Die Uhrenbausätze Mechanica M 1 von Erwin Sattler sind technisch vollkommene Produkte, sie sind reinrassige Präzisionspendeluhren. Qualitätsmerkmale u. a.: gefräste und vergoldete Zahnräder, Grahamhemmung mit justierbaren Stahlpaletten, massives Wolfram-Antriebsgewicht, Monatsgangdauer, Gegengesperr, Ganggenauigkeit von 3 Sekunden pro Monat.
Gehäuse in schwarzem Schleiflack. Ausführung wie oben, jedoch mit drei wesentlichen Verbesserungen: Regulatorzifferblatt mit exzentrischer Sekunden- und Stundenanzeige, barometrisches Kompensationsinstrument und kugelgelagerte Seilrolle.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert erreichte die Geschichte des mechanischen Uhrenbaues ihren Zenit; dies gilt insbesondere für Sekundenpendeluhren und Regulatoren. Weltweit führend waren die Manufakturen Riefler in Nesselwang und Strasser & Rohde in Glashütte. Was sie mit subtilster technischer Intelligenz und einem stupenden feinwerktechnischen Aufwand leisteten, ist immer noch atemberaubend: Die besten Rieflerschen Großuhren hatten theoretisch eine Gangabweichung von weniger als einer Sekunde im Monat.
Es gibt heute nur noch eine Manufaktur, die auf diesem Niveau Großuhren baut: Erwin Sattler in Gräfelfing. Sattlersche Präzisionspendeluhren ticken z.B. im Deutschen Museum in München und sind in aller Welt die Referenz für zeitgenössische mechanische, hochpräzise Wand- und Standuhren.
Der Mechanica Uhrenbausatz M1 ist eine reinrassige Präzisionspendeluhr mit allen Qualitätsmerkmalen ihrer großen Vorbilder. Charakteristische Kennzeichen sind z.B.: gehärtete Stahltriebe, im Teilverfahren gefräste, vergoldete Zahnräder, Grahamhemmung mit justierbaren Stahlpaletten und über offener Flamme gebläute Zeiger. Ein massives Wolfram-Antriebsgewicht sorgt für eine Gangautonomie von 33 Tagen. Die Ganggenauigkeit von 3 Sekunden pro Monat wird nicht einmal während des Aufziehvorgangs beeinträchtigt; dafür sorgt eine zusätzliche, komplexe Baugruppe des Werkes: das sogenannte Gegengesperr.
Die Ganggenauigkeit einer Präzisionspendeluhr steht und fällt mit der exakten Schwingungsdauer des Pendels. Hierbei spielt die Temperaturkompensation eine zentrale Rolle. Das exklusiv nur bei Manufactum erhältliche „Glashütter Invarpendel“ mit Temperaturkompensation nach Professor Ludwig Strasser sorgt durch seine offene Bauweise für die optimale Kompensation temperaturbedingter Längenveränderungen des Pendelstabes. Es ist deutlich aufwendiger in der Herstellung und wird nur in die beiden für Manufactum gefertigten Modelle eingebaut. Das schwarz lackierte Modell verfügt zusätzlich über ein Barometerstellglied (nach Dr. Sigmund Rieflers berühmtem System) zur Montage am Pendelstab. Dieses kompensiert weitestgehend die Einflüsse von Luftdruckschwankungen auf die Pendelschwingung.
