternehmens ist Gränsfors Bruks – was so viel wie „Gränsfors Werk“ bedeutet – noch immer tief am namengebenden Ort des Entstehens verwurzelt. Und das, obwohl die Geschichte des Axtherstellers von grundlegenden Umbrüchen geprägt ist.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann in Nordschweden die Blütezeit der Holzfällerei, die einen enormen Bedarf an Äxten mit sich brachte. Ab 1868 verdingten sich zunächst zwei ortsansässige Sensenschmiede in der Herstellung der gefragten Holzwerkzeuge, 1902 schließlich legte einer der beiden das Fundament für eine Schmiede, die ausschließlich der Produktion von Äxten gewidmet war – die Geburtsstunde von Gränsfors Bruks.

Verdammte Axt. Das Auf und Ab der Nachfrage.

Die große Nachfrage führte die Axthersteller – so auch Gränsfors Bruks – recht schnell zur Serienfertigung, und aus den ursprünglich handwerklichen Unikaten wurden Schritt für Schritt immer standardisiertere Massenprodukte. Nach dem ersten großen Hoch ging es mal ab, mal ging es wieder auf, aber die größten Veränderungen begannen erst in den 1960er Jahren. Zunächst stellte der Siegeszug der Kettensäge in der holzverarbeitenden Industrie die Axtfabriken auf eine harte Probe, und nur der Niedergang konkurrierender Schmieden rettete einige Firmen, wie auch die in Gränsfors, über die Durststrecke. Die Ölkrisen der 1970er Jahre ließen die Stimmung ins Gegenteil umschwenken. Die Nachfrage nach Äxten explodierte geradezu, und spätestens jetzt rationalisierten die verbleibenden Unternehmen ihre Abläufe, automatisierten Prozesse und führten Akkordarbeit ein. Das Ziel hieß: möglichst viele Äxte in möglichst kurzer Zeit. Es verwundert nicht, dass dieser Umstand der Qualität der Produkte nur wenig zuträglich war.

Spätestens mit Beginn der 1980er Jahre und dem Ende der Ölkrisen war die neuerliche Axtblüte wieder Geschichte, und auch der Exportmarkt lag längst in der Hand günstigerer Mitbewerber aus dem asiatischen und amerikanischen Ausland. Gränsfors Bruks stand am Scheideweg.

Seines Glückes Schmied. Der Wandel von Gränsfors Bruks.

Eine Neuorientierung Ende der 1980er Jahre legte den Grundstein für die Prinzipien, die heute das Alleinstellungsmerkmal von Gränsfors Bruks darstellen und dazu geführt haben, dass das Unternehmen sich nicht nur erholen konnte, sondern der Name Gränsfors mittlerweile auch rund um den Globus ein Begriff für wohlgeformtes Werkzeug ist. Man ging nicht nur einen, sondern gleich etliche Schritte zurück und etablierte eine von liebevoll-aufwendiger Handarbeit geprägte Produktion, wie sie vor sehr langer Zeit üblich gewesen war.

Präzise Handarbeit. Qualitativ hochwertige Äxte.

Jede einzelne Axt von Gränsfors Bruks geht durch die kundigen Hände von mindestens vier Mitarbeitern, die vom Schmieden und Schleifen über das Scheuern und Abziehen bis hin zur Stielung jeden Arbeitsschritt so verfeinert haben, dass zuvor umfangreiche Nachbearbeitung schlicht überflüssig geworden ist. Der Stolz über die gelungene Arbeit geht so weit, dass jeder Gränsfors Axtkopf mit den Initialen des Schmieds versehen ist.

Auch umweltschädliche Lacke, Lösungsmittel und Kleber gehören bei Gränsfors Bruks der Vergangenheit an – die Stiele aus Hickoryholz werden traditionell mit einem Holzkeil befestigt, und eine kaschierende Behandlung der Stahl- und Holzoberflächen ist aufgrund der Qualität der Verarbeitung nicht nur entbehrlich geworden, sie würde die ursprüngliche Schönheit der Produkte nur unnötig verbergen.

Verlorengegangenes Wissen über Äxte und ihre Anwendungsgebiete zu sammeln gilt bei Gränsfors Bruks heute als Grundvoraussetzung für verbesserte Neuentwicklungen – ein Anliegen, von dem nicht nur das firmeneigene Axtmuseum mit über 2.000 Exemplaren unterschiedlichsten Alters und verschiedenster Funktionen zeugt. Auch das breite Sortiment, das insgesamt über dreißig hochfunktionale Modelle aus den Bereichen Forstäxte, Spaltäxte, Blockhausbau- und Zimmermannswerkzeuge, Doppeläxte und historische Äxte umfasst, zeigt: Die Auswahl der richtigen Axt sollte nicht im Vorbeigehen getroffen werden. Jedes der Werkzeuge ist für die Benutzung im kleinen Maßstab und für ganz konkrete Anwendungsgebiete ausgelegt.

Werkzeug für Spalter. Gränsfors bei Manufactum.

Aus dem breiten Sortiment der Gränsfors Äxte haben wir bei Manufactum vier Modelle ausgewählt, die vor allem für Verwendungen im Wald und zum Spalten von Holz vorgesehen sind. Das Jägerbeil ist ursprünglich zum Abziehen des Felles erlegter Beute konzipiert, eignet sich jedoch genau wie das Handbeil auch zum Fällen und Entasten kleinerer Bäume. Spaltbeil und Spalthammer hingegen sind zum Hacken entlang der Holzfasern gemacht – ihre konkav-keilförmige Schneidengeometrie spaltet durch schnelles Eindringen und rasches Auseinanderdrücken des Holzes besonders effektiv.

Jede Axt wird beim Kauf begleitet von einem kleinen „Buch der Äxte“ – gewissermaßen ein Kompendium des Wissens von Gränsfors Bruks, das dem Käufer nicht nur Hinweise zu den Unterschieden und Anwendungsgebieten der verschiedenen Axtmodelle an die Hand gibt, sondern auch wichtige Tipps zur Pflege mitliefert. Und weil die Menschen hinter Gränsfors Bruks von ihren Produkten und deren Haltbarkeit überzeugt sind, geben sie auf jede Axt 20 Jahre Garantie. Darauf kann man durchaus stolz sein.