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Gemüse ins Freiland säen und pflanzen

Gemuese saeen und pflanzen

Im Mai können nun auch die letzten (frostempfindlichen) Gemüse direkt ins Freiland oder Hochbeet gesät bzw. die selbst vorgezogenen oder gekauften Jungpflanzen gesetzt werden.

Folgende Arten können jetzt gesät bzw. gepflanzt werden

  • Sommersalat, Möhre, Chicorée, Sommerrettich, Radieschen, Rote Bete, Kohlrabi, Winterlauch, Pastinake, Fenchel, Zuckermais, Stangen- und Buschbohne, Dill, Majoran und Bohnenkraut können den ganzen Mai über gesät werden; Erbsen bis Mitte des Monats.
  • Kohlgewächse, Sellerie, Lauch und Fenchel werden am besten vorgezogen und ab Anfang Mai ausgepflanzt.
  • Mit dem Auspflanzen von Gurke, Zucchini, Kürbis, Tomate und Paprika bis nach den Eisheiligen warten.

Anleitung

Aussaat im Freiland
  • Die Erde mit Kultivator, Flachschneider oder Harke nur flach lockern (die oberen 3 bis 5 cm). Wenn nötig, mit reifem Kompost aufbessern und mit einem Rechen einebnen. Ist der Düngezustand des Bodens nicht bekannt, sollte eine Bodenanalyse durchgeführt werden.
  • Mit einem Rechen (mit der umgedrehten, kurzen Seite), Flachschneider oder Jäter Reihen ziehen (Reihenabstand je nach Pflanze 20 bis 25 cm). Möglichst gerade und parallel verlaufende Reihen, die mit Hilfe gespannter Schnüre oder entlang eines Bretts gezogen werden können, erleichtern später das Hacken und Vereinzeln.
  • Für die Aussaat die Reihen zu Rillen vertiefen (Rillentiefe 2 bis 5 cm).
  • Den Samen möglichst gleichmäßig verteilen und darauf achten, daß keine Samenkörner über- oder sehr dicht beieinander liegen: Das erspart zum einen die spätere Arbeit des Verziehens, zum anderen entwickeln sich Sämlinge besser, wenn sie genug Platz haben. Sie wachsen in der Regel schneller, sind gesünder und entwickeln ein stärkeres Wurzelsystem. Richtig ausgesät wird, indem die Samen als Prise mit den Fingern gefaßt oder sie vorsichtig (durch Klopfen) aus der Samentüte geschüttelt werden. Sehr feines Saatgut – zum Beispiel von Kohl, Petersilie oder Lauch – läßt sich leichter aussäen, wenn es mit hellem Sand vermischt wird.
  • Mit Harke oder Rechen vorsichtig lockere Erde über die Saatreihen ziehen und mit dem Werkzeugrücken andrücken. Dies sorgt dafür, daß sich Hohlräume im Boden schließen und der Samen einen guten Bodenkontakt erhält ("Bodenschluß").
  • Die Saatreihen mit dem leeren Samentütchen oder einem Etikett markieren.
  • Werden Jungpflanzen gesetzt, diese je nach Gemüseart im passenden Abstand in Reihen pflanzen. Die Pflänzchen mit beiden Händen gut andrücken und dafür sorgen, daß um die Wurzeln herum keine Hohlräume bleiben. Jede Pflanze vorsichtig (mit einer Gießkanne mit feinem Brausekopf) angießen.
  • Bei trockener Witterung muß das Beet nun ständig feucht gehalten werden.
  • Aussaaten und Jungpflanzen am besten gleich mit Vlies oder Kulturschutznetzen abdecken, da ab jetzt mit der Eiablage der Gemüsefliegen zu rechnen ist. (Der Beginn der Kastanienblüte ist der phänologische Anzeiger dafür.) Vlies oder Netz locker auflegen oder über Tunnelkonstruktionen spannen und an allen Seiten mit Erde, Brettern oder Haken befestigen. Netze können bis zum Ende der Kultur aufgelegt bleiben; ein Vlies sollte bei höheren Tagestemperaturen aufgedeckt werden, da es darunter sonst zu warm wird.
Beetvorvereitung