Die Mechanica M1 gibt es nur als Bausatz. Das macht sie deutlich erschwinglicher als eine entsprechende Fertiguhr von Sattler. Fast noch wichtiger: Wenn Sie sich die spannend-entspannende Zeit nehmen, sie zusammenzusetzen, haben Sie dieses Uhrkunstwerk als ein Stück „Zeit-Geschichte“ wirklich „begriffen“ und in einem umfassenden Sinne „erworben“: Sie kennen die Uhr von innen und verstehen ihre verblüffend einfache, klare Konstruktion, die dahinterstehenden physikalischen Gesetze und deren technische Anwendung. Mit einer ausführlichen, in Leinen gebundenen Bauanleitung gelingt der Zusammenbau ohne uhrmacherische Vorkenntnisse und ohne jedes weitere Werkzeug (im Zweifelsfall steht Ihnen der Hersteller jederzeit mit Rat und Tat zur Seite). Der staubdichte Korpus der Mechanica M1 Präzisionspendeluhr (ohne Schlagwerk) wird aus 13 Massivholzelementen mühelos ohne Bohren und Leimen zusammengesetzt und verschraubt. Zur Auswahl stehen schwarzer Schleiflack und ein naturbelassenes Holzgehäuse aus Kirschbaumholz. Mit den Ausmaßen H 102 x B 27 x T 14,5 cm ist die Mechanica M1 für Wohnräume wie für Eingangsbereiche oder repräsentative Büros geeignet.
In den Warenhäusern Waltrop, München, Düsseldorf, Köln und Berlin befinden sich jeweils fertig montierte Ausstellungsstücke zur Ansicht.
05.01.2009 anonym
43 von 57 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Sicher, eine Uhr zusammenbauen ist nicht jedermanns Sache. Der Preis ist sicher erstmal eine Hausnummer, die nicht jeder für angemessen hält für einen Baukasten. Und dann auch noch zusammenbauen, für soviel Geld? Der Witz ist aber, nachher ist man nicht nur überzeugt, daß die Uhr jeden Cent wert ist, sondern man kann sich glücklich schätzen, so etwas überhaupt zu besitzen. Die Uhr ist schlichtweg nicht einfach ein Zeitmesser, sie ist ein absolutes Kunsthandwerkstück. Wer sich mit der Materie Pendeluhr beschäftigt, so wie wir das getan haben, der weiß später: Günstiger ist an so eine Uhr kaum zu kommen, man baut quasi ein Erbstück zusammen. Und daß es solche Uhren kaum noch zu kaufen gibt, weil die Firma Sattler quasi einer der letzten Ihrer Art ist, daß ist auch etwas Außergewöhnliches, daß zu bemerken ist. Aber keine Sorge, es ist kein Artenschutzexperiment, wir wollten eine wunderschöne Uhr für das Wohnzimmer. Und die haben wir jetzt - und zwar eine unglaublich genaue, mechanische Uhr, deren Uhrwerk wir jedem Kind erklären können. Machen Sie das mal mit Ihrer Digitaluhr! Sie merken, uneingeschränkte Begeisterung. Das fällt es schwer, Makel zu finden. Sicher, man kann die Anleitung hier und da noch etwas einfacher machen, wenn sie visueller wäre. Aber dann bliebe der Lerneffekt ähnlich groß, wie beim Zusammenbau von Ikea-Möbeln. Man(n) oder Frau baut ein Regal, weiß aber immer noch nichts vom ordentlichen Möbelbau. Freude am tüfteln und basteln ist notwendig, doch was für ein Ergebnis: Wenn diese Uhr einmal hängt und schlägt, ist man voller Ehrfurcht vor der Technik und dem handwerklichen Können der Uhrmacher. Jedes Einzelteil ist so schön und hochwertig, alles ist so präzise gefräst und gearbeitet, daß alles einfach unglaublich genau paßt. Es ist eine Freude, so hochwertige Teile zusammenzubauen, jedesmal unglaubliche Begeisterung, wie das alles zusammen paßt. Und dann versteht auch noch, wie eine Uhr funktioniert.
Kommentare zu dieser Bewertung lesen (1)
14.11.2009 von Josef Makolm
Erwin Sattler-Regulatoren sind Präzisionsinstrumente und ihr Geld jedenfalls wert - keine Frage! Doch was lese ich hier im Text: "Wenn diese Uhr einmal hängt und schlägt ...". Bloß, ein Regulator hat kein Schlagwerk und dies geht auch aus den Abbildungen bei Manufactum klar hervor. Also doch nur der Text eines Werbe-Fritzen, der nicht weiß, worüber er schreibt. Schade ...
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Klassische Warenkunde von 1920