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Anfassen ­geboten. Manufactum und der Werkbund

Die Dinge (selbst) in die Hand nehmen. So lautet nicht nur die prägende Idee hinter unseren Warenhäusern – auch der reformpädagogische Ansatz der „Object Lessons“, der im frühen 19. Jahrhundert in Großbritannien entwickelt wurde, fußt auf dem Gedanken, dass sich die dingliche Welt am besten durch direkte Anschauung und sinnliche Beschäftigung mit den Objekten erfahren lässt. Wir bei Manufactum suchen, finden und teilen Dinge, die uns durch ihre Herstellung, ihre Funktion und ihre Materialien begeistern. Wir bringen ihnen Wertschätzung entgegen. Und wir sind davon überzeugt, dass sich diese Wertschätzung spätestens dann auf Sie überträgt, wenn Sie als Kunde die Produkte in Ihren eigenen Händen halten. Denn Schuhe und Stühle, Kleider und Werkzeuge – all diese Dinge aus unserem Sortiment sprechen im Prinzip für sich. Die Informationen, die nicht offensichtlich sind, geben wir Ihnen ergänzend an die Hand. Man könnte daher sagen: Wir stehen in der Tradition der historischen Schule der „Materialbildung“. Und freuen uns daher sehr, Teil einer neuen Sonderausstellung im Berliner „Museum der Dinge“ zu sein, die sich mit eben diesem Thema beschäftigt.

Werkbund und Manufactum

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge.
Sprechender als „Museum der Dinge“ könnte ein Name wohl kaum sein – dabei fand die Institution erst 1999 nach mehrfacher Umbenennung zu ihrer heutigen Bezeichnung. Alltägliche Sachkultur ist es, die hier im Mittelpunkt steht, oder auch: die Produktkultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Ganz im Sinne des „Deutschen Werkbunds“ eben, der sich seit 1907 als Impulsgeber für qualitätvolle Ge­staltung in Industrie und (Kunst-)Handwerk ver­steht, und dessen materielles Erbe die Basis im „Werkbundarchiv – Museum der Dinge“ stellt.

„Material begreifen in 8 Lektionen“. ­Eine Sonderausstellung.
Die englischen Reformpädagogen Elizabeth und Charles Mayo waren überzeugt: Wissensvermittlung im Generellen lässt sich am besten durch unmittelbare Erfahrung und sinnliche Interaktion erzielen. Das eigens zu diesem Zweck entwickelte „Cabinet of Natural History“ enthielt vier Schubladen, in denen sich über 100 Objekte der materiellen und ding­lichen Lebenswelt verbargen – Dinge, die dazu aufriefen, angeschaut, angefasst, gerochen und geschmeckt zu werden.
Heute ist das Wissen über Materialien, ihre Verarbeitung und ihre Handhabung im allgemeinen Bewusstsein und in der schulischen Vermittlung stark zurückgegangen. Dabei kann ein solches Wissen nicht nur den Alltag erheblich erleichtern (oder im Extremfall sogar Leben retten), Materialwissen ist auch eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen wertschätzenden Umgang mit der Umwelt. Nur wer um die materielle Beschaffenheit der Welt weiß, ist in der Lage, ihren Wert zu bemessen und das ihm Gegebene bestmöglich zu nutzen und sogar Neues daraus zu schaffen.
Die Ausstellung „Object Lessons. Material begreifen in 8 Lektionen“, die vom 16. Septem­ber 2016 bis zum 16. Januar 2017 in Berlin zu sehen sein wird und im Anschluss als Wander­­ausstellung in das Gewerbemuseum Winter­thur in der Schweiz weiterzieht, illustriert das Material-Thema in insgesamt acht verschiedenen Facetten und Anwendungsbereichen. ­Facetten, die allesamt – wie sollte es anders sein – durch anschauliche Objekte begreiflich gemacht werden.

Manufactum als Vermittler von Materialwissen.
Manufactum und der Werkbund treffen sich nicht nur in der Liebe zu den guten, qualitätvollen Dingen, Manufactum agiert zudem – durch die Printmedien, im Onlineshop und im Warenhaus – auch als engagierter Vermittler von Wissen über Materialien, die Herstellung und Funktionalität von Produkten und nicht zuletzt den Umgang mit selbigen. Stellvertretend dafür werden einige Produkte aus unserem Haus im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein – immer flankiert von den Begleittexten, die ihnen auch in ihrer „natürlichen Umgebung“ zur Seite stehen. Auch in Zukunft möchten wir Fertigkeiten und Wissen, egal ob bewährt oder zukunftsweisend, auf diese Weise weitergeben. Denn das ist (auch) unser Verständnis von gesellschaftlicher Verantwortung: Bewusstsein schaffen durch bewusste Beschäftigung.