
Im Wanderer-Reisetourer arbeitet unauffällig, quasi im Verborgenen, ein technisches Wunderwerk: die absolut präzise, unverwüstliche und nahezu wartungsfreie 14-Gang-Getriebenabe von Rohloff – einem bei Kassel ansässigen Familienbetrieb.
Als sich Gründer und Inhaber Bernhard Rohloff 1994 an die Konstruktion der Schaltung macht, ahnt er nicht, daß sich ein Weltkonzern und ein großes deutsches Traditionsunternehmen die gleiche Aufgabe gestellt haben. Beide überholt Rohloff – als er 1996 die aus 125 Teilen gefertigte Getriebenabe der Fachwelt vorstellt, stellt der deutsche Konkurrent seine geplante 12-Gang-Nabe ein und der Weltkonzern muß einräumen, eine solche Schaltung nur doppelt so groß und doppelt so schwer fertigen zu können.
Die offizielle Garantie der für die Anforderungen des professionellen Radsports entwickelten Getriebenabe gilt mit zwei Jahren zwar nicht länger als üblich, dafür aber auch für den Renneinsatz.
Seit Markteinführung der Schaltung im Jahr 1998 ist dem Hersteller noch kein Getriebeschaden bekannt geworden. Bis heute ist die 14-Gang-Getriebenabe von Rohloff die einzige Nabenschaltung, die eine 27-Gang-Kettenschaltung – die Kette, die diese erst möglich machte, wurde übrigens auch von Rohloff entwickelt – vollständig ersetzen kann.
Über einen Dreh-Schalt-Griff am Lenker bedient, setzt sie die Pedalkraft praktisch verlustfrei in Leistung um und läßt - dank ihrer breiten Gesamtübersetzung in optimalen Sprüngen - den Pedaleur steile Anstiege und rasante Abfahrten auch mit schwerem Gepäck meistern.
Das gekapselte Planetengetriebe der wartungsarmen Schaltung ist nicht gefettet, sondern läuft im Ölbad. Das Öl sollte - was man relativ einfach und sauber selbst durchführen kann - einmal jährlich oder alle 5.000 km gewechselt werden, damit eingedrungenes Wasser und Abrieb keinen vorzeitigen Verschleiß verursachen.
Beim Hoch- wie beim Herunterschalten wird die Nabe über je einen separaten Schaltzug gesteuert. Die Indexierung der Gänge erfolgt dabei anders als bei allen bisherigen Schaltsystemen nicht im Schaltgriff, sondern verschleißarm direkt im Getriebe, was selbst unter Last problemlos Sprünge über viele Gänge erlaubt. Ein solches Juwel hat natürlich seinen Preis, und der schlägt sich mit knapp 900 Euro selbstverständlich auch im Preis des Reisetourers nieder.
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