Nadeln im Heuhaufen. Überzeugende Bürostühle

Die höhenverstellbaren Bürostühle, die wir Ihnen hier vorstellen, sind das Ergebnis einer langen, in Teilen verzweifelten Suche. Ursprünglich der nach einem gepolsterten Bürostuhl, der weder wie ein überdimensionierter, technisch überrüsteter LKW-Sitz daherkommt noch wie ein epigonales Barockmöbel – oder was es der Absonderlichkeiten sonst noch alles gibt.

Ambitionierter Status quo: Aus einer schier unendlich scheinenden Menge von mehr (nur wenige) oder minder (die Masse) tauglichen Modellen haben wir die herausgesucht, die funktional überzeugend, ästhetisch zumutbar und in viele Umgebungen integrierbar sind – also in der Summe ihrer Eigenschaften nach einem schwer zu definierenden Begriff überzeugend. Jeder Stuhl hat seinen Reiz und definitiv eine Qualität, die nicht mehr erprobt werden muß, sondern quasi historisch belegt ist.

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Schlicht. Der Opulente.

Der „Supporto Chair“, entworfen von dem Briten Frederick Scott, stammt aus dem Jahr 1976. Man darf sich wundern: Er ist kein typisches Kind dieser gestalterisch eher aufdringlichen Jahre, sondern exzellentes britisches Understatement. Mit einem gewaltigen Anspruch:

Buerostuhl Aluminium Leder

Ergonomisch gestaltet und aus recyclebaren Materialien hergestellt, sollte der Stuhl seinerzeit maximal jenen Arbeitsmöbelnormen und arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen, die wir heute für das Verschwinden jeglichen Esprits und fast jeglicher Materialschönheit bei gewerblichem Mobiliar verantwortlich machen müssen.

So angenehm kann man sich täuschen: Der „Supporto chair“ ist nicht nur nahezu komplett aus langlebigen Materialien gemacht, die üppige Verwendung polierten Aluminiums verleiht ihm auch eine gewisse Opulenz und Eigenwilligkeit, vorbildlich relativiert durch die Schlichtheit des Entwurfs:

So darf man den Stuhl als zurückhaltend statt angeberisch empfinden. Mit seiner Kombination aus Aluminium und Leder wurde er zum Vorbild, weshalb ihn der Hersteller als „The chair that most influenced office seating“ charakterisiert – dem wollen wir nicht widersprechen. Erreicht wurde sein Standard aus unserer Sicht allerdings nie mehr, deshalb hier das Original.

Bürostuhl Aluminium und Leder 1.590,00 Euro

Bürostuhl Aluminium und Leder
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Variation über ein Thema von 1934.

Einen in allen Belangen zu unseren Stahlmöbeln passenden Stuhl zu finden, war für deren Hersteller Müller eine kleine Herausforderung. Eine Stahlrohrkonstruktion mußte es sein, und weil Müllers Metier zwar das Schneiden, Pressen, Kanten und Stanzen von Blechen, nicht aber das Biegen von Rohren ist, wandte er sich an die L&C Stendal.

Schreibtischstuhl Stahl verchromt und LederSchreibtischstuhl Stahl verchromt und Leder

Das vormals als L&C Arnold bekannte Unternehmen hat durch seine Arbeit mit dem Bauhaus in Dessau einige Bekanntheit erlangt. Die Durchsicht alter Musterbücher und Entwurfsmappen führte zu diesem lederbe-
zogenen Schreibtischstuhl.

Er variiert einen Werksentwurf von 1934 und ist „authentisch“ in dem Sinne, wie es die stilistisch nahe Variation über ein musikalisches Thema sein mag – ganz im Geist der Entstehungszeit, und doch erst jüngst (und exklusiv für Müller) in die Gegenwart geholt.
Schreibtischstuhl Stahl verchromt und Leder 1.335,00 Euro

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Aus Tschechien. Der Kontorstuhl.

Allein aufgrund seiner Vierfüßigkeit entspricht dieser ungemein bequeme Kontorstuhl keiner einschlägigen Bürostuhl-Norm, sei aber für den Gott sei dank noch keiner Norm unterworfenen Betrieb zu Hause sehr empfohlen. Die simple Konstruktion kommt all jenen entgegen, die sich die Benutzung eines Bürostuhls ohne vorherige Lektüre der Bedienungsanleitung noch zutrauen.

Der Kontorstuhl, in den 1970er Jahren nach einem historischen Vorbild wiederaufgelegt, wird im mährischen Bystrice gefertigt. Die dortige Möbelfabrik, 1861 vom Bugholzpionier Michael Thonet gegründet, firmiert seit dem Jahr 1953 als TON und ist heute ein bedeutendes Zentrum für die Produktion hochwertiger Bugholzmöbel.

TON KontorstuhlTON Kontorstuhl

Der Drehsessel verdankt seine Dreh- und Höhen- verstellbarkeit einer einfachen Stahlspindel: Das Drehen geht immer mit einer Höhenverstel-
lung einher, ein beim üblichen Hin- und Her-
drehen marginales Phänomen; beim exzes-
siven Durchdrehen variiert die Höhe dagegen merklich.

Es gibt auch keine mechanische Begrenzung, die den Höhen- verstellenden am Abdrehen des Sitzes hindert, das passiert jedoch erst bei einer absurden Sitzhöhe von 68 cm.

TON Kontorstuhl 320,00 Euro

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Aus den USA.

Der Gerichtssessel Die Jasper Seating Company, Inc. wurde 1929 im südlichen Indiana gegründet, einer Gegend, in der sich ihres Waldreichtums wegen im 19. Jahrhundert deutsche Tischler ansiedelten und das Zentrum handwerklichen Möbelbaus in den USA begründeten. Jasper unterhält seinen eigenen Nutzwald, seine eigene Sägemühle und ist stolz auf seine Holz-Dampfbiegetechnik.

Das berühmteste Jaspermodell ist der Stuhl 980, ein imposanter Armlehnstuhl mit Wippmechanik. Seine Rückenlehne mitsamt ihren Verstrebungen, Armlehnen und Sitzfläche sind auf beeindruckende Weise anatomisch modelliert.

Jasper Stuhl 980Jasper Stuhl 980 gepolstert

Dabei wird das Holz vor allem bei der Lehne bis an seine Belastungs-
grenze geführt – was dort fast zwangsläufig zu Riß- oder Fugenbildung führt, die jedoch weder den Sitzkomfort noch die Halt-
barkeit des Stuhls merklich beeinträchtigt.

Seine ehrfurchtgebietende Wirkung hat sich das amerikanische Gerichtswesen zunutze gemacht: Richter und Geschworene nehmen traditionell darin Platz. Außer in Gerichtssälen sind Jasper Chairs auch in amerikanischen Bibliotheken so verbreitet, daß sie in den USA oft »Library Chairs« genannt werden.
Jasper Stuhl 980 1.125,00 Euro
Jasper Stuhl 980 gepolstert 1.280,00 Euro

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Schweizer Originale: „Unverbesserlich“.

Im schweizerischen Kanton Aargau ist der Hersteller dieser Arbeitsstühle und -hocker ansässig. Ein echter Dauerbrenner des 1946 gegründeten Familienbetriebes sind insbesondere die Drehstühle, die seit 1952 nahezu unverändert produziert werden. Aufbau und Technik der durchdachten, funktionalen und unaufgeregten Sitzmöbel sind derart überzeugend, daß sie schlicht keiner Verbesserung bedurften, weshalb die handwerklich wie gestalterisch Unbeirrbaren, die sie bauen, auch fast nichts veränderten. Lediglich die Zahl der Füße erhöhten sie im Lauf der Jahre von drei auf fünf.

Die Sitzhöhe der Stühle und Hocker wird mittels einer bestechend einfachen, vom Hersteller selbstentwickelten Vorrichtung eingestellt, die ohne (Gasdruck-)Feder auskommt

Schweizer DrehstuhlSchweizer Drehstuhl

Wenn der Hebel unter der Sitzfläche betätigt wird, löst sich ein im Standrohr befindlicher Spreizkolben. Hebt man nun die Sitzfläche leicht an, läßt sich die gewünschte Höhe stufenlos einstellen.
Die Rückenlehnen der Stühle federn in alle Richtungen:
Für Vor- und Rückwärtsbewegung sorgt ein solider Federstahl zwischen Sitz und Lehne, der eigens für diesen Zweck angefertigt wird. Seitwärts federn sie dank eines U-förmigen Federstahlblechs zwischen Lehne und Rückenfeder. Die Sitztiefe wird verändert, indem man die Rückenfeder verschiebt, die mit einer Klemmschraube fixierten Rückenlehnen lassen sich in der Höhe verschieben.
Schweizer Drehstuhl ab 395,00 Euro

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Drehstuhl BuchenholzDrehstuhl Buchenholz

Zappelphilipps späte Rehabilitation.

Die „Hibbeligkeit“ sitzunwilliger Kinder ist unterderhand zur Tugend des „dynamischen Sitzens“ mutiert: Nicht nur Kindern wird solches anempfohlen, weil Verspannungen und Rückenleiden vorbeugend, sondern auch fortgeschrittenen Semestern.

Der von Verner Panton entworfene Drehstuhl verfügt nicht zuletzt deshalb über eine Wippmechanik.

Drehstuhl Buchenholz klein ab 265,00 Euro

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