Den Boden durchziehen, Unkraut und Steine entfernen

Kompost verteilen

Kompost verteilen

Beet einebnen

Die Beetfläche zur Aussaat glattziehen

Spezielle Hinweise für einige Kulturen

  • Um bei den relativ harten Samen von Bohnen, Erbsen oder Zuckermais die Keimung zu verbessern, diese vor der Aussaat mindestens eine Stunde in lauwarmem Wasser quellen lassen.
  • Wärmebedürftige Gemüse wie Zucchini, Gurke oder Kürbis in schwarze Mulchfolie pflanzen. Dazu die Folie über die Fläche auslegen und an den Rändern mit Erde befestigen. Mit einem scharfen Messer ein Kreuz oder T-Kreuz in die Folie schneiden, die entstandenen Ecken hochklappen, die Pflanze in die Öffnung setzen und diese anschließend wieder (weitgehend) verschließen. Unter der schwarzen Folie erwärmt sich der Boden tagsüber stärker und eine nächtliche Abkühlung wird deutlich reduziert. Zudem wirkt die Folie einer Verunkrautung der Fläche vor, über die die Pflanzen in den kommenden Monaten ihre Ranken ausbreiten werden.
  • Salate satzweise im Abstand von zwei Wochen aussäen. So wird vermieden, daß zu große Mengen gleichzeitig reif sind; es kann mit verschiedenen Arten und Sorten variiert werden, und die Ernte erstreckt sich über einen sehr langen Zeitraum.
  • Kälte regt Kohl, Kohlrabi, Sellerie und Möhren zum Blühen ("Schossen") an. Ist eine Kälteperiode angesagt, die Pflanzen mit Vlies abdecken. Die Blütenbildung ist bei Gemüse unerwünscht, da die Pflanzen dann alle Kraft in die Samenbildung legt. Die Pflanzenteile, die eigentlich geerntet werden sollen, entwickeln sich nicht weiter; Geschmack und Konsistenz verändern sich nachteilig.
  • Rote Bete, Möhren oder Knollensellerie brauchen Platz zur Entwicklung ihrer Wurzeln und Knollen. Stehen sie zu eng, einzelne Pflanzen aus der Reihe herausziehen; Rote-Bete-Pflänzchen eignen sich dazu, auch wieder an anderer Stelle gesetzt zu werden.
  • Damit Lauch (auch Porree) lange, weiße Schäfte entwickelt, muß er tief gepflanzt werden. Die Jungpflanze darf höchstens zur Hälfte aus dem Pflanzloch herausschauen; dieses am besten mit einem Pflanzloch vorbohren. Nach einigen Wochen die Pflanzen anhäufeln.
Gemüse ins Freiland säen

Jungpflanzen in lockeren Boden setzen, gut andrücken und gießen

Gemüsejungpflanzen im Beet

Gemüse- und Kräuterjungpflanzen in Reihen gepflanzt

Hochbeet bepflanzen

Gemüseanbau im Hochbeet

Es wird benötigt:

Saat- und Pflanzgut: gesundes, keimfähiges Saatgut bzw. gesunde Jungpflanzen von Gemüsearten, die im Mai ausgesät bzw. ausgepflanzt werden.
Werkzeug: Werkzeug zur flachen Bodenlockerung (Kultivator, Rollkultivator, Flachschneider, Harke oder Handegge), Rechen, Schaufel, Pflanzwerkzeug für Jungpflanzen (Pflanzholz, -kelle, -messer).
Zubehör: Pflanzschnur, Etiketten, Transport- oder Schubkarre, gegebenenfalls Mulchfolie, Vliesmaterial oder Kulturschutznetze (im Fachhandel erhältlich).

Weitere Utensilien

Die Samengärtnerei. Eine fast vergessene Kunst

Die Samengärtnerei war früher selbstverständlicher Teil der gärtnerischen und landwirtschaftlichen Ausbildung. Es wurde gelehrt, was beim Anbau von sogenannten Samenträgern zu beachten ist (zum Beispiel die Einhaltung größerer Pflanzabstände, um ein Ineinanderwachsen der ausladenden Samenstände zu vermeiden), welchen Einfluß die Befruchtungsbiologie hat (Fremd- oder Selbstbefruchter?), wie das Saatgut geerntet, gedroschen, gereinigt und gelagert wird. Samengärtnerei