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Edelreiser zur Obstbaumveredelung schneiden

Edelreiser zur Obstbaumveredelung schneiden

Während der Winterruhe von Obstgehölzen ist die richtige Zeit, um Reiser für die Frühjahrsveredelung zu schneiden. Noch bis Mitte Februar können Edelreiser von Apfel- und Birnbäumen geschnitten, Reiser von Kirsche und Pflaume sollten bis Ende Januar gewonnen werden. Mit Hilfe einer Veredelung können Obstbäume sortengleich vermehrt sowie der Fruchtansatz verbessert werden, indem eine zweite Sorte als Befruchter in eine bestehende Krone hineinveredelt wird.

Anleitung

Edelreiser schneiden
  • Der optimale Schnittzeitpunkt ist der Januar, dann ist die Winterruhe der Bäume am stärksten ausgeprägt; bei frühem Wintereintritt ist auch ein Schnitt ab Dezember möglich.
  • Die relativ robusten Kernobstreiser von Apfel und Birne können bis Februar geschnitten werden.
  • Die empfindlicheren Steinobstreiser von Kirsche und Pflaume spätestens bis Ende Januar schneiden. Bei diesen Bäumen kann – vor allem in milden Wintern – schon im Februar der Saftstrom beginnen. Dann nicht mehr schneiden, selbst wenn die Knospen noch fest geschlossen sind. Sie verbrauchen dennoch schon die ersten Reservestoffe, und solche Reiser würden später schlechter anwachsen.
  • Von den Steinobstarten Pfirsich und Aprikose im Winter keine Reiser schneiden. Sie eignen sich nicht für die Reiserveredelung im Frühjahr, sondern besser für eine Augenveredelung (Okulation) im Sommer.
  • An einem frostfreien Tag schneiden und eine saubere, scharfe Schere verwenden.
  • Mindestens bleistiftstarke und 30 cm lange Triebe aus dem vorherigen Sommer schneiden (einjährige Triebe) – vorzugsweise aus dem äußeren, gut belichteten Kronenbereich.
  • Nur völlig gesunde Triebe ohne jedes Krankheitssymptom als Edelreis auswählen.
  • Die geschnittenen Reiser bis zum Veredelungstermin im März oder April dunkel und so kühl wie möglich, aber frostfrei lagern – optimal ist eine Temperatur von 2 °C. Im Keller zum Beispiel in feuchtes Zeitungspapier einschlagen, in feuchten Sand stecken oder mit feuchtem Moos abdecken; die Reiser dürfen weder austrocknen noch zu naß liegen. So lagern, daß es nicht zu Rindenschäden durch Mäusefraß kommen kann oder die Reiser geknickt werden könnten. Nicht in der Nähe Äpfel lagern, die durch die Bildung von Ethylen („Reifegas“) die Knospen schädigen würden.
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Bis zum Veredelungstermin frostfrei lagern - zum Beispiel in feuchtem Sand

reiserveredelung

Im März und April findet dann die Veredelung statt

Duobaum

... zum Beispiel, um einen sogenannten Duobaum (aus zwei Sorten) zu ziehen

  • Bei frostfreier Witterung können die Reiser auch im Freien gelagert werden, durch eine entsprechende Abdeckung geschützt vor Sonneneinstrahlung und Mäusen.
  • Für ungeübte Obstgärtner bieten gute Baumschulen auch sogenannte Auftragsveredelungen an. Dazu werden wie beschrieben Edelreiser von den eigenen Bäumen geschnitten und an die Baumschule geschickt, die daraus innerhalb einer Saison einen sortengleichen Baum anzieht.

Es wird benötigt:

Werkzeug: scharfe, saubere Gartenschere (am besten eine Bypass-Schere, da diese sauberer schneidet als Amboßscheren).

Zubehör: Leiter, Arbeitshandschuhe, Außenthermometer, Utensilien für eine gute Lagerung (Eimer mit feuchtem Sand, Zeitungspapier oder Moos oder Drahtgeflecht zum Schutz vor Mäusen).

Aromatische Frucht. Alte Obst- und Wildgehölze

Nicht jede moderne Obstsorte ist schlechter als eine alte, und nicht jede alte Sorte ist per se gut. Wenn jedoch heute im Handelseinerlei die Qualität einer Sorte an Transport- und Lagerfähigkeit oder Gleichförmigkeit gemessen wird, möchten wir lieber Kriterien wie Geschmack, Vielfalt und Eignung zur Selbstversorgung anwenden. Wir bieten daher wohlschmeckende, altbewährte Obstsorten an, teils echte Raritäten, aber auch früher weitverbreitete Sorten. Diese robusten, in der Regel recht anspruchslosen Bäume und Sträucher liefern vielfältig nutzbare Früchte für zum Teil ungewöhnliche Geschmackserlebnisse.
Alte Obst- & Wildobstgehölze