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Die Federtasche – lederner Hüter der Erinnerung

Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Schultag? Die knisternde Aufregung, die vielen unbekannten Gesichter und vor allem die wunderbaren Dinge, die extra für den großen Tag angeschafft wurden: der Ranzen natürlich, aber auch die neue Federtasche mit all ihren Laschen für das Schreibgerät, den Füllfederhalter, die Blei- und Buntstifte, Radiergummi und Lineal. Während die Stifte mit jedem Spitzen schrumpften, der Radierer sich abnutzte und der Ranzen vermutlich irgendwann abgeliebt in der Ecke landete und vielleicht sogar durch ein neues Exemplar ersetzt wurde, sicherte sich die Federtasche – zumindest sofern es sich um ein ledernes Exemplar handelte – oft einen besonderen Platz im Herzen ihres Besitzers. Als bemalte und bekritzelte Anthologie der Erinnerungen, voll mit Namen, Bildern und Sprüchen, erweckt sie auch viele Jahre später – spätestens beim Öffnen des ratschenden Reißverschlusses und Gewahrwerden des Duftes aus altem Leder und Graphitstaub – all die Bilder von früher wieder zum Leben.

 

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Ans Leder gegangen. Die Federtasche als Leinwand.

Blickt man dieser Tage in die Tornister der Erstklässler, findet man nur noch in den wenigsten Fällen eine lederne Federtasche. Oftmals bunt, flächig gemustert und aus Kunstgewebe, sind viele heutige Etuis nicht nur dem schnellen Materialverschleiß, sondern auch raschen geschmacklichen Abnutzungserscheinungen anheimgegeben. Als Erinnerungsstücke haben sie kaum einen Wert, sie geben eine Richtung vor, statt Raum für Entfaltung zu bieten.

Ganz anders das lederne Federmäppchen. Anfangs wird es noch mit Sorgfalt gehegt und gepflegt, jeder kleinste Kratzer wird wegpoliert und das weiche, glatte Material bei jeder sich bietenden Gelegenheit gestreichelt. Über kurz oder lang jedoch wandelt sich der Umgang mit der Federtasche, denn wie ein unbeschriebenes Blatt Papier ruft das Leder geradezu danach, mit Leben und Erinnerungen gefüllt zu werden. Auf der einen Seite sind es einfache Gebrauchsspuren, entstanden, weil man das Mäppchen mal wieder weit über seinen möglichen Füllhöchststand zum Bersten mit Stiften und Zetteln gefüllt hat, weil der Zirkel sich mit scharfer Spitze verewigt hat oder weil es einfach immer wieder den gleichen Handgriffen ausgesetzt war und so begonnen hat, eine individuelle Patina anzusetzen. Auf der anderen Seite hingegen steht die bewusste Entscheidung, die leere Leinwand in ein expressionistisches Kunstwerk zu verwandeln.

Vielleicht ist es ein erstes Anzeichen der nahenden, rebellischen Pubertät, vielleicht ist es auch einfach nur das Bedürfnis nach kreativem Ausdruck, auf jeden Fall jedoch galt es – und es steht zu vermuten, dass sich die Dinge in dieser Hinsicht nur wenig geändert haben – als cool, seine Federtasche möglichst extensiv grafisch und typografisch zu gestalten. Und wer wollte das adelnde Siegel der Coolness nicht tragen? So entwickelte sich das lederne Etui mit der Zeit – abgegriffen, ausgebeult und üppig verziert – zu einem wertvollen Erinnerungsträger und Wegbegleiter, der oft noch lange nach der Schulzeit (wenn auch nicht im aktiven Gebrauch) als autobiografisches Zeugnis im Besitz blieb.

Zur Feder greifen. Federtaschen im Manufactum Sortiment.

Zugegeben: Die Federtasche von Sonnenleder, egal ob ungefüllt oder bereits mit besten Schreibmaterialien ausgestattet, könnte manch einem für derlei kreative Prozesse dann doch zu schade sein. So oder so, sie wird in Würde altern – mit dem Alter sogar besser werden –, die Spuren der Zeit auf ihre ganz eigene Weise konservieren und ihrem Besitzer lange Freude bereiten. Selbst wenn dieser seine Schulzeit bei der Anschaffung bereits lange hinter sich gelassen hat. Für einen solchen Erinnerungshüter ist man nie zu alt.

Aber auch all jene, deren Ansprüche klassische Federtaschen weit übertreffen und die einfach nur ein dem Schreibgerät angemessenes Behältnis ihr Eigen nennen wollen, werden im Manufactum Sortiment fündig. Von Stiftetuis aus Leder, Messing oder Holz über Stiftrollen bis hin zu Stiftmäppchen unterschiedlichster Größen: Potenzial, eine Biografie bereichernd zu begleiten, haben sie allesamt.