Echte Hahnenfedern, ungefärbt. Länge 2 m. Gewicht 170 g.
Die Federn und ihre Verarbeitung.
Wer sich mit fremden Federn schmückt, sollte wissen, mit wessen. Diese stammen vom Haushahn (Gallus gallus domesticus) und fallen als Nebenprodukt an. Die dunklen Federn sind naturbelassen, aber natürlich gereinigt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Federn per Hand „pariert“ (also geschliffen), damit die Boa anschmiegsam ausfällt. Sie werden einzeln aufgefädelt und – verstärkt mit Kupferdraht – übernäht. Schließlich werden die Federbahnen so lange verdrillt, bis alle Federn nach außen stehen und eine stabile und voluminöse Boa bilden. Die sollte luftig in einem Plastikbeutel aufbewahrt werden, dem man bei längerer Lagerung einen Mottenschutz zugeben kann. Vor dem ersten Gebrauch und nach längerer Lagerung sollte die Boa einen Tag auslüften.
Zur Vollendung der Garderobe. Eine Federboa aus Deutschland.
Federboas gehörten bis in die Weimarer Republik zum festen Inventar der Varietés und Etablissements, wo sie als wichtiges Utensil maßgeblich zum Gelingen mancher Darbietung beitrugen. Die Federboa schmückt nicht nur, sie interpretiert ihre Trägerin: Aus einem schlichten Kleid macht sie eine Robe, aus einer Dame eine Diva, aus einer Geste einen Auftritt. Wenn Sie die Boa zunächst ausprobieren oder überhaupt mit einem Quentchen Ironie verwenden wollen, ist dafür die Karnevals- und Ballsaison ideal. Eine zusätzliche Konnotation ergibt sich daraus, daß Federn schon lange gleichermaßen für Faschingszwecke wie für festlichen Kopf- und Schulterputz verwendet werden. Diese in Grün- und Bronzetönen schillernde Federboa, in Deutschland aus ungefärbten Hahnenfedern gedrillt, eignet sich der natürlichen Farbe wegen auch für die alemannische Fastnacht und gibt jeder festlichen Angelegenheit eine mondäne Note. Ihre Qualität und Lebensdauer (bei sorgsamem Umgang hat man zwei Jahrzehnte lang Freude daran) übertrifft die ihrer Billig-Konkurrenten bei weitem: Deshalb decken auch Theater, Varietés und Tanzveranstalter ihren Bedarf bei unserem schon seit über fünfzig Jahren in Federdingen ausgewiesenen Lieferanten. Die Boas sollten also auch viele in Schampuslaune durchtanzte Nächte überstehen.