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Die EU-Saatgutverordnung wurde zurückgewiesen

Tomaten

Verschlechterung abgewendet. Die EU-Saatgutverordnung wurde zurückgewiesen.

Die drohende Einführung der neuen EU-Saatgutverordnung hielt uns das letzte Jahr über in Atem; sie sorgte für Beifall der Großkonzerne und Protest von Bevölkerung, Kleinerzeugern und Initiativen. Fast eine Million Europäer unterschrieben Bürgerbegehren – und erreichten damit Anfang diesen Jahres tatsächlich die vorläufige Ablehnung des neuen Gesetzesentwurfs.

Dies bringt unseren Lieferanten und uns eine kleine Atempause, in der wir noch stärker auf die Wichtigkeit von Biodiversität und Sortenreichtum hinweisen wollen. Und darauf, wie bedrohlich weit Wirtschaftsinteressen durchgedrückt werden können. Die neue Verordnung würde die Interessen von gerade einmal fünf Konzernen verwirklichen, die schon jetzt 95 % des Gemüsesaatguts kontrollieren. Für die Allgemeinheit ist hingegen kein einziger Nutzen solcher Regelungen zu sehen. Schon als Konsument wäre man unmittelbar betroffen, denn die Anbieterlandschaft und Pflanzenvielfalt würden veröden und neue Sorten sich noch stärker allein durch Ertragsstärke und Profitabilität legitimieren.

Der Anbau und Handel von Pflanz- und Saatgut seltener Obst- und Gemüsesorten sowie alter Land- und Regionalsorten würde an den Rand der Illegalität gedrängt. Jeder Hobbygärtner müßte sein Tun allmählich auf wenige Standardsorten beschränken – die professionellen Betriebe ohnehin. Was natürlich und vernünftig wäre, nämlich, die Wiederherstellung einer vielfältigen Sortenlandschaft unbehelligt sich selbst zu überlassen, erfordert eine liberale statt regulatorische Grundhaltung. Nutzen wir also die Zeit bis zur nächsten "Runde", um die Sensibilisierung jedes Einzelnen für dieses Thema weiter voranzutreiben. Der Erfolg der europaweiten Ablehnung hat gezeigt, daß man auch als Bürger eine Menge erreichen kann. Dafür lohnt es, sich zu informieren, auch andere auf das Thema aufmerksam zu machen und den Protest weiterzuführen.