Am Wegesrand: Kulinaristik der Natur.
Wundern würde sich wahrscheinlich, wer wandernd wahrnähme, was da alles an wirklichen Köstlichkeiten in Wald und am Weg die Natur bereithält. Das meiste fällt uns wohl gar nicht auf; wir achten vielleicht auf Brombeeren oder Holunderdolden, aber wer wüßte schon, daß man aus Eichelmehl einen saftigen Kuchen backen oder aus Robinienblüten ein süßes Gelée kochen kann?
Um all das geht es in diesen drei sorgfältig gestalteten Büchern. Die Pflanzen, Sträucher und Bäume werden einzeln dargestellt, botanisch kurz beschrieben, dazu finden sich Erläuterungen über das Sammeln der Blätter und Früchte. Der anschließende Rezeptteil enthält erprobte Verwendungsmöglichkeiten.
Hier geht es um das Bestimmen und das Sammeln und Verarbeiten der Früchte von Berberitze, Felsenbirne, Haselnuß, Heckenrose, Holunder, Kirschpflaume, Kornelkirsche, Mispel, Sanddorn, Schlehe, Vogelbeere und Weißdorn.
88 Seiten, 22 x 15 cm, Broschur.
Hädecke Verlag 2011.
» Markus Strauß: Köstliches von Hecken und Sträuchern... 9,80 Euro
Waldbäume sind die großen Unbekannten, wenn es um die Verwendung ihrer Früchte in der Küche geht. Einige Beispiele aus den Rezepten belegen, daß sie Überraschendes bereithalten: Birken- blätter-Tee, Bucheckern-Risotto, Eichelsuppe, Maronenpüree, Fichtengemüse indisch, gebackene Robinienblüten, Lindenkapern, Feldsalat mit Ahornkeimlingen, Vogelkirschkuchen, Walnußspätzle – und vieles mehr.
80 Seiten, 22 x 15 cm, Broschur.
Hädecke Verlag 2010.
» Markus Strauß: Köstliches von Waldbäumen... 9,80 Euro
Unscheinbar am Wegesrand gedeiht außer der „Modepflanze“ Bärlauch noch so manches Kraut von kulinarischem Wert, das zeigt Markus Strauß in diesem kleinen Buch.
Auch hier erleichtert die botanische Beschreibung der einzelnen Pflanzen das Erkennen und Sammeln. Im Anschluß werden Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten vorgestellt, immer begleitet von Informationen zu Nähr- und eventuell Heilwert. Zur Sprache kommen: Bärlauch, Breitwegerich, Brennessel, Gänseblümchen, Gänse-Fingerkraut, Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere, Weidenröschen, Wiesenklee und Labkraut.
72 Seiten, 22 x 15 cm, Broschur.
Hädecke Verlag 2010.
» Markus Strauß: Natur und Genuß. Wildpflanzen... 9,80 Euro
Ragen aus der Masse.
Zwei Zeitschriften.
Der Markt gedruckter Periodika ist übervoll, und was die Bandbreite der behandelten Themen angeht, findet umstandslos jedes Tierchen sein Pläsierchen. Aus dieser Flut die wenigen, wahrhaft bemerkenswerten Erzeugnisse herauszufischen verlangt Langmut.
Ganz ohne jeden Zweifel zu den herausragenden Vertretern ihrer Gattung gehören die beiden folgenden, monothematischen Publikationen – ein Magazin der Fahrradkultur und ein Gesellschaftsmagazin –, deren Erscheinen wir seit einiger Zeit mit unverhohlener Sympathie betrachten.
Fahrstil Ausgabe 6
Das für Inhalt und Gestaltung hochgelobte und ausgezeichnete Radkulturmagazin „fahrstil“ beschäftigt sich in seiner sechsten Ausgabe mit dem Thema Strom im weiteren Sinne. Dies bezieht Strom als Antriebsenergie in Form der Elektromobilität ebenso ein wie Strom als Energie zur Fahrradbeleuchtung – hier als Porträt des Trios federführender Hersteller.
Ebenfalls betrachtet wird der Strom im übertragenen Sinne, im Rahmen eines Status quo zur Bedeutung des Fahrrades für den städtischen Verkehrsstrom. Und nicht zuletzt fließt auch der Strom im ganz ursprünglichen Sinn ein, bei der Tour de Ruhr, Begegnungen an den Ufern eines Stromes tief im Westen Deutschlands. Eines ist den 13 Beiträgen des opulent gestalteten, buchdicken Magazins dabei gemein, sie sind wie gewohnt mit Sachkenntnis, Herzblut und innerem Eifer verfaßt.
160 Seiten
» fahrstil Ausgabe 6... 15,00 Euro
Glaube und Zuversicht braucht wohl, wer heute ein Gesellschaftsmagazin herausgeben und es über die ersten drei Nummern bringen möchte.
Noch dazu, wenn man das Heft nicht im Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandel erhält, erst recht, wenn man in diesem Heft nicht einen einzigen Buchstaben Werbung findet. Das Kölner Magazin Froh! um seinen Herausgeber Dirk Brall hat es immerhin schon zwei Jahre und damit sieben Hefte geschafft.
Das diesjährige Winterheft hat sich dem Luxus verschrieben und der Frage, ob diesem suspekten Begriff nicht doch eine positive Wendung aufleuchten könnte, und zwar unter den Stichworten „Verlangen“ – „Besitzen“ – „Schenken“. Wie immer bei Froh! ist die Landschaft von Autoren und Gattungen weitläufig, ob humorvoll dem Problem „Urlaub mit Butler“ nachgegangen wird, ob Anselm Grün gesprächsweise auf den „Wert des Wenigen“ reflektiert oder Prinz Asfa-Wossen Asserate, letzter Nachkomme des äthiopischen Kaisers, unter der Prämisse „Vergiß dich selbst“ das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter auslegt.
Dazu kommen Foto- und Kunststrecken zum Thema, das auch anhand der „Besten Geschenke, die wir nie bekommen haben“, einer erstaunlichen Sichtweise unterzogen wird. Von den Dingen erzählen wollten die Herausgeber auf den 98 Seiten des Heftes, doch sie haben festgestellt, daß sich „in den Geschichten vom Luxus der Mensch schnell in den Mittelpunkt drängt“.
100 Seiten
» Froh! Magazin: Luxus... 10,00 Euro
